Artwork

Herzog Philippe von Orleans (1640-1701)

Herzog Philippe von Orleans (1640-1701), by Justus van Egmont, oil, 1652
Herzog Philippe von Orleans (1640-1701), by Justus van Egmont, oil, 1652

Herzog Philippe von Orleans (1640-1701) is an oil painting by the Flemish Baroque painting artist Justus van Egmont. It dates from 1652 and is held in the collection of the Kunsthistorisches Museum.

About this work

Überblick

Das Werk befindet sich in der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums in Wien, wo es unter der Inventarnummer Gemäldegalerie 2763 geführt wird.

Herzog Philippe von Orleans (1640-1701) ist ein Ölgemälde auf Leinwand des flämischen Malers Justus van Egmont, das auf etwa 1651-1654 und genauer auf 1652 datiert wird. Mit den Maßen 140 mal 105 Zentimeter zeigt das Gemälde Philippe I., Herzog von Orléans, den jüngeren Bruder von König Ludwig XIV. von Frankreich, als Jüngling. Das Werk befindet sich in der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums in Wien, wo es unter der Inventarnummer Gemäldegalerie 2763 geführt wird. Als formelles Hofporträt eines führenden flämischen Künstlers der Epoche veranschaulicht das Gemälde die internationale Verbreitung barocker Porträtmalerei und die visuelle Projektion bourbonischer Dynastiemacht an den europäischen Höfen.

Sujet und Bedeutung

Das Porträt zeigt Philippe I., Herzog von Orléans (1640-1701), zweiter Sohn von Ludwig XIII. von Frankreich und Anna von Österreich sowie jüngerer Bruder von Ludwig XIV. Die Ikonographie bekräftigt seinen königlichen Status durch mehrere symbolische Elemente: Der mit goldenen Lilien bestickte blaue Mantel verkündet seine bourbonische Abstammung; das Hermelinfell kennzeichnet den fürstlichen Rang; und die schwere Goldkette mit sternförmigem Anhänger bezeugt seine Mitgliedschaft im Orden vom Heiligen Geist, dem höchsten Ritterorden der französischen Monarchie. Die auf einem drapierten Tisch zur Linken ruhende Krone deutet auf seine königliche Geburt und seine Nähe zum Thron hin, während das Zepter in seiner rechten Hand und der hohe Holzstab in seiner linken Autorität und militärisches Kommando suggerieren. Die geöffneten Vorhänge, die eine Landschaft mit Bäumen, Bergen und bewölktem Himmel enthüllen, schaffen eine theatralische Kulisse, die den Dargestellten in eine Welt von Macht und Privileg einrahmt. Der direkte Blick und die Dreiviertelpose projizieren das Selbstvertrauen und die Fassung, die seinem Stand angemessen sind.

Technik und Stil

Van Egmont führte das Porträt in Öl auf Leinwand aus und verwendete dabei die glatte, polierte Oberfläche, die für formelle Hofporträts charakteristisch ist. Das Licht fällt von links und beleuchtet das Gesicht, den Spitzenkragen und das Hermelinfell, während Schatten die schweren Stoffe modellieren. Die Pinselführung differenziert zwischen den Oberflächen: glatt und verfeinert im Gesicht und an den Händen, strukturreicher in den Stoffen und im Pelz. Die Farbpalette wird von Karmesinrot, Tiefblau, Weiß und Gold dominiert und erzeugt einen reichen, saturierten Effekt. Starke Chiaroscuro-Kontraste modellieren die Form der Figur und heben Details des aufwendigen Kostüms hervor. Die Komposition positioniert die Figur leicht außerhalb der Mitte vor einem tiefroten Vorhang, wobei die atmosphärische Perspektive in der Hintergrundlandschaft Tiefe und Distanz suggeriert. Diese Handhabung spiegelt van Egmonts flämische Ausbildung wider sowie seine Adaption internationaler barocker Konventionen an die Erfordernisse fürstlicher Porträtmalerei.

Geschichte und Provenienz

Das Gemälde entstand um 1652, während der Zeit von van Egmonts Tätigkeit als Hofporträtist. Seine Provenienz lässt sich bis zur Sammlung von Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich zurückverfolgen, dem habsburgischen Statthalter der Spanischen Niederlande und einem bedeutenden Mäzen und Sammler flämischer Kunst. Das Werk ist in der Galerieinventarierung bis 1715 nachweisbar, was seinen Platz in den Habsburger Sammlungen von früher Zeit an bestätigt. Es gelangte anschließend in den Bestand des Kunsthistorischen Museums, wo es heute in der Gemäldegalerie unter der Inventarnummer 2763 verbleibt. Das Gemälde befindet sich derzeit auf Schloss Ambras in Innsbruck, einer Zweigstelle des Kunsthistorischen Museums, obwohl es im zentralen Bestand des Museums katalogisiert ist.

Nachwirkung

Das Porträt bleibt bedeutsam als Dokument bourbonischer fürstlicher Identität und als Beispiel für die Reichweite flämischer Hofporträtmalerei über politische Grenzen hinweg. Seine Konservierung in den Habsburger Sammlungen, statt in Frankreich, illustriert die Streuung dynastischer Bildwerke durch diplomatische Kanäle und Sammelpraktiken. Das Nachleben des Werks ist mit seinem institutionellen Zuhause verbunden: Als Teil der Bestände des Kunsthistorischen Museums trägt es zu einer der bedeutendsten Sammlungen flämischer Malerei außerhalb der Niederlande bei. Das Gemälde wird weiterhin in digitalen Sammlungen und wissenschaftlichen Datenbanken reproduziert, was seine Zugänglichkeit für die Forschung zu barocker Porträtmalerei, habsburgischem Sammeln und der visuellen Repräsentation europäischer Aristokratie gewährleistet. Seine Zusammenstellung mit dem Porträt von Ludwig XIV. in derselben Sammlung lädt zu einer vergleichenden Analyse ein, wie van Egmont die öffentlichen Personae der königlichen Brüder differenzierte.

Philippe of France, Duke of Orleans
Philippe of France, Duke of Orleans, Unknown

Artist & collection

Artist

Justus van Egmont

Justus van Egmont or Joost van Egmont (1601 – 8 January 1674) was a painter and a tapestry designer during the 17th century.