Artwork

Gray Stallion

Gray Stallion, by after Théodore Gericault, oil, 1850
Gray Stallion, by after Théodore Gericault, oil, 1850

Gray Stallion is an oil painting by the Impressionist artist after Théodore Gericault. It dates from 1850 and is held in the collection of the National Gallery of Art.

Inscription
Inscribed:falsely inscribed lower left: Gericault

About this work

Überblick

Mit den Maßen 59,7 mal 74,4 Zentimeter isoliert die Komposition ein einzelnes, ungesatteltes graues Pferd vor einem dunklen, undefinierten Hintergrund.

Grauer Hengst ist ein Ölgemälde auf Leinwand, das um 1850 oder später als Werk nach Théodore Géricault entstand. Mit den Maßen 59,7 mal 74,4 Zentimeter isoliert die Komposition ein einzelnes, ungesatteltes graues Pferd vor einem dunklen, undefinierten Hintergrund. Das Gemälde zeichnet sich durch eine falsche Signatur Géricaults aus, die unten links angebracht ist, was seinen Status als posthume Imitation oder Replik und nicht als eigenhändiges Werk des französischen Meisters unterstreicht. Heute befindet sich das Gemälde in der Sammlung der National Gallery of Art in Washington, D.C., wo es 1984 als Schenkung in das Museum gelangte.

Motiv und Bedeutung

Das Motiv ist ein kräftiger grauer Hengst, der im Profil nach links gewandt steht, ohne Sattel, Zaumzeug oder menschliche Begleitung. Das Tier wendet den Kopf leicht dem Betrachter zu, der Mund ist geöffnet und zeigt Zähne sowie einen dunklen Innenraum, während ein sichtbares rötliches Auge eine lebendige, etwas aufgeregte Präsenz vermittelt. Die welligen Mähnensträhnen und der lange, fließende Schweif unterstreichen das Gefühl von Vitalität. Durch die Isolierung des Pferdes in einem undefinierten, fast schwarzen Raum ohne Landschaft oder Architektur konzentriert sich die Komposition vollständig auf die physische Präsenz des Tieres und seine rohe, natürliche Kraft und spiegelt Géricaults lebenslange Faszination für equine Motive sowie seine romantische Betonung von visceraler Emotion gegenüber neoklassischer Ordnung wider.

Technik und Stil

Ausgeführt in Öl auf Leinwand, verwendet das Gemälde eine zurückhaltende Palette aus warmen Grau- und Silbertönen, die vor tiefen Brauntönen und fast schwarzen Schatten gesetzt sind. Das Licht trifft den Hengst von links, beleuchtet Schulter, Flanke und Gesicht, während die Unterseite und die Beine im Schatten bleiben. Die Pinselführung variiert über die Oberfläche: Der Körper weist verschmolzene, glatte Partien auf, die Muskulatur und Glanz andeuten, wohingegen Mähne und Schweif mit lockeren, strukturierteren Strichen wiedergegeben sind. Ein schmaler Streifen helleren Brauns unter den Hufen markiert den Boden. Der Gesamteindruck ist malerisch und nicht hochdetailliert, was einen atmosphärischen, romantischen Stil widerspiegelt, der sich von verfeinerten neoklassischen Konventionen löst.

Geschichte und Provenienz

Auf um 1850 oder später datiert, entstand das Werk lange nach Géricaults Tod im Jahr 1824, was durch die falsche Signatur bestätigt wird. Die dokumentierte Provenienz beginnt mit Henry Nugent Banks (1828-1883) und Percy Moore Turner (gestorben vor 1951), gefolgt von der Ehrenwerten Mrs. Rupert Baring (1913-1970). Das Gemälde gelangte über die Londoner Händler Frank Partridge and Sons in die Sammlung von Mr. and Mrs. Paul Mellon in Upperville, Virginia, bis 1967. Bei der Auktion der Mellon-Sammlung bei Christie's in New York am 15. November 1983 (Los 3) wurde das Werk zurückgezogen und anschließend 1984 als Schenkung an die National Gallery of Art übergeben, wo es die Inventarnummer 1984.29.2 erhielt. Es wurde 1967 im Virginia Museum of Fine Arts ausgestellt und von 1993 bis 1995 in einer verlängerten Leihe beim US-Landwirtschaftsministerium in Washington, D.C., gezeigt.

Kontext

Das Gemälde steht im weiteren Kontext von Théodore Géricaults tiefgreifendem Einfluss auf den französischen Romantik, einer Bewegung, die sich durch ihre Fokussierung auf Emotion, Individualität und das Erhabene auszeichnet. Géricault war ein lebenslanger Pferdeliebhaber, der häufig dramatische, aufbäumende Pferde darstellte, dabei Lehren von Alten Meistern wie Michelangelo und Rubens aufnahm und zugleich schnelle, energiegeladene Pinselstriche sowie kontrastreiche Lichteffekte einsetzte. Obwohl Grauer Hengst eine spätere Kopie ist, setzt er sich direkt mit Géricaults ikonischen equinen Motiven auseinander. Die wissenschaftliche Katalogisierung des Werkes umfasst Einträge von Philippe Grunchec im Jahr 1978, der National Gallery of Art im Jahr 1985, Germain Bazin im Jahr 1989 und Lorenz Eitner im Jahr 2000, wodurch die Replik in die fortlaufende kritische Bewertung und Katalogisierung von Géricaults Œuvre eingeordnet wird.

Vermächtnis

Als posthume Imitation zeigt Grauer Hengst die anhaltende Marktnachfrage und das kulturelle Interesse an Géricaults equiner Bildsprache während des gesamten neunzehnten Jahrhunderts. Die vorsätzliche Fälschung der Signatur unterstreicht den kommerziellen Wert, der mit Géricaults Namen und seinem Ruf als herausragender Pferdemaler verbunden war. Obwohl das Werk nicht über die eigenhändige Autorität von Géricaults Hand verfügt, hebt seine Aufnahme in die Sammlung von Paul Mellon und den systematischen Katalog der National Gallery of Art seine Rolle im breiteren historischen und wissenschaftlichen Verständnis von Géricaults Nachleben und der Verbreitung seiner romantischen Vision hervor.

A Horse
A Horse, Théodore Géricault

Artist & collection

This work is in the public domain (CC0). Image source: National Gallery of Art open access. Spotted an error in this record? Tell us.