Artwork
Portrait of a woman in negligée

Portrait of a woman in negligée is an oil painting by the Rococo painting artist Anna Dorothea Therbusch. It dates from 1769 and is held in the collection of the Gemäldegalerie Berlin.
About this work
Übersicht
Portrait of a woman in negligée ist ein 1769 von der preußischen Rokoko-Künstlerin Anna Dorothea Therbusch vollendetes Ölgemälde auf Leinwand.
Portrait of a woman in negligée ist ein 1769 von der preußischen Rokoko-Künstlerin Anna Dorothea Therbusch vollendetes Ölgemälde auf Leinwand. Mit den Maßen 54,5 mal 78,5 Zentimeter zeigt das Werk eine nicht identifizierte sitzende Frau in einem intimen, informellen Gewand. Das Gemälde befindet sich in der Gemäldegalerie Berlin, die Teil der Staatlichen Museen zu Berlin ist. Es entstand im Jahr, als Therbusch nach ihrer fordernden, aber prägenden Zeit in Paris nach Berlin zurückkehrte. Das Porträt verkörpert den reifen Stil der Künstlerin und ihre erfolgreiche Bewältigung der höfischen Porträtmalerei, eines Genres, das ihr in ihrer späteren Karriere beträchtlichen Ruhm einbrachte.
Motiv und Bedeutung
Das Gemälde zeigt eine junge Frau, die innerhalb eines ovalen Rahmens sitzt und ein weites, weißes, schulterfreies Negligé trägt, das an der Taille mit einem hellblauen Gürtel zusammengehalten wird. Ihr gepudertes Haar ist hochgesteckt und kunstvoll gelockt, was ihren elitären sozialen Status signalisiert. Sie stützt den rechten Ellbogen auf einen kleinen Holztisch mit vergoldeten Akzenten und hebt die Hand in Schulterhöhe, während ihre linke Hand einen kleinen Blumenstrauß im Schoß hält. Auf dem Tisch stehen grüne Keramikgefäße mit Goldverzierungen und eine kleine rote Schale. Perlenarmbänder schmücken beide Handgelenke. Das Negligé, ein Kleidungsstück der ungezwungenen Kleidung, kombiniert mit dem Blumenstrauß, führt eine Ikonographie der Intimität, Sinnlichkeit und häuslichen Gelassenheit ein. Solche Attribute und Stillleben-Elemente boten die symbolische Ebene, die Mitglieder der Eliteklasse gerne zur Darstellung ihres Reichtums, ihres Status und ihrer verfeinerten gesellschaftlichen Position nutzten.
Technik und Stil
Therbusch verwendet eine Palette aus sanften Weißtönen, hellen Blautönen und warmen Fleischfarben, die vor tiefen Brauntönen und gedämpften Grüntönen gesetzt sind, wobei hinter der Dargestellte ein grüner Vorhang sichtbar ist. Das Licht fällt gleichmäßig auf die Figur und beleuchtet das leuchtende Gewand des Kleides sowie die runden Formen von Armen und Gesicht. Ihr Pinselstrich ist im Wiedergeben von Haut und Stoffen glatt und verschwommen, was eine polierte Oberfläche mit sorgfältiger Aufmerksamkeit für den Glanz von Seide und die Weichheit der Haut demonstriert, während der Hintergrundvorhang eine sichtbarere Textur erhält. Diese technische Meisterschaft in der Darstellung luxuriöser Materialien stimmt mit zeitgenössischen Beobachtungen überein, wonach Therbusch Seide wie Gerard ter Borch und Haut wie Peter Paul Rubens malen konnte, eine Assimilation von Einflüssen, die sie während ihrer Zeit in Paris und ihrer früheren Studie französischer Rokoko-Meister verfeinerte. Handschriftliche Inschriften erscheinen in den oberen Ecken des ovalen Rahmens.
Geschichte und Provenienz
Das Gemälde stammt aus dem Jahr 1769, einem entscheidenden Jahr, das Therbuschs Rückkehr nach Berlin nach ihrer Abreise aus Paris markierte, wo sie hoch verschuldet, aber künstlerisch verfeinert war. Obwohl die genaue Auftragsvergabe und die frühe Besitzkette dieses spezifischen Werks in den bereitgestellten Quellen nicht verzeichnet sind, fällt seine Entstehung in die Zeit, als Therbusch sich in Preußen neu etablierte und zu einer der begehrtesten Porträtmalerinnen Berlins wurde. Das Gemälde gelangte schließlich in die Sammlung der Gemäldegalerie Berlin. Es wurde in jüngsten technischen Studien zwischen 2022 und 2024 einbezogen, bei denen die Staatlichen Museen zu Berlin Stereomikroskopie, Röntgenradiographie, UV-Fluoreszenzprüfung und Infrarotreflektologie nutzten, um Therbuschs Arbeitsmethoden und Materialien in ihrem gesamten Œuvre zu analysieren.
Kontext
Anna Dorothea Therbusch schuf im achtzehnten Jahrhundert eine bemerkenswerte internationale Karriere, zu einer Zeit, als der Zugang zu künstlerischen Akademien und Bildung für Frauen strukturell behindert war. Geboren in einer Malerfamilie, erhielt sie ihre erste Ausbildung von ihrem Vater Georg Lisiewsky und nahm den frederizianischen Rokoko-Stil durch Künstler wie Antoine Pesne auf. Nach einer zwanzigjährigen Pause zur Erziehung ihrer Kinder nahm sie 1761 im Alter von vierzig Jahren ihre professionelle Tätigkeit als Malerin wieder auf. Sie erreichte die seltene Leistung, Mitglied mehrerer Akademien zu sein, darunter Stuttgart, Bologna, Wien und die Académie Royale in Paris, die sie 1767 trotz anfänglichen Widerstands aufnahm. Nach ihrer Rückkehr nach Berlin im Jahr 1769 sicherte sie sich die königliche Protektion von Friedrich dem Großen und Katharina der Großen und etablierte sich als führende Porträtmalerin und Malerin mythologischer Szenen.
Vermächtnis
Therbuschs Vermächtnis hat in den letzten Jahren eine erhebliche Wiederbelebung erfahren, angetrieben sowohl von Kunsthistorikern als auch von der Öffentlichkeit. Feministische Wissenschaftlerinnen wie Ann Sutherland Harris, Linda Nochlin, Rozsika Parker und Griselda Pollock führten sie zunächst wieder in den englischsprachigen Kanon ein und betonten die strukturellen Hindernisse, die sie überwand. Zum 300. Geburtstag im Jahr 2021 organisierte die Gemäldegalerie die Ausstellung Anna Dorothea Therbusch: A Berlin Woman Artist of the Age of Enlightenment. Diese Ausstellung löste ein umfassendes Forschungsprojekt aus, das in einer Veröffentlichung von 2024 und einem internationalen Symposium gipfelte, die ihre Arbeitsmethoden, Netzwerke und innovativen Darstellungen weiblicher Figuren neu bewerteten. Diese Bemühungen haben ihren Ruf nicht nur als Porträtmalerin, sondern als zentrale Figur der europäischen Aufklärung gefestigt, die die geschlechtsspezifischen Beschränkungen ihrer Ära navigierte und unterlief.
Artist & collection
Artist
Anna Dorothea Therbusch (born Anna Dorothea Lisiewski, Polish: Anna Dorota Lisiewska, 23 July 1721 – 9 November 1782) was a prominent Rococo painter born in the Kingdom of Prussia.

















