Artwork

Dancing Couple in the Snow [reverse]

Dancing Couple in the Snow [reverse], by Ernst Ludwig Kirchner, oil, 1928
Dancing Couple in the Snow [reverse], by Ernst Ludwig Kirchner, oil, 1928

Dancing Couple in the Snow [reverse] is an oil painting by Ernst Ludwig Kirchner. It dates from 1928 and is held in the collection of the National Gallery of Art.

About this work

Achten Sie darauf, wie Kirchner Farbe einsetzt, um die Figuren nach vorne zu drängen.

Dieses Gemälde zeigt ein Paar, das im Schnee tanzt. Ihre Körper sind mit kräftigen Farben umrissen: Schwarz, Dunkelrot und Eisblau. Der Hintergrund ist gezackt und scharf, wie zerbrochenes Glas.

Kirchner malte dies in Deutschland zwischen 1928 und 1929. Die Körper des Paares neigen und verdrehen sich, wodurch der Tanz lebendig wirkt. Ihre Haut erscheint blassrosa vor dem kalten Blau.

Achten Sie darauf, wie Kirchner Farbe einsetzt, um die Figuren nach vorne zu drängen. Schauen Sie sich anschließend ein Gemälde von Kirchner, Ernst Ludwig an.

Überblick

Dancing Couple in the Snow [reverse] ist ein Ölgemälde auf Leinwand des deutschen Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner, entstanden im Jahr 1928. Mit den Maßen 56 x 90 cm (22 1/16 x 35 7/16 in.) befindet sich das Werk in der Sammlung der National Gallery of Art in Washington, D.C., wo es im East Building Mezzanine, Gallery E217, ausgestellt ist. Das Gemälde verkörpert Kirchners reife Schaffensphase und verbindet die verzerrte Figuration sowie die kräftigen Farben, die seinen Beitrag zum deutschen Expressionismus prägten, mit einem lyrischen, intimen Sujet. Der in Klammern gesetzte Titel [reverse] weist darauf hin, dass das Werk auf der Rückseite einer bereits bestehenden Leinwand gemalt wurde, eine Technik, die Kirchner gelegentlich anwandte. Das Gemälde gelangte 1989 als teilweise Schenkung mit Zusage von Ruth Cole Kainen und Jacob Kainen aus Chevy Chase, Maryland, in die National Gallery of Art; die Schenkung wurde 2012 vollzogen. Es trägt die Inventarnummer 1989.60.1.b.

Motiv und Bedeutung

Das Gemälde zeigt zwei stilisierte menschliche Figuren, die in einer Umarmung gefangen sind, die Tanz oder Bewegung suggeriert. Eine größere Figur mit kurzen dunklen Haaren hält eine kleinere Figur mit hellen Haaren; beide haben blassrosa Haut, vereinfachte Gesichtszüge sowie geschlossene oder gesenkte Augen mit roten Lippen. Die größere Figur trägt ein ärmelloses blaues Gewand, während die kleinere Figur blaue, gemusterte Hosen trägt. Ihre Gliedmaßen verschlingen sich in einer vertikalen Komposition, die körperliche Intimität und Bewegung vermittelt. Der Hintergrund ist hell mit diagonalen Strichen in Blau, Lila und Rot, die fallenden Schnee oder abstrakte Bewegung andeuten; eine Bodenfläche oder Landschaft ist nicht sichtbar. Die begrenzte Farbpalette aus Rosa, Blau und Rot mit Akzenten in Lila und Orange unterstreicht die winterliche Atmosphäre, ohne die emotionale Intensität zu mindern. Wissenschaftliche Interpretationen haben nahegelegt, dass die scheinbar sorglose Szene psychologische Komplexität tragen könnte. Die Umarmung der Figuren kann erzwungen wirken, und die eckigen Formen sowie die disharmonischen Farbwahl erzeugen eine Spannung unter der oberflächlichen Verspieltheit. Diese Ambiguität wirft Fragen auf: Feiert der Tanz neu gewonnene Freiheiten oder kommentiert er die Oberflächlichkeit von Vergnügen, das tiefere gesellschaftliche Probleme verschleiert? Damit spiegelt das Werk Kirchners anhaltendes Interesse am psychologischen Zustand des modernen Lebens wider.

Technik und Stil

Kirchner führte das Werk in Öl auf Leinwand aus und wandte eine Technik an, die durch lockere, expressive Pinselstriche mit sichtbaren Spuren auf der gesamten Oberfläche gekennzeichnet ist. Dunkle Konturen definieren die Formen, während das Licht gleichmäßig und diffus bleibt; minimale Schatten werden als dunklere Umrisse statt als modellierte Schattierung dargestellt. Die Farbpalette ist bewusst begrenzt und konzentriert sich auf Rosa, Blau und Rot mit Akzenten in Lila und Orange. Die Oberfläche ist matt und zeigt Risse sowie Rissmuster, die dem Alter des Gemäldes entsprechen. Die Malweise zeigt Kirchners Abkehr vom akademischen Naturalismus hin zu einem direkteren, emotional aufgeladenen Ansatz. Das Fehlen traditioneller Perspektive oder einer Bodenfläche, kombiniert mit der abstrahierten Behandlung des Hintergrunds, verortet das Werk eindeutig im expressionistischen Idiom. Der hölzerne Streifenrahmen, der die Leinwand umgibt, trägt oben ein Papieretikett mit handschriftlichem Text. Im gerahmten Zustand misst das Werk 83.2 x 113 x 6.3 cm (32 3/4 x 44 1/2 x 2 1/2 in.).

