Artwork

Jean-Etienne-Marie, Graf Portalis, Kultusminister (1749-1807)

Jean-Etienne-Marie, Graf Portalis, Kultusminister (1749-1807), by Pierre-Claude Gautherot, oil, 1806
Jean-Etienne-Marie, Graf Portalis, Kultusminister (1749-1807), by Pierre-Claude Gautherot, oil, 1806

Jean-Etienne-Marie, Graf Portalis, Kultusminister (1749-1807) is an oil painting by the Biedermeier artist Pierre-Claude Gautherot. It dates from 1806 and is held in the collection of the Palace of Versailles.

About this work

Überblick

Es befindet sich im Museum für Geschichte Frankreichs im Schloss Versailles und trägt die Inventarnummern MV 4729, INV 4706 und AC 1730.

Jean-Etienne-Marie, Graf Portalis, Kultusminister (1749-1807), ist ein Ganzkörperporträt, das 1806 vom französischen Künstler Pierre-Claude Gautherot gemalt wurde. Das in Öl auf Leinwand ausgeführte Werk misst 216 mal 139 Zentimeter. Es befindet sich im Museum für Geschichte Frankreichs im Schloss Versailles und trägt die Inventarnummern MV 4729, INV 4706 und AC 1730. Das Gemälde ehrt einen zentralen Architekten des napoleonischen Kodex und des Konkordats und zeigt den Staatsmann kurz vor seinem Tod auf dem Höhepunkt seines kaiserlichen Einflusses.

Darstellung und Bedeutung

Das Porträt zeigt Jean-Etienne-Marie Portalis zentral stehend, sein Körper ist leicht nach links gedreht. Er trägt einen aufwendigen dunkelblauen Mantel mit umfangreicher Gold- und Silberstickerei, einen roten Schärpen über der Brust, eine weiße Schärpe um die Taille und eine weiße Spitzenkrawatte, was auf sein hohes Amt und den Großadler der Ehrenlegion verweist. Seine linke Hand steckt in einem weißen, mit Pelz besetzten Umhang, der über seinem Arm liegt, während seine rechte Hand einen Federkiel über einem offenen Buch auf einem mit dunkelblaugrünem Tuch mit goldener Fransen bespannten Tisch hält. Weitere Papiere und ein kleiner Behälter liegen auf dem Tisch. Der Federkiel, das Buch und die Papiere dienen als ikonografische Hinweise auf seine Rolle als Hauptverfasser des Zivilgesetzbuchs und der Einleitung, die dem Tribunat vorgelegt wurde. Im Hintergrund bilden tiefrote Vorhänge mit goldenen Quasten und eine geriffelte Steinsäule den formellen Rahmen staatlicher Macht, während ein vergoldeter Stuhl mit roter Polsterung und ein geometrisch gemusterter Teppich in Grün, Gold und Creme die Szene abrunden.

Geschichte und Provenienz

Das 1806 entstandene Gemälde wurde im letzten Lebensjahr von Portalis angefertigt, als er als Minister für religiöse Angelegenheiten amtierte. Das Werk wird vom Museum für Geschichte Frankreichs im Schloss Versailles verwaltet, das der Réunion des musées nationaux untersteht. Seine institutionelle Provenienz ist über die Inventarnummern MV 4729, INV 4706 und AC 1730 dokumentiert. Spezifische Angaben zur ursprünglichen Auftragserteilung oder zur Ausstellungsgeschichte vor dem Eintritt in die Sammlung von Versailles sind in den verfügbaren Unterlagen nicht verzeichnet.

Kontext

Pierre-Claude Gautherot, 1769 in Paris geboren und bis zu seinem Tod 1825 aktiv, malte dieses Porträt während des Ersten Französischen Kaiserreichs. Das Werk fügt sich in eine breitere Tradition offizieller Porträtmalerei ein, die dazu diente, den napoleonischen Staatsapparat zu legitimieren und zu feiern. Portalis war eine entscheidende Figur in diesem Regime; er wurde von Bonaparte 1800 in die Kommission zur Ausarbeitung des Zivilgesetzbuchs berufen, zusammen mit Francois Denis Tronchet, Felix-Julien-Jean Bigot de Preameneu und Jacques de Maleville. Portalis verfasste die Einleitung sowie wichtige Artikel zu Ehe und Erbrecht. Zudem verhandelte er 1801 das Konkordat mit dem Papsttum. 1804 zum Kultusminister ernannt, erblindete Portalis fast vollständig vor seinem Tod 1807, nachdem eine Kataraktoperation fehlgeschlagen war. Napoleon gewährte ihm ein Staatsbegräbnis und ließ seine sterblichen Überreste im Pantheon beisetzen.

Nachwirken

Das Porträt bewahrt das visuelle Gedächtnis an einen Juristen, dessen gesetzgeberische Arbeit weit über die Grenzen des Ersten Kaiserreichs hinausreichte. Das Zivilgesetzbuch, 1804 verkündet und 1807 in napoleonischen Kodex umbenannt, wurde zum grundlegenden Rechtsrahmen für weite Teile Europas, Südamerikas sowie Teile des Nahen Ostens und Asiens. In Frankreich wird Portalis physisch geehrt durch eine Statue vor dem Gerichtsgebäude von Aix-en-Provence, eine Marmorfigur von Joseph Osbach im Kassationshof, eine Büste im Staatsrat sowie nach ihm benannte Straßen in Paris und Aix. 1973 festigte die französische Post seinen historischen Rang weiter durch die Ausgabe einer Briefmarke, die sein Bildnis neben Napoleon Bonaparte zeigt.

General Étienne-Maurice Gérard (1773–1852), Marshal of France
General Étienne-Maurice Gérard (1773–1852), Marshal of France, Jacques-Louis David

Artist & collection

Artist

Pierre-Claude Gautherot

Pierre-Claude Gautherot (1769–1825), usually referred to as either Claude Gautherot or Pierre Gautherot, was a French artist.

This work is in the public domain (CC0). Image source: Palace of Versailles open access. Spotted an error in this record? Tell us.