Artwork

Landschaft mit Wasserfall

Landschaft mit Wasserfall, by Johann Friedrich Alexander Thiele, oil, 1725
Landschaft mit Wasserfall, by Johann Friedrich Alexander Thiele, oil, 1725

Landschaft mit Wasserfall is an oil painting by the Rococo painting artist Johann Friedrich Alexander Thiele. It dates from 1725 and is held in the collection of the Hermitage Museum.

About this work

Überblick

Mit den Maßen 65 mal 105 Zentimeter befindet sich das Werk in der Sammlung des Eremitage-Museums in Sankt Petersburg.

Landschaft mit Wasserfall ist ein Ölgemälde auf Leinwand von Johann Friedrich Alexander Thiele, datiert auf 1725. Mit den Maßen 65 mal 105 Zentimeter befindet sich das Werk in der Sammlung des Eremitage-Museums in Sankt Petersburg. Das Gemälde stellt ein bedeutendes Beispiel der deutschen Landschaftsmalerei des frühen achtzehnten Jahrhunderts dar, entstanden in einer Zeit, in der die Familie Thiele eine prägende Rolle bei der Entwicklung der sächsischen Landschaftstradition spielte. Seine polierte Oberfläche und die dramatische räumliche Konstruktion belegen die technischen Ambitionen der deutschen Barocklandschaft zu einem Zeitpunkt, als dieses Genre an den Höfen Mitteleuropas an Prestige gewann.

Technik und Stil

Das Werk ist in Öl auf Leinwand ausgeführt, mit einer polierten Oberfläche und subtilen Tonabstufungen, die eine überzeugende räumliche Tiefe erzeugen. Die Palette wird von warmen Brauntönen, gedämpftem Gold und tiefem Grün dominiert, wobei sich der Himmel vom hellen Gelb nahe dem Horizont zu grauen Tönen in der Höhe wandelt. Das Licht fällt von links und aus der Mitte ein, erhellt das mittlere Tal und wirft den Vordergrund in tiefen Schatten. Die Pinselführung zeigt sorgfältige Details im Laub und an den Felswänden, während die fernen Berge und der Himmel atmosphärischer und weicher behandelt sind. Diese Ausführung belegt den Einfluss der niederländischen und flämischen Landschaftstraditionen des siebzehnten Jahrhunderts, gefiltert durch eine mitteleuropäische Sensibilität. Das dramatische Chiaroscuro und die gestaffelte Tiefenwirkung vom dunklen Vordergrund bis zur leuchtenden Ferne sind charakteristisch für die Barocklandschaftsmalerei, während die minutiöse Beobachtung natürlicher Details auf den aufkommenden dokumentarischen Impuls in der deutschen Kunst dieser Zeit hinweist.

Geschichte und Provenienz

Das Gemälde entstand 1725 in Deutschland während der frühen Phase der Karriere von Johann Friedrich Alexander Thiele. Seine spätere Provenienz vor dem Eintritt in die Sammlung des Eremitage ist in den verfügbaren Quellen nicht dokumentiert. Das Werk wird heute vom Eremitage-Museum in Sankt Petersburg verwahrt, wo es als Teil der Sammlung westeuropäischer Malerei des Museums inventarisiert ist. Die genauen Umstände seines Erwerbs durch das Museum bleiben in den vorliegenden Unterlagen unverbürgt. Eine Ausstellungsgeschichte ist in den Quellen nicht bezeugt.

Kontext

Johann Friedrich Alexander Thiele war der Sohn von Johann Alexander Thiele (1685-1752), einer Schlüsselfigur der deutschen Landschaftsmalerei, der den Titel Vater der sächsischen Landschaftsmalerei erhielt. Die Karriere des älteren Thiele war ungewöhnlich: Nach seinem Dienst als Soldat lernte er in Erfurt den Beruf des Druckers, bevor er sich der Malerei zuwandte. 1715 zog er nach Dresden, wo er bei Christoph Ludwig Agricola studierte und kurz mit Adam Manyoki zusammenarbeitete, obwohl er weitgehend Autodidakt blieb. 1722 präsentierte er seine Gemälde erstmals öffentlich bei einem Karneval im Zwinger. Seine Werke wurden von Jacob Heinrich von Flemming, dem ehemaligen sächsischen Kriegsminister, erworben. Später diente er ab 1729 als Hofmaler von Günther XLIII, Fürst von Schwarzburg-Sondershausen, und ab 1738 als Hofmaler von König August III. von Polen. Die Landschaft mit Wasserfall des jüngeren Thiele von 1725 entsteht somit aus einer Familienwerkstatt, die tief in der sächsischen Hofkultur und ihren Patronage-Netzwerken verwurzelt war. Das Gemälde spiegelt die breitere deutsche Landschaftstradition wider, die spätbarocke Sensibilitäten und die aufkeimende Romantik verband, mit minutiöser Beobachtung der lokalen Topografie kombiniert mit idealisierter Komposition.

Nachwirkung

Die Nachwirkung von Landschaft mit Wasserfall ist untrennbar mit dem Ruf der Familie Thiele in der deutschen Kunstgeschichte verbunden. Die grundlegende Rolle von Johann Alexander Thiele in der sächsischen Landschaftsmalerei begründete eine Tradition, die nachfolgende Generationen von Künstlern beeinflusste, die die deutsche Landschaft dokumentierten. Die Aufbewahrung dieses Werks seines Sohnes im Eremitage zeugt von der internationalen Anerkennung der Leistungen der Familie. Obwohl ein spezifischer späterer Einfluss dieses einzelnen Gemäldes aus den verfügbaren Quellen nicht dokumentiert werden kann, sichert seine Bewahrung in einer bedeutenden Museumsammlung seine fortgesetzte Verfügbarkeit als Beispiel für die deutsche Barocklandschaft des frühen achtzehnten Jahrhunderts. Das Werk steht als repräsentatives Beispiel für den polierten, atmosphärischen Landschaftsstil, der die mitteleuropäische Malerei dieser Zeit vor den dramatischeren Innovationen des späteren achtzehnten Jahrhunderts charakterisierte.

Mountain Landscape with Waterfall
Mountain Landscape with Waterfall, Unknown

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Hermitage Museum

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