Geschichte und Provenienz

Das Gemälde befand sich bis zu seinem Tod im Jahr 1938 im Besitz von Kirchner und ging danach in den Nachlass über. Anschließend wurde es von der Galerie Roman Norbert Ketterer in Campione bei Lugano, Schweiz, gehandelt. Ruth Cole Kainen (1922-2009) und Jacob Kainen (1909-2001) aus Chevy Chase, Maryland, erwarben das Werk bei dieser Galerie. 1989 stifteten sie das Gemälde teilweise und mit Zusage an die National Gallery of Art; die Schenkung wurde 2012 vollendet. Das Werk wird seit mindestens 1968 in der wissenschaftlichen Literatur erwähnt, als Donald E. Gordon es als Nummer 923 in seinem Werkverzeichnis zu Kirchners Schaffen aufnahm. Das Gemälde wurde 2019-2020 in der Ausstellung Ernst Ludwig Kirchner (Neue) in der Neue Galerie New York gezeigt, wo es als nicht nummerierter Katalogeintrag erschien.

Kontext

Ernst Ludwig Kirchner war Gründungsmitglied von Die Brücke, der wegweisenden expressionistischen Gruppe, die 1905 in Dresden gegründet wurde. Zusammen mit Fritz Bleyl, Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel strebte Kirchner danach, eine neue Form künstlerischen Ausdrucks zu schaffen, die vergangene Traditionen mit zeitgenössischer Innovation verbinden sollte. Seine Werke wurden 1933 von den Nationalsozialisten als entartet gebrandmarkt, und 1937 wurden mehr als 600 seiner Arbeiten verkauft oder zerstört. Kirchners persönliche Geschichte, einschließlich seines freiwilligen Militärdienstes im Ersten Weltkrieg, seines anschließenden Zusammenbruchs und seiner Entlassung sowie seiner anhaltenden Kämpfe mit Abhängigkeit und psychischen Gesundheitsproblemen, prägte sein künstlerisches Schaffen tiefgreifend. Dancing Couple in the Snow [reverse] gehört zu einer Phase nach seinen Kriegstraumata und Sanatoriumsaufenthalten, als er sich in der Schweiz niedergelassen hatte. Das Werk spiegelt die breitere Entwicklung des deutschen Expressionismus wider, wie er die Zeit der Weimarer Republik nach dem Krieg durchlief, eine Ära politischer Instabilität und sozialer Umwälzungen. Kirchners fortgesetzte Verwendung verzerrter Figuration und störender Farben in dieser Periode diente als Form gesellschaftlicher Kritik an der deutschen Kultur vor, während und nach dem Krieg, gefiltert durch eine introspektive Linse.

Vermächtnis

Der Platz des Gemäldes in Kirchners Œuvre und in der breiteren Geschichte des deutschen Expressionismus wurde durch seine Aufnahme in bedeutende institutionelle Sammlungen und wissenschaftliche Kataloge gesichert. Seine Präsenz in der National Gallery of Art, einem der führenden Museen der Vereinigten Staaten, gewährleistet kontinuierlichen öffentlichen Zugang und wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Das Werk ist durch seine Verfügbarkeit auf Google Arts & Culture und Wikimedia Commons in den digitalen Raum eingetreten, wo es unter einer Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication gelistet ist, was eine breite Verbreitung und Studien ermöglicht. Die Ausstellung 2019-2020 in der Neue Galerie New York, einem Museum, das der deutschen und österreichischen Kunst des frühen zwanzigsten Jahrhunderts gewidmet ist, bekräftigte seine Bedeutung innerhalb von Kirchners Werk. Das Gemälde dient weiterhin als Referenzpunkt zum Verständnis der Entwicklung von Kirchners Stil, von der rohen urbanen Energie seiner Brücke-Jahre bis zu den kontemplativeren, dennoch psychologisch komplexen Werken seiner Schweizer Periode. Seine Zugänglichkeit sowohl in physischer als auch in digitaler Form unterstützt die fortgesetzte kritische Auseinandersetzung mit den Schnittstellen von persönlichem Trauma, gesellschaftlicher Kritik und formaler Innovation in Kirchners Kunst.

Dans
Dans, Iosif Iser

Artist & collection

Portrait of Ernst Ludwig Kirchner

Artist

Ernst Ludwig Kirchner

Ernst Ludwig Kirchner (6 May 1880 – 15 June 1938) was a German expressionist painter and printmaker.

This work is in the public domain (CC0). Image source: National Gallery of Art open access. Spotted an error in this record? Tell us.