Artwork

Jonas predigt den Niniviten

Jonas predigt den Niniviten, by Gillis van Coninxloo, unspecified, 1592
Jonas predigt den Niniviten, by Gillis van Coninxloo, unspecified, 1592

Jonas predigt den Niniviten is an unspecified painting by the Mannerist artist Gillis van Coninxloo. It dates from 1592 and is held in the collection of the Statens Museum for Kunst.

About this work

Überblick

Das in Öl auf einem großen Träger von 273 mal 313 Zentimetern ausgeführte Werk zeigt den biblischen Propheten Jonas, der die Bürger Ninives anspricht.

Jonas predigt den Niniviten ist ein religiöses Gemälde des flämischen Künstlers Gillis van Coninxloo aus dem Jahr 1583. Das in Öl auf einem großen Träger von 273 mal 313 Zentimetern ausgeführte Werk zeigt den biblischen Propheten Jonas, der die Bürger Ninives anspricht. Das Gemälde befindet sich in der Sammlung des Statens Museum for Kunst (National Gallery of Denmark) in Kopenhagen. Obwohl van Coninxloo vor allem als bahnbrechender Landschaftsmaler gefeiert wird, der um die Wende zum siebzehnten Jahrhundert die nordische Waldlandschaft prägte, stellt dieses frühe Werk eine bedeutende biblische Erzählkomposition aus seiner Antwerpener Zeit dar, bevor er die Stadt 1585 verließ. Es gehört zu seinen wenigen großen religiösen Gemälden und bietet Einblicke in sein Engagement für figurale Erzählkunst, bevor er sich hauptberuflich der Landschaft widmete.

Thema und Bedeutung

Das Gemälde illustriert die alttestamentliche Geschichte von Jonas, der nach seiner Verschluckung durch einen großen Fisch von Gott beauftragt wurde, den Bewohnern Ninives zur Buße zu predigen. Die Komposition konzentriert sich auf Jonas als stehende Figur, die einen Arm in einer Geste der Ansprache erhebt, umgeben von einer dichten Menge Niniviten, die sich im Vorder- und Mittelgrund versammelt haben. Die Menge umfasst sitzende und stehende Figuren, darunter mehrere Frauen mit Säuglingen sowie verschiedene Personen mit Turbanen, Kopfbedeckungen und drapierten Gewändern. Die Außenumgebung zeigt Bäume oben rechts und einen nebligen Himmel darüber, mit einem Felsvorsprung oder Baumstamm am rechten Rand. Die Ikonografie betont kollektive Buße und Erlösung, Themen, die mit den religiösen Spannungen in den habsburgischen Niederlanden während des Konflikts zwischen Katholiken und Protestanten resonieren. Die Einbeziehung von Müttern mit Kindern und die vielfältige Kleidung der Menge deuten auf den universellen Ruf zur Buße und die soziale Breite von Jonas' Publikum hin.

Technik und Stil

Das Gemälde ist in Öl ausgeführt, wobei die Palette laut Quellenbeobachtung auf gedämpfte Grautöne, Schwarz und Weiß beschränkt ist, was entweder eine monochrome Behandlung oder altersbedingte Oberflächenzustände nahelegt. Das Licht fällt ungleichmäßig über die Szene und beleuchtet Gesichter und Gewänder, während tiefe Schatten zwischen den Figuren liegen. Die Pinseltechnik zeigt weiche Modellierung der Gesichter und eine lockere Handhabung im Hintergrund, was mit den flämischen Malpraktiken der Zeit übereinstimmt. Die dichte figürliche Anordnung der Komposition und die Integration von Landschaftselementen in die erzählerische Handlung spiegeln den Einfluss des nördlichen Manierismus wider, den van Coninxloo durch seine Ausbildung bei Pieter Coecke van Aelst aufgenommen hatte. Die Oberfläche weist altersbedingte Abnutzung und eine ungleichmäßige Textur auf. Mit 273 mal 313 Zentimetern ist das Werk für eine biblische Erzählung dieser Art aus der Zeit außergewöhnlich groß, was darauf hindeutet, dass es als bedeutender Altar oder eine städtische Auftragsarbeit konzipiert wurde. Die Behandlung atmosphärischer Effekte und die Platzierung der Figuren in einer natürlichen Umgebung deuten bereits auf van Coninxloos aufkommendes Interesse an der Landschaft als dominierendem Kompositionselement hin.

