Artwork

Maria mit dem Kind, Hieronymus, Antonius von Padua und zwei Engeln

Maria mit dem Kind, Hieronymus, Antonius von Padua und zwei Engeln, by Matteo di Giovanni, paint, 1330
Maria mit dem Kind, Hieronymus, Antonius von Padua und zwei Engeln, by Matteo di Giovanni, paint, 1330

Maria mit dem Kind, Hieronymus, Antonius von Padua und zwei Engeln is a paint painting by the Sienese School artist Matteo di Giovanni. It dates from 1330 and is held in the collection of the Gemäldegalerie Berlin.

About this work

Übersicht

Diese Tafel belegt seine Fähigkeit, naturalistische Figurenmodellierung mit den dekorativen Konventionen der sienesischen Schule in Einklang zu bringen.

Maria mit dem Kind, Hieronymus, Antonius von Padua und zwei Engeln ist ein religiöses Gemälde des sienesischen Künstlers Matteo di Giovanni di Bartolo (um 1430-1497), in Tempera auf einer Pappelholztafel ausgeführt. Das Werk befindet sich in der Gemäldegalerie Berlin und stellt ein bedeutendes Beispiel der sienesischen Andachtsmalerei des späten 15. Jahrhunderts dar. Matteo di Giovanni, einer der führenden Maler seiner Heimatstadt in den Jahrzehnten nach dem Tod von Sano di Pietro, schuf zahlreiche Altarbilder und private Andachtstafeln, die durch ihre verfeinerte Technik und die traditionelle Ästhetik des Goldgrundes gekennzeichnet sind. Diese Tafel belegt seine Fähigkeit, naturalistische Figurenmodellierung mit den dekorativen Konventionen der sienesischen Schule in Einklang zu bringen.

Thema und Bedeutung

Das Gemälde zeigt die Jungfrau Maria sitzend mit dem Christuskind auf dem Schoß, flankiert von vier begleitenden Figuren. Links steht der Heilige Hieronymus, erkennbar an seiner kahlen Kopfhaut, dem grauen Bart und dem roten Gewand; sein Blick ist in kontemplativer Haltung nach unten gerichtet. Rechts erscheint der Heilige Antonius von Padua, tonsuriert und in einem grauen Franziskanergewand gekleidet, der ein kleines Buch hält und eine Hand zum Gesicht erhebt, in einer Geste der Verehrung oder geistigen Reflexion. Hinter diesen beiden Heiligen nehmen zwei blonde Engel mit goldenen Heiligenscheinen den Hintergrund ein; einer falte die Hände, während der andere eine Hand nahe der Wange in Haltungen der Anbetung hält. Das Christuskind, in Weiß gekleidet, hält eine Schnur roter Perlen, ein Attribut, das auf Gebet oder den Rosenkranz verweisen könnte. Maria trägt ihre traditionelle Farbkombination aus rotem Kleid und blauem Mantel, mit einem durchscheinenden weißen Schleier über dem hellen Haar und einem großen, getriebenen goldenen Heiligenschein. Die Komposition betont das heilige Gespräch zwischen irdischer und himmlischer Sphäre, wobei die Heiligen und Engel die göttliche Mutterschaft Marias bezeugen. Die Paarung von Hieronymus und Antonius von Padua, beide bekannt für ihre Schriften und Predigten über die Jungfräulichkeit Marias, schafft einen theologischen Rahmen, der die doktrinäre Bedeutung der Szene unterstreicht.

