Artwork
Maria mit dem Kind

Maria mit dem Kind is a paint painting by the Early Renaissance artist Carillo. It dates from 1450 and is held in the collection of the Gemäldegalerie Berlin.
About this work
Überblick
Jahrhunderts und bewahrt ein seltenes signiertes Beispiel aus einer Zeit, in der spanische Maler dieser Region nur lückenhaft dokumentiert sind.
Maria mit dem Kind ist ein kleines Tafelbild des spanischen Künstlers Carillo, das auf 1450 datiert wird und die Jungfrau Maria beim Stillen des Christuskindes zeigt. Ausgeführt in Farbe auf einer Eichenholztafel von 37 mal 25 Zentimetern, gehört es zur Gattung der privaten Andachtsbilder, die im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europa in großer Zahl entstanden. Das Werk befindet sich in der Gemäldegalerie Berlin, wo es unter der Nummer 1215 inventarisiert ist. Die Zuschreibung an Carillo, einen obskuren Maler, der um 1480 in der Provinz Toledo tätig war, bleibt aufgrund der unsicheren Konturen dieser künstlerischen Persönlichkeit vorläufig. Dennoch liefert das Gemälde wertvolle Belege für die Verbreitung nordeuropäischer Andachtskonventionen im Spanien des 15. Jahrhunderts und bewahrt ein seltenes signiertes Beispiel aus einer Zeit, in der spanische Maler dieser Region nur lückenhaft dokumentiert sind.
Sujet & Bedeutung
Das Gemälde zeigt den Typus der Madonna lactans, bei der Maria das Jesuskind stillt. Maria ist nach vorne gewandt mit gesenkten Augen dargestellt, bekleidet mit einem blauen Kleid, einem roten Mantel, der mit einer runden Brosche geschlossen ist, und einem juwelenbesetzten Stirnband mit strahlenförmigem Heiligenschein. Ihr langes, welliges Haar fällt über die Schultern und rahmt die Figuren ein. Das nackte Christuskind wendet sich ihr zu, den Mund an ihrer Brust, und spielt während des Stillens mit einer Kette oder einem Halsband. Beide Figuren tragen strahlenförmige Heiligenscheine, und das Kind trägt ein Perlenhalsband mit einem leichten Tuch, das unter der Taille gewickelt ist. Ein beschriftetes Band läuft über die Unterseite der Tafel mit der Inschrift "Carillo / O MATER DEY MEMENTO MEY DOMINE." Der dunkle, schlichte Hintergrund mit subtilen vertikalen Teilungen lenkt die Aufmerksamkeit ganz auf die intime physische und spirituelle Verbindung zwischen Mutter und Kind. Das Thema der Madonna lactans betonte die Menschheit Christi und die Inkarnation, diente aber auch als Anlass für private Meditation über die Mysterien der Erlösung durch Christi Leib.
Technik & Stil
Das Gemälde ist in Farbe auf Eichenholztafel ausgeführt, einem für die nordeuropäische und spanische Tafelmalerei der Zeit typischen Träger. Die Technik wirkt glatt mit sorgfältiger Verschmelzung in den Fleischtönen und detaillierter Wiedergabe von Schmuck und Stoffen. Das Licht fällt gleichmäßig auf die Figuren, wobei weiche Schatten Gesichter und Hände modellieren. Die Palette besteht aus tiefem Rot, dunklem Braun, cremefarbenem Weiß und goldenen Fleischtönen. Die Oberfläche zeigt durchgehend feine Craquelé, was mit ihrem Alter und dem Medium übereinstimmt. Die detaillierte Behandlung des Perlenstirnbands, der Brosche, des Perlenhalsbands und der textilen Variationen zwischen dem dunklen Kleid, dem weißen Untergewand und dem roten Mantel zeugen von einer geübten Hand, die auf materielle Reichtumlichkeit achtet. Die Inschrift ist in den Rahmen integriert, der mit der Tafel fest verbunden ist, was darauf hindeutet, dass das Werk als einheitliches Andachtsobjekt konzipiert wurde.
Kontext
Carillo bleibt eine rätselhafte Figur in der spanischen Kunstgeschichte. Um 1480 in der Provinz Toledo tätig, wurde er vorläufig mit Alonso Carrillo, der 1476 in Guadalupe erwähnt wird, oder Juan Carillo, der 1513 in Sevilla dokumentiert ist, identifiziert, doch ist keine dieser Zuordnungen endgültig geklärt. Die stilistischen Affinitäten der Berliner Tafel zu Carillos anderen bekannten Werken stützen die vorläufige Zuschreibung an diese unsichere künstlerische Persönlichkeit. Das Gemälde exemplifiziert die weitverbreitete Nachfrage nach privaten Andachtsbildern im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europa, einer Gattung, die zu intimer, persönlicher Auseinandersetzung mit heiligen Themen außerhalb liturgischer Zusammenhänge einlud. Seine kleine Größe und sein häusliches Sujet ordnen es in die breitere europäische Tradition der Maria-und-Kind-Bildnisse ein, während seine spezifisch spanische Autorschaft zum Verständnis regionaler Variationen innerhalb dieser internationalen Bildkultur beiträgt. Das Werk wurde in der Forschung von Danesi Squarzina, Salerno und Delaroche besprochen und erscheint in Nachschlagewerken einschließlich des Allgemeinen Künstlerlexikons und der Studie von J. A. Gaya-Nuño zur spanischen Malerei außerhalb Spaniens.
Nachwirkung
Das Erbe des Gemäldes beruht vor allem auf seinem Wert als seltenes signiertes und dokumentiertes Werk aus einer nur unzureichend verstandenen Phase der spanischen Malerei. Seine Aufnahme in die prestigeträchtige Giustiniani-Sammlung seit mindestens 1621 bezeugt seine Anerkennung als bedeutendes Andachtsbild unter frühneuzeitlichen Sammlern. Der fehlerhafte Katalogeintrag von 1826 als "Corillo" illustriert die Schwierigkeiten, künstlerische Identitäten kleinerer Meister vor der Entwicklung rigoroser kunsthistorischer Methoden zu bewahren. In der modernen Forschung hat die Tafel als Fixpunkt für die Rekonstruktion des Oeuvres von Carillo gedient, wenn auch nur vorläufig. Die Münchner Ausstellung alter spanischer Malerei von 1911, die eine weitere Carillo-Madonna umfasste, trug zu einem breiteren Bewusstsein für spanische Primitiven außerhalb der Iberischen Halbinsel bei. Heute befindet sich das Werk in der Gemäldegalerie Berlin als Zeugnis für das historische Interesse des Museums am Aufbau enzyklopädischer Sammlungen europäischer Malerei, einschließlich Regionen und Epochen, die für die Kunstsammler des 19. Jahrhunderts weniger vertraut waren. Seine fortdauernde Präsentation neben italienischen und nordeuropäischen AndachtsbVisualizer laden zu Vergleichen über regionale Schulen hinweg ein und tragen zu laufenden Bemühungen bei, die spanische Kunst stärker in die Narrative der spätmittelalterlichen europäischen Bildkultur zu integrieren.
Artist & collection
Artist
Carillo’s real name is lost, but the city keeps whispering it, Florence, where he painted on scraps of leather because canvas was too expensive for a shoemaker’s son.