Geschichte und Provenienz

Das Gemälde ist auf 1583 datiert und fällt damit in van Coninxloos Antwerpener Periode (1570-1588), in der er ein etablierter Meister in der Malergilde war und eine lebhafte Werkstatt unterhielt, die Werke für internationale Kunden einschließlich des spanischen Königs produzierte. Die Umstände seiner Auftragserteilung sind in den erhaltenen Quellen nicht verzeichnet. Die Provenienz des Werkes vor seiner Übernahme durch das Statens Museum for Kunst ist in den bereitgestellten Quellen nicht dokumentiert. Es befindet sich derzeit im Statens Museum for Kunst in Kopenhagen, wo es unter dem Namen des Künstlers katalogisiert ist. Keine Ausstellungsgeschichte ist in den verfügbaren Quellen angegeben.

Kontext

Jonas predigt den Niniviten nimmt eine zentrale Position in van Coninxloos Œuvre ein, da es während seiner Antwerpener Zeit entstand, bevor er 1585 nach der spanischen Wiedereroberung die Stadt fliehen musste. Zu dieser Zeit war Antwerpen ein bedeutendes künstlerisches Zentrum der habsburgischen Niederlande, und van Coninxloo war 1570 Mitglied der Lukasgilde geworden. Das Gemälde reflektiert den Kontext religiöser Konflikte zwischen Katholiken und Protestanten während des Achtzigjährigen Krieges; van Coninxloo selbst hatte sich auf die Seite der protestantischen Rebellen gestellt und war während der Belagerung 1584-1585 aktiv an der Verteidigung Antwerpens beteiligt, wofür er im Januar 1585 eine Geldprämie vom äußeren Bürgermeister Philips von Marnix erhielt. Die wissenschaftliche Aufmerksamkeit für van Coninxloo konzentrierte sich vorrangig auf seine Landschaftsinnovationen, wobei diese biblische Erzählung weniger kritische Analyse erhielt. Kunsthistoriker wie Karel van Mander, der 1604 schrieb, priesen van Coninxloo als den führenden Landschaftsmaler seiner Zeit. Die Web Gallery of Art stellt fest, dass seine Werke den Übergang vom manieristischen zum frühbarocken Landschaftsbild zeigen, während zeitgenössische Gelehrte seine Rolle bei der Entwicklung der Waldlandschaft als eigenständiges Genre betonen. Das Jonas-Gemälde mit seiner weitläufigen natürlichen Umgebung, die die Komposition dominiert, deutet diese Entwicklung bereits an, bleibt jedoch primär eine figurale Erzählung.

Nachwirkung

Während van Coninxloos bleibender Ruf auf seinen Waldlandschaften und seinem Einfluss auf die niederländische Malerei des Goldenen Zeitalters beruht, stellt Jonas predigt den Niniviten ein wichtiges Dokument seiner frühen Karriere und seiner Fähigkeit zur großformatigen Erzählkomposition dar. Das Werk wird in wissenschaftlichen Berichten für die Art und Weise hervorgehoben, wie seine Landschaftsumgebung menschliches Handeln bereits der natürlichen Umgebung unterordnet und damit die spätere Beschäftigung des Künstlers mit der Natur als primärem visuellem Element vorwegnimmt. Van Coninxloos breiteres Vermächtnis umfasst seinen entscheidenden Einfluss auf die Frankenthaler Schule von emigrierten flämischen Malern während seines Aufenthalts in der Pfalz von 1588 bis 1595 sowie seine Wirkung auf nachfolgende niederländische und flämische Künstler wie Jan Brueghel der Ältere, Pieter Schoubroeck und Roelandt Savery. Seine Betonung atmosphärischer Tiefe, minutiöser Naturalistik und der in sich geschlossenen Waldansicht resonierte mit der aufkommenden Ästhetik des niederländischen Goldenen Zeitalters. Das Jonas-Gemälde, das in einer bedeutenden nationalen Sammlung aufbewahrt wird, dient weiterhin als Referenzpunkt, um das volle Spektrum seines Schaffens jenseits des spezialisierten Landschaftsgenres zu verstehen, für das er berühmt wurde.

Jonah Preaching to the Ninevites
Jonah Preaching to the Ninevites, Unknown

Artist & collection

Portrait of Gillis van Coninxloo

Artist

Gillis van Coninxloo

Gillis van Coninxloo (now also referred to as Gillis van Coninxloo II and previously referred to as Gillis van Coninxloo III) (24 January 1544 – January 1607) was a Flemish painter of landscapes.