Technik und Stil

Das Werk ist in Tempera auf Pappelholz ausgeführt, einem für die sienesische Tafelmalerei typischen Untergrund. Die Oberfläche zeigt feine Risse und einen glatten, matten Finish, der für die Eitemperatechnik charakteristisch ist. Der Farbauftrag ist präzise, mit zarten linearen Details in den Falten der Gewänder und den Gesichtszügen. Die Farbpalette wird von tiefem Blau, Zinnoberrot, Weiß und Gold dominiert; das Licht fällt gleichmäßig auf die Figuren und erzeugt eine weiche Modellierung. Der dunkle Hintergrund lässt die Figuren nach vorne treten und schafft einen flachen, aber klar definierten Bildraum. Ein dekorativer Goldrand verläuft entlang der oberen Kante und bewahrt die ornamentale Tradition des sienesischen Goldgrundes, auch wenn der Künstler eine naturalistischere Figurenmodellierung anwendet. Die überlappende räumliche Anordnung der Figuren und ihre naturalistischen Proportionen belegen Matteo di Giovannis Auseinandersetzung mit den Entwicklungen der Renaissance im Bereich des Bildraums, während der gesamte dekorative Effekt in den lokalen sienesischen Konventionen verwurzelt bleibt. Die Behandlung des durchscheinenden Schleiers und des getriebenen Heiligenscheins zeigt eine besondere technische Verfeinerung.

Geschichte und Provenienz

Spezifische Details zur Auftragsvergabe und zur frühen Besitzgeschichte dieser Tafel sind in den verfügbaren Quellen nicht dokumentiert. Das Gemälde befindet sich derzeit in der Gemäldegalerie Berlin, wo es in die Sammlung aufgenommen wurde. Die Provenienz vor der Ankunft in Berlin ist in den vorliegenden Quellen nicht geklärt. Das Werk war in den konsultierten Quellen nicht Gegenstand einer umfangreichen publizierten Ausstellungsgeschichte. Eine verwandte Komposition von Matteo di Giovanni mit dem Titel Madonna und Kind mit Heiligen und Engeln, die die Heiligen Hieronymus und Bernhardin von Siena zeigt, wurde 1925 von Henry Walters erworben und befindet sich heute im Walters Art Museum in Baltimore; dies deutet darauf hin, dass der Künstler dieses Andachtsformat in mehreren Varianten erforschte. Eine weitere vergleichbare Tafel, Madonna und Kind mit den Heiligen Hieronymus und Maria Magdalena, befindet sich in der Sammlung des Metropolitan Museum of Art in New York, wobei dieses spätere Werk in Bezug auf die begleitenden Heiligen abweicht.

Kontext

Matteo di Giovanni war in Siena während einer Phase bedeutender künstlerischer Umbrüche tätig, von etwa 1430 bis zu seinem Tod im Jahr 1497. Seine Karriere erstreckte sich über die Zeit, in der florentinische Innovationen in Perspektive und Naturalismus zunehmend Maler in ganz Mittelitalien beeinflussten, wobei die sienesisch Schule jedoch eine distinctive Bindung an dekorative Eleganz und die Goldgrundtradition bewahrte. Matteo di Giovannis Werk verkörpert diese Verhandlung zwischen Alt und Neu: Seine Figuren zeigen naturalistische Modellierung und räumliches Bewusstsein, doch seine Kompositionen bewahren häufig die formale Klarheit und ornamentalen Oberflächen, die mit der früheren sienesischen Malerei verbunden sind. Das Thema der Madonna mit Kind und begleitenden Heiligen war ein fester Bestandteil der sienesischen Andachtskunst und wurde sowohl für Altarbilder als auch für private Andacht geschaffen. Das schmale vertikale Format dieser Tafel deutet darauf hin, dass sie möglicherweise für private Kontemplation und nicht für eine öffentliche liturgische Aufstellung bestimmt war. Die kritische Rezeption von Matteo di Giovanni hat ihn allgemein als konservativen, aber hochkompetenten Praktiker positioniert, der die sienesische künstlerische Identität angesichts der florentinischen Dominanz bewahrte. Seine Werke sind heute in großen europäischen und amerikanischen Sammlungen verteilt, was ihre anhaltende Wertschätzung durch Sammler und Museen bezeugt.

Mary with the Child, Saint Jerome, Catherine of Siena and two angels
Mary with the Child, Saint Jerome, Catherine of Siena and two angels, Matteo di Giovanni

Artist & collection

Portrait of Matteo di Giovanni

Artist

Matteo di Giovanni

A 15th-century Italian painter from the Renaissance era, Matteo di Giovanni’s altarpieces glow with soft golds and deep reds.

This work is in the public domain (CC0). Image source: Gemäldegalerie Berlin open access. Spotted an error in this record? Tell us.