Artwork
Interior with Woman at the Spinning Wheel

Interior with Woman at the Spinning Wheel is an unspecified painting by the Dutch Golden Age artist Esaias Boursse. It dates from 1661 and is held in the collection of the Rijksmuseum. Interieur met een vrouw aan het spinnewiel, naast ihr wärmt sich ein Mann am Kamin.
About this work
Sujet und Bedeutung
Das Spinnrad trug in der niederländischen Kunst des siebzehnten Jahrhunderts eine vielschichtige Bedeutung.
Das Gemälde steht in der Tradition der niederländischen Genremalerei und zeigt eine ruhige häusliche Innenszene, in deren Mittelpunke eine Frau am Spinnrad steht. Solche Darstellungen von Frauen beim Spinnen, Nähen oder der Feuerpflege bildeten den Kern des Werks von Esaias Boursse, der sich vorwiegend mit Familienleben und Hausarbeit befasste. Das Spinnrad trug in der niederländischen Kunst des siebzehnten Jahrhunderts eine vielschichtige Bedeutung. Es war mit der Tugend der Huiselijkkeit verbunden, mit Häuslichkeit, Fleiß und der sittlichen Ordnung des Hauses, und wurde häufig dazu verwendet, die gewöhnliche Arbeit der Frau zum Symbol für Industriosität, Keuschheit und stille Tugend zu erheben. Indem Boursse eine einzelne Frau bei ihrer Arbeit in einem schlichten Interieur zeigte, schloss er sich Zeitgenossen wie Pieter de Hooch, Quiringh van Brekelenkam und Cornelis de Man an, deren zurückhaltende Kompositionen ebenso die Würde alltäglicher häuslicher Routinen feierten.
Technik und Stil
Das Gemälde ist in Öl auf Leinwand ausgeführt und misst 60 × 49 cm. Seine Komposition konzentriert sich auf eine Frau am Spinnrad in einer häuslichen Innenszene, wiedergegeben in einer zurückhaltenden Farbpalette aus gedämpften Grautönen, bläulichen Grau und gelblich-braunen Nuancen. Die Malweise betont eine ruhige, flächige Raumtiefe, mit sorgfältig ausbalanciertem Licht, das die Formen subtil modelliert und den Raum durch kontrollierte Kontraste statt durch dramatisches Chiaroscuro ordnet. Die Geometrie des Raumes, Türdurchgänge, Bodenfliesen und Möbel unterstützen eine zurückhaltende, fast stilllebenhafte Harmonie, die mit den niederländischen Interieurtraditionen der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts übereinstimmt.
Geschichte und Provenienz
Esaias Boursse schuf das Gemälde Interior with Woman at the Spinning Wheel im Jahr 1661. Das Werk ist in Öl auf Leinwand ausgeführt und misst 60 × 49 cm. Es befindet sich heute in der Sammlung des Rijksmuseum in Amsterdam. Die Entstehung dieses Stückes fiel in eine besondere Phase des Künstlerlebens; im Jahr 1661 verließ Boursse Amsterdam, um mit der Niederländischen Ostindien-Kompanie nach Ceylon zu segeln, eine Reise, die bis 1663 dauerte. Folglich wurde das Gemälde wahrscheinlich kurz vor seiner Abreise oder während seiner ersten Vorbereitungen für die Seereise geschaffen und spiegelt seinen Fokus auf häusliche Genreszenen vor seiner Zeit im Ausland wider.
Interior with Woman at the Spinning Wheel, 1661 von Esaias Boursse gemalt, befindet sich in der Sammlung des Rijksmuseum Amsterdam. Es trägt die Inventarnummer SK-A-2650. Das Werk wurde in der Ausstellung des Rijksmuseum von 1984 "Dutch Masters of the Seventeenth Century" gezeigt und erneut in der Ausstellung von 2015 "Dutch Golden Age: The Art of Esaias Boursse".
Kontext
Esaias Boursse (1631-1672) war ein Maler des niederländischen Goldenen Zeitalters, der vorwiegend als Genre-Künstler tätig war und intime häusliche Interieurs schuf, in denen Frauen bei Haushaltsarbeiten wie Spinnen, Nähen und Kochen dargestellt waren. Seine stilistischen Affinitäten liegen bei den Malern der Delfter Schule Pieter de Hooch, Quiringh van Brekelenkam und Cornelis de Man, und seine Interieurs werden auch mit denen von Jacobus Vrel verglichen. Frühere Kunsthistoriker zählten Boursse zu den Schülern Rembrandts, weil beide in derselben Amsterdamer Straße, der Sint Antoniebreestraat, lebten, doch gibt es dafür keine objektiven Belege. Aus seinem Werk sind etwa 28 Gemälde überliefert, die Mehrheit befindet sich in Privatsammlungen, mit Beispielen im Rijksmuseum Amsterdam, der Wallace Collection, dem Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen und der Gemäldegalerie in Berlin. Boursse konnte sich nicht allein durch die Malerei finanziert, eine Situation, die mit der von Jan Steen und Johannes Vermeer vergleichbar ist, und er segelte zweimal mit der VOC, bis er 1672 an Bord der Rhenen auf See starb. Die Forschung zum Künstler umfasst Einträge von Wilhelm Martin im Thieme-Becker Künstlerlexikon und von Fred G. Meijer im Allgemeinen Künstlerlexikon.
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