Artwork

Ein Blumenstrauß in einer Vase

Ein Blumenstrauß in einer Vase, by Balthasar van der Ast, oil, 1620
Ein Blumenstrauß in einer Vase, by Balthasar van der Ast, oil, 1620

Ein Blumenstrauß in einer Vase is an oil painting by the Dutch Golden Age artist Balthasar van der Ast. It dates from 1620 and is held in the collection of the Ashmolean Museum.

About this work

Überblick

Ein Blumenstrauß in einer Vase ist ein Ölgemälde auf Holztafel des niederländischen Malers des Goldenen Zeitalters Balthasar van der Ast, datiert auf 1620.

Ein Blumenstrauß in einer Vase ist ein Ölgemälde auf Holztafel des niederländischen Malers des Goldenen Zeitalters Balthasar van der Ast, datiert auf 1620. Mit den Maßen 30 mal 24 cm gehört es zu den frühesten datierten Werken des reifen Schaffens des Künstlers und verkörpert den präzisen, leuchtenden Stil des Blumenstilllebens, den er von seinem Lehrer und Schwager Ambrosius Bosschaert dem Älteren übernahm. Das Gemälde befindet sich im Ashmolean Museum in Oxford, wo es 1939 als Vermächtnis von Daisy Linda Ward in die Sammlung aufgenommen wurde.

Motiv und Bedeutung

Das Gemälde zeigt einen üppigen Strauß aus Nelken und Pfingstrosen in Weiß, blassrosa und tiefem Rosé, arrangiert in einer hohen keramischen Vase mit marmoriertem Muster in blassblau und Weiß sowie vergoldetem Rand. Die Blumen erheben sich vertikal vor einem dunklen, gedämpften Hintergrund. Am Grund steht die Vase auf einer steinernen Ablage, wo links rote Johannisbeeren gruppiert sind, während zwei Käfer nahe dem rechten Rand kriechen. Ein Schmetterling schwebt nahe der oberen linken Blüte, und eine Spinne lässt sich an einem Faden nahe der Mitte rechts herab. Ein einzelnes geflecktes Blatt und getrocknetes braunes Laub fügen zwischen den grünen Stängeln Textur hinzu. Der Strauß stellt eine sorgfältig konstruierte Fiktion dar: Blumen unterschiedlicher Jahreszeiten sind zu einer idealisierten, unvergänglichen Vision der Natur zusammengestellt, die in Wirklichkeit nie existieren könnte. Diese Anordnung unterschiedlicher Blüten diente sowohl ästhetischen als auch symbolischen Zwecken und spiegelt die zeitgenössische Faszination für wissenschaftliche Beobachtung wider, verweist zugleich aber durch die Einbeziehung von Insekten und Zeichen des Verfalls auf die Vergänglichkeit irdischer Schönheit.

Technik und Stil

Van der Ast führte das Werk in Öl auf Holztafel aus, einem Träger, der für niederländische Kabinettsbilder dieser Zeit typisch ist. Die Palette wird von warmen Rosa- und Cremetönen dominiert, die vor tiefen Braun- und Schwarztönen stehen. Das Licht fällt von links oben ein, beleuchtet die Blumen und wirft weiche Schatten hinter die Anordnung. Die Pinselführung ist präzise und glatt und gestaltet zarte Blütenblattkanten, die Anatomie von Insekten sowie den reflektierenden Glanz der Vase mit fast mikroskopischer Detailgenauigkeit. Diese Technik spiegelt den Einfluss des neu erfundenen Mikroskops auf niederländische Künstler dieser Zeit wider, die künstlerisches Können mit wissenschaftlicher Neugier verbanden. Die Signatur des Künstlers und das Datum erscheinen in der unteren Mitte der Tafel.

Geschichte und Provenienz

Das Gemälde wurde 1939 von Daisy Linda Ward, einer bedeutenden Sammlerin, deren Geschenk mehrere britische öffentliche Sammlungen bereicherte, an das Ashmolean Museum vermacht. Es trägt die Inventarnummer WA1940.2.6. Das Werk ist in den verfügbaren Quellen nicht in einer umfassenden Ausstellungsgeschichte dokumentiert, obwohl es seit dem Erwerb in der ständigen Sammlung des Ashmolean verblieben ist.

Kontext

Balthasar van der Ast wurde um 1593 oder 1594 in Middelburg geboren. Nach dem Tod seines Vaters 1609 trat er in den Haushalt seiner Schwester Mari ein, die den Pionier des Blumenmalens, Ambrosius Bosschaert den Älteren, geheiratet hatte. Van der Ast erhielt seine Ausbildung in Bosschaerts Werkstatt und setzte zunächst den präzisen Stil seines Lehrers bei der Darstellung von Früchten und Blumen fort, wobei die Kompositionen sorgfältig in Form und Farbe ausbalanciert waren. 1619 zog er nach Utrecht, wo er der Lukasgilde beitrat, und 1632 ließ er sich in Delft nieder, wo er bis zu seinem Tod 1657 verblieb. Über zweihundert Werke seiner Hand sind bekannt. Während seiner langen Karriere wurden seine Kompositionen allmählich größer und komplexer und integrierten oft seltene und exotische Früchte, Blumen, Muscheln und Insekten. Er gilt als zentrales Mitglied der Bosschaert-Dynastie und als einer der großen Blumenmaler des niederländischen Goldenen Zeitalters. Zu seinen Schülern gehörten möglicherweise Bosschaerts Söhne Ambrosius der Jüngere, Johannes und Abraham.

Nachwirkung

Van der Asts Innovationen im Blumenstillleben etablierten Konventionen, die über ein Jahrhundert lang populär blieben. Seine Verbindung von minutiös beobachteten natürlichen Details mit künstlich komponierten Sträußen beeinflusste nachfolgende Generationen niederländischer und flämischer Blumenmaler, darunter Jan van Huysum und Rachel Ruysch, die für ihre mit Insekten gespickten Blumenstücke weiterhin hohe Preise erzielten. Das Motiv von Blumen in exotischen Porzellanvasen, das Van der Ast mit zu popularisieren half, wurde zum festen Bestandteil des Genres. Das Gemälde im Ashmolean, als eines seiner frühesten datierten Werke, besitzt besondere Bedeutung für das Verständnis der Entwicklung seines Stils von den engen, ausbalancierten Kompositionen seiner Lehrzeit bis zu den lockereren und natürlicheren Anordnungen seines reifen Schaffens.

A vase of flowers
A vase of flowers, Pieter Faes

Artist & collection

Artist

Balthasar van der Ast

Balthasar van der Ast (Middelburg, 1593/94 – Delft, 7 March 1657) was a Dutch Golden Age painter who specialized in still lifes of flowers and fruit, as well as painting a number of remarkable shell still lifes; he is…

Ashmolean Museum

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