Artwork

Selbstbildnis in einem Raum

Selbstbildnis in einem Raum, by Aleksander Kokular, oil, 1830
Selbstbildnis in einem Raum, by Aleksander Kokular, oil, 1830

Selbstbildnis in einem Raum is an oil painting by the Biedermeier artist Aleksander Kokular. It dates from 1830 and is held in the collection of the National Museum in Warsaw.

About this work

Überblick

Mit den Maßen 55 mal 72,5 Zentimeter wird das Werk als Porträt klassifiziert und zeigt den Künstler in einem häuslichen Interieur.

Selbstbildnis in einem Raum ist ein 1830 vom polnischen Künstler Aleksander Kokular geschaffenes Ölgemälde auf Leinwand. Mit den Maßen 55 mal 72,5 Zentimeter wird das Werk als Porträt klassifiziert und zeigt den Künstler in einem häuslichen Interieur. Es befindet sich derzeit in der Sammlung des Nationalmuseums in Warschau. Das Gemälde stellt ein bedeutendes Dokument der Umgebung und beruflichen Identität des Künstlers dar, entstanden in einer entscheidenden Phase seiner Karriere, kurz vor der Schließung des Warschauer Lyzeums, an dem er lehrte.

Motiv und Bedeutung

Das Gemälde zeigt Kokular auf einem Stuhl nahe einem Fenster sitzend, in dunkler Kleidung und leicht zum Betrachter gewandt. Der geräumige Raum um ihn herum fungiert als Porträt seines beruflichen Lebens. Helle rosa Wände und eine hell gestrichene Decke mit schlichtem Stuck rahmen eine dichte, vom Boden bis zur Decke reichende Ansammlung von Gemälden unterschiedlicher Größe ein, darunter große mythologische oder religiöse Szenen über kleineren Landschaften und Porträts. Eine weiße Büste steht auf einem mit Büchern gefüllten Bücherregal, während rote Holzmöbel, einschließlich eines Schranks und einer Truhe, an der linken Wand stehen, die mit kleinen weißen Skulpturen bestückt ist. Ein runder Tisch, bedeckt mit einem grünen Tuch und einer Flasche, befindet sich nahe dem Fenster. Diese sorgfältig konstruierte Umgebung vermittelt die Identität des Künstlers als kultivierter Sammler und Kenner und spiegelt seine dokumentierten Aktivitäten wider, antike Gemälde aus der Sammlung des Grafen Potocki zu restaurieren und zu verkaufen sowie seine eigene Sammlung zeitgenössischer Werke zu pflegen.

Technik und Stil

Kokular verwendete Ölfarbe auf Leinwand mit glatter, präziser Pinselführung und legte großen Wert auf architektonische Details und Oberflächenstrukturen. Die Komposition wird von Licht erhellt, das von Fenstern auf der rechten Seite einfällt und weiche Schatten über den Holzboden wirft. Die gesamte Farbpalette verbindet die warmen Rottöne der Holzmöbel und die Rosatöne der Wände mit neutralen Tönen und den goldenen Nuancen der gerahmten Kunstwerke. Diese kontrollierte Handhabung von Licht und Farbe spiegelt die akademischen Prinzipien wider, die Kokular während seines Studiums in Wien bei Johann Baptist von Lampi dem Älteren und in Rom unter dem Einfluss von Vincenzo Camuccini verinnerlichte.

Geschichte und Provenienz

Kokular malte das Werk im Jahr 1830. Das Kunstwerk befindet sich derzeit im Nationalmuseum in Warschau, das mindestens vierzehn Gemälde des Künstlers besitzt. Die spezifische Besitzkette vor dem Erwerb durch das Museum ist in den verfügbaren Quellen nicht dokumentiert, obwohl seine Entstehung mit dem letzten Lehrjahr Kokulars am Warschauer Lyzeum zusammenfällt, bevor die russische Regierung die Einrichtung 1831 schloss.

Kontext

Aleksander Kokular war ein polnischer Maler, Kunstsammler und prominenter Freimaurer, geboren 1793. Er spezialisierte sich auf zeitgenössische und historische Porträts sowie mythologische Szenen und schuf bemerkenswerte Porträts von Persönlichkeiten wie Zar Nikolaus I. und Maria Szymanowska. Nach seinem Studium am Warschauer Lyzeum bei Zygmunt Vogel, an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und an der Accademia di San Luca in Rom wurde er zu einer zentralen Figur der polnischen Kunstausbildung. Von 1835 bis 1841 betrieb er eine private Kunstschule in seinem Zuhause und gründete 1844 gemeinsam mit Jan Feliks Piwarski die Schule der Bildenden Künste in Warschau. Kokular lehrte dort bis zu seinem Tod 1846 und betreute Schüler, darunter den Dichter und Maler Cyprian Kamil Norwid.

Vermächtnis

Die von Kokular mitgegründete Schule der Bildenden Künste wurde 1864 geschlossen, da ihre Studenten am Januaraufstand teilnahmen. Die Einrichtung wurde später 1904 wiedereröffnet und ist seit 1932 als Akademie der Bildenden Künste in Warschau bekannt. Kokulars Selbstbildnis überdauert als visuelles Zeugnis der künstlerischen und sammelnden Kultur des Warschau des frühen neunzehnten Jahrhunderts und bewahrt das Bild eines Interieurs, das mit Werken seiner Zeitgenossen und Vorgänger gefüllt ist. Heute wird das Gemälde durch kommerzielle Reproduktionen verbreitet, darunter handgefertigte Ölkopien und Giclée-Drucke, was auf seine anhaltende ästhetische Anziehungskraft hinweist.

Imaginary View of the Grande Galerie in the Louvre
Imaginary View of the Grande Galerie in the Louvre, Hubert Robert

Artist & collection

Portrait of Aleksander Kokular

Artist

Aleksander Kokular

Aleksander Kokular (9 August 1793 – 6 April 1846) was a Polish painter, art collector and teacher.