Artwork
Crowning of Charles V in Bologna

Crowning of Charles V in Bologna is an oil painting by the Barbizon school artist Jan Erasmus Quellinus. It dates from 1691 and is held in the collection of the Kunsthistorisches Museum.
About this work
Überblick
Das Gemälde befindet sich in der Sammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien, wo es unter der Inventarnummer GG 1766 katalogisiert ist.
Die Krönung Karls V. in Bologna ist ein großes Ölgemälde auf Leinwand des flämischen Künstlers Jan Erasmus Quellinus, das um 1681 entstand. Mit den Maßen 413 mal 285 Zentimeter zeigt das Werk die Krönung des römisch-deutschen Kaisers Karl V. durch Papst Clemens VII. in Bologna im Jahr 1530, die letzte von einem Papst vollzogene Kaiserkrönung. Das Gemälde befindet sich in der Sammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien, wo es unter der Inventarnummer GG 1766 katalogisiert ist. Es gehört zu einer bedeutenden Serie von fünfzehn Deckengemälden zu Ereignissen aus dem Leben Karls V., die Quellinus für den Habsburger Hof vollendete, und stellt eine bedeutsame Auftragsarbeit in der Karriere des Künstlers sowie ein bemerkenswertes Beispiel flämischer Historienmalerei am Wiener Hof dar.
Sujet & Bedeutung
Das Gemälde zeigt die Krönung Karls V. zum römisch-deutschen Kaiser durch Papst Clemens VII., ein Ereignis, das 1530 in Bologna stattfand. In der Komposition beugt sich der stehende Papst in goldenen päpstlichen Ornaten und hohem Tiara nach vorne, um die Krone auf den sitzenden Kaiser zu legen, der pelzverbrämte Gewänder trägt. Die Szene spielt sich in einem prächtigen Kircheninneren ab, wobei zahlreiche Nebenfiguren in geistlicher und adliger Tracht den Thron umgeben, einige mit Kerzen, einem Schwert und liturgischen Gegenständen. Ein gewaltiger Vorhang aus tiefem Karmesin mit Quaste dominiert die obere linke Ecke, während hinter dem zentralen Paar ein geschwungener Balkon mit zahlreichen Zuschauern auf die Zeremonie blickt. Über ihnen steht in einer Nische eine Statue einer gewandten Figur mit Kreuz. Das Sujet trug für die Habsburger Dynastie eine profunde ideologische Bedeutung: Karl V. war der letzte Kaiser, der von einem Papst gekrönt wurde, und das Bild diente dazu, habsburgische Ansprüche auf Universalmonarchie und legitime kaiserliche Autorität, die in päpstlicher Sanktion begründet waren, zu untermauern. Das dramatische Licht von oben links beleuchtet die zentralen Figuren und reichen Texturen und betont die sakrale und politische Schwere des Moments.
Technik & Stil
Das Werk ist in Öl auf Leinwand ausgeführt, einem Medium, das Quellinus ermöglichte, sowohl monumentale Größe als auch verfeinerte Detailtreue über die beträchtlichen Dimensionen des Gemäldes zu erzielen. Die Pinselführung variiert von glatten, polierten Oberflächen bei Haut und Draperie bis zu texturierter Handhabung in den architektonischen Elementen und Hintergrundschatten. Die Palette wird von Karmesin, Gold, Braun und schattigen Grüntönen dominiert, wobei dramatisches Chiaroscuro die Aufmerksamkeit auf den Krönungsakt lenkt. Die Architektur zeigt korinthische Säulen, geschnitzte Entablaturen und kassettierte Details, die Quellinus' Studium palladianischer Bauten während seines Italienaufenthalts widerspiegeln. Ein gemusterter Teppich bedeckt die Stufen des Podests und trägt zur Akkumulation luxuriöser Oberflächen bei. Die vertikale Formatgebung und die grandiose architektonische Kulisse zeigen den Einfluss von Paolo Veronese, dessen Stil Quellinus während seines Aufenthalts in Venedig von etwa 1660 bis 1661 aufnahm. Die klassizistischen Tendenzen, die er von seinem Vater Erasmus Quellinus dem Jüngeren erbte, zeigen sich in der ausgewogenen Anordnung und den idealisierten Figuren, während die Einbeziehung grandioser architektonischer Elemente die charakteristische Weiterentwicklung des flämischen Klassizismus durch den Künstler darstellt.
