Artwork

Die Jungfrau und das Kind

Die Jungfrau und das Kind, by Domenico Morone, paint, 1492
Die Jungfrau und das Kind, by Domenico Morone, paint, 1492

Die Jungfrau und das Kind is a paint painting by the Early Renaissance artist Domenico Morone. It dates from 1492 and is held in the collection of the Gemäldegalerie Berlin.

About this work

Übersicht

Die Jungfrau und das Kind ist ein Gemälde von Domenico Morone, datiert auf 1484, ausgeführt in Öl auf einer Pappelholztafel.

Die Jungfrau und das Kind ist ein Gemälde von Domenico Morone, datiert auf 1484, ausgeführt in Öl auf einer Pappelholztafel. Das Werk befindet sich in der Gemäldegalerie Berlin und stellt eine bedeutende frühe Leistung des Künstlers dar, der als Pionier der Renaissance-Malerei in Verona gilt. Diese Tafel ist Morones frühestes signiertes und datiertes Werk; einigen Quellen zufolge trägt es das Datum 29. April 1483, doch das Corpus-Verzeichnis gibt 1484 an. Das Gemälde zeigt Morones Auseinandersetzung mit den künstlerischen Ideen Andrea Mantegnas, die durch Giovanni Bellini und Francesco Benaglio vermittelt wurden, und markiert einen entscheidenden Moment in der Entwicklung der Renaissance-Kunst in Verona.

Thema und Bedeutung

Das Gemälde zeigt die Madonna mit dem Kind in einer Andachtskomposition. Die Jungfrau Maria sitzt und hält das stehende Jesuskind auf ihrem Schoß unter einem Rundbogen. Beide Figuren tragen Heiligenscheine, was ihren heiligen Status kennzeichnet. Das Kind steht unbekleidet auf einer Bank, eine Hand berührt den Mantel seiner Mutter, während die andere nahe seiner Brust erhoben ist. Die linke Hand der Jungfrau ruht in der Nähe eines sphärischen weißen Objekts auf der Bank, ein Element, das verschiedene Interpretationen hervorgerufen hat. Die Nacktheit des Kindes mag Unschuld oder Verletzlichkeit symbolisieren, während die architektonische Nische einen Eindruck von Einschließung vermittelt, der Schutz und Zuflucht suggeriert. Die Kugel bleibt ein rätselhaftes Merkmal, das möglicherweise Ganzheit, Vollkommenheit oder einen Himmelskörper darstellt. Die nebeneinandergestellten Gesichter von Mutter und Kind erzeugen eine komplementäre Dynamik: der gesenkte, kontemplative Blick der Mutter kontrastiert mit der lebendigen, dynamischen Präsenz des Sohnes.

Technik und Stil

Das Werk ist in Öl auf einer Pappelholztafel ausgeführt. Die Technik zeigt sorgfältige Zeichnung mit kontrolliertem Pinselstrich und einer glatten, gleichmäßigen Oberfläche auf der Haut. Feine lineare Details charakterisieren die Gewänder und Landschaftselemente. Die Palette ist begrenzt und wird von dunklen Tönen für den Mantel der Jungfrau dominiert, die sich vor helleren Hauttönen und Hintergrundfarben abheben. Ein leuchtend oranges Unterkleid ist an den Ärmeln und am Ausschnitt sichtbar, und ein gelber Schleier prägt die hellen Farben. Die Komposition ist frontal und zentriert, wobei der Bogen die Figuren rahmt. Das Licht fällt sanft auf Mutter und Kind, hebt ihre Züge hervor, während Teile des Hintergrunds im Schatten liegen, was Intimität schafft und die Aufmerksamkeit auf die zentralen Figuren lenkt. Die Perspektive ist etwas abgeflacht, erzeugt einen Tiefeneindruck, fehlt jedoch an präziser räumlicher Genauigkeit. Der Gesamteindruck verbindet mantegneske Formalität mit einem charakteristisch erdigen Realismus.

Geschichte und Provenienz

Das Gemälde ist auf 1484 datiert, doch einige Forschungen beziehen sich auf das Datum 29. April 1483. Es ist als Morones frühestes signiertes Werk dokumentiert und stellt somit einen entscheidenden Anhaltspunkt für das Verständnis der künstlerischen Entwicklung des Künstlers dar. Die Tafel befindet sich derzeit in der Gemäldegalerie Berlin, wo sie in der Sammlung aufbewahrt wird. Ihre Erwerbungsgeschichte und frühere Provenienz sind in den verfügbaren Quellen nicht im Detail ausgeführt, doch ihre Präsenz in einer bedeutenden deutschen Museumsammlung deutet auf eine etablierte Anerkennung ihrer Bedeutung zum Zeitpunkt des Erwerbs hin.

Kontext

Domenico Morone wurde um 1442 in Verona geboren und starb dort um 1518. Laut Vasari, der über venezianische Künstler außergewöhnlich gut informiert war, wurde Morone von Schülern des gotischen Malers Stefano da Verona unterrichtet. Diese frühe Tafel zeigt seine Hinwendung zu Andrea Mantegnas Ideen, die teilweise durch Giovanni Bellini und Francesco Benaglio gefiltert wurden. Sie stellt einen grundlegenden Moment in Morones Karriere dar, der seinen ambitionierteren narrativen Werken wie der Vertreibung der Bonacolsi aus Mantua (1494) vorausgeht. Das Gemälde etabliert Morone als Pionier der Renaissance-Malerei in Verona, indem es einen im Wesentlichen mantegnesken Stil mit einem charakteristisch erdigen Realismus durchdringt. Gelehrte haben die Schwierigkeit hervorgehoben, Morones persönlichen Beitrag genau zu bewerten, da so wenige dokumentierte Werke erhalten sind, von denen die meisten schwer beschädigt oder kollaborativ sind. Diese Tafel bleibt jedoch als einer der wenigen sicheren Anhaltspunkte für seinen frühen Stil von entscheidender Bedeutung.

Nachwirkung

Die Jungfrau und das Kind legte Ausgangspunkte für die nächste Generation veronesischer Maler fest, darunter Morones Sohn Francesco Morone, Michele da Verona, die Brüder Caroto und Girolamo dai Libri. Der Einfluss des Werkes liegt in seiner erfolgreichen Synthese mantegnesker formaler Strenge mit einer naturalistischeren, emotional zugänglicheren Behandlung heiliger Sujets. Als Morones frühestes signiertes und datiertes Gemälde diente es als fester Punkt für die Rekonstruktion seiner künstlerischen Entwicklung und für die Zuschreibung anderer Werke an seine Hand. Die Tafel befindet sich weiterhin in der Gemäldegalerie Berlin, wo sie weiterhin ein Schlüsseldokument der veronesischen Malerei des Quattrocento und der breiteren Verbreitung künstlerischer Ideen der Renaissance von Mantua und Venedig in provinzielle Zentren darstellt.

The Virgin and Child
The Virgin and Child, Unknown

Artist & collection

Portrait of Domenico Morone

Artist

Domenico Morone

Domenico Morone (c. 1442 – 1518) was an Italian painter from Verona, painting in an early Renaissance style. Much of his work has not survived, notably his fresco cycles. He was considered by Vasari to be second only to…

This work is in the public domain (CC0). Image source: Gemäldegalerie Berlin open access. Spotted an error in this record? Tell us.