Geschichte & Provenienz
Das Gemälde wurde von Kaiser Leopold I. für die Ausstattung des Hofburg-Palastes in Wien in Auftrag gegeben und bildete Teil einer Serie von fünfzehn Deckengemälden zum Leben Karls V., die Quellinus' bedeutendste Auftragsarbeit während seiner Tätigkeit als Hofmaler des habsburgischen Herrschers um 1680 darstellte. Das Werk entstand um 1681 während des Beschäftigungsverhältnisses des Künstlers in Wien. Bereits 1730 war das Gemälde in der kaiserlichen Galeriesammlung dokumentiert. Es gelangte anschließend in den Bestand des Kunsthistorischen Museums, wo es heute unter der Inventarnummer GG 1766 in der Gemäldegalerie verbleibt. Das Museum führt als Provenienz auf, dass es auf Befehl Kaiser Leopold I. für die Ausstattung der Hofburg gemalt wurde, mit dokumentarischer Bezeugung in der Galerie ab 1730.
Kontext
Jan Erasmus Quellinus (1634-1715) war einer der letzten bedeutenden Vertreter der großen flämischen Schule der Historien- und Porträtmalerei im siebzehnten Jahrhundert. Geboren in die angesehene Künstlerfamilie Quellinus, wurde er ab 1649 bei seinem Vater Erasmus Quellinus dem Jüngeren ausgebildet und reiste später nach Italien, wo er von 1657 bis 1659 in Rom als Mitglied der Bentvueghels lebte und den Spitznamen 'Seederboom' erhielt, und anschließend von etwa 1660 bis 1661 in Venedig. Seine Arbeit für den Habsburger Hof um 1680 stellte den Höhepunkt seiner internationalen Karriere dar und brachte die flämisch-klassizistische Historienmalerei in den Dienst der imperialen Propaganda. Die Wahl der Krönung Karls V. als Sujet war für Leopold I. besonders resonant, da sie den Höhepun of habsburgischer Macht und das Ideal der Universalmonarchie evozierte, das nachfolgende Generationen der Dynastie aufrechtzuerhalten suchten. Das Gemälde zeigt exemplarisch, wie Quellinus den Klassizismus seines Vaters mit der Grandiosität Veroneses und dem architektonischen Vokabular Palladios synthetisierte, um Werke zu schaffen, die den ideologischen Bedürfnissen seiner Auftraggeber entsprachen.
Nachwirkung
Die Krönung Karls V. in Bologna bleibt ein Schlüsselwerk der Sammlung des Kunsthistorischen Museums, ein Zeugnis der internationalen Reichweite flämischer Malerei und ihrer Fähigkeit, dynastische Ideologie über Europa hinweg zu dienen. Als Teil von Quellinus' Serie zum Leben Karls V. trägt das Gemälde zu unserem Verständnis bei, wie der Habsburger Hof visuelle Narrative imperialer Legitimation durch historische Präzedenzfälle konstruierte. Das Werk illustriert auch die späte Blüte flämischer Historienmalerei in den Händen eines Künstlers, der italienisierende Einflüsse erfolgreich in eine nördliche Idiom für den Hofkonsum übertrug. Quellinus' Schüler, zu denen Anthoni Schoonjans, Simon de Marets und zahlreiche andere gehörten, halfen bei der Verbreitung seines Ansatzes, doch sein Ruf wurde durch die Schwierigkeit, sein Werk von dem seines Vaters zu unterscheiden, etwas überschattet. Die fortwährende Präsenz des Gemäldes in Wien unterstreicht die nachhaltige habsburgische Investition in Kunst als Medium politischer Erinnerung, die die Krönung bewahrt, die sowohl den symbolischen Höhepunkt als auch den historischen Endpunkt der päpstlich-kaiserlichen Zusammenarbeit im Heiligen Römischen Reich markierte.
Artist & collection
Artist
Jan Erasmus Quellinus (1634 in Antwerp – 11 March 1715 in Mechelen) was a Flemish painter and draughtsman and a member of the famous Quellinus family of artists.












