Artwork
Die Geburt Christi

Die Geburt Christi is an oil painting by the Early Baroque Italian artist Bartolomeo Biscaino. It is held in the collection of the Hermitage Museum.
About this work
Überblick
Die Geburt Christi ist ein religiöses Kunstwerk des genuesischen Künstlers Bartolomeo Biscaino, das sowohl in gemalter als auch in radierter Form existiert.
Die Geburt Christi ist ein religiöses Kunstwerk des genuesischen Künstlers Bartolomeo Biscaino, das sowohl in gemalter als auch in radierter Form existiert. Das Gemälde, in Öl auf Leinwand ausgeführt, misst 42 mal 25 Zentimeter und wird in institutionellen Aufzeichnungen auf das Jahr 1700 datiert. Dieses posthume Datum spiegelt jedoch eher die Rezeption oder Katalogisierung des Werks wider als dessen tatsächliche Entstehung, da Biscaino bereits 1657 verstarb. Die gemalte Version befindet sich im Hermitage Museum. Biscaino schuf zudem eine weit verbreitete Radierung desselben Sujets mit dem Titel Die Geburt Christi mit Engeln oder Die Geburt Christi mit der Anbetung der Engel, die in den 1650er Jahren entstand. Die Radierung existiert in mehreren Zuständen und wird von Institutionen wie der National Gallery of Art in Washington und dem Metropolitan Museum of Art in New York aufbewahrt.
Motiv und Bedeutung
Das Kunstwerk stellt die Geburt Jesu dar und konzentriert sich auf die Jungfrau Maria und das Christuskind. In der gemalten Version sitzt Maria in blassen Gewändern und blickt nach unten auf das in Tücher gewickelte Neugeborene, das auf einer stoffbedeckten Fläche ruht. Über ihr schweben zwei geflügelte Figuren mit großen, gefiederten Flügeln, während weitere schwache Gestalten aus goldbraunen Wolken im obersten Register hervortreten. Die radierter Version erweitert diese Ikonografie um einen aufsteigenden himmlischen Engelschor, Tauben, die auf einem unwahrscheinlichen Balken sitzen, und eine Krippe, die neben zerbrochenen klassischen Säulen platziert ist. Die zerbrochene Säule trägt symbolische Bedeutung; sie ist traditionell in Grabplastiken zu finden, um ein frühzeitig geendetes Leben anzudeuten, und deutet hier auf die Kreuzigung Christi hin, wobei sie Biscainos eigenen vorzeitigen Tod eindringlich widerspiegelt. Die Säule könnte auch auf Psalm 11,3 anspielen, der fragt: Wenn die Grundlagen zerstört sind, was können die Gerechten tun?
Technik und Stil
Die gemalte Version weist eine vertikale Komposition auf, die von tiefen Brauntönen, warmen Umbra-Farben und dunklen Schatten dominiert wird. Das Licht fällt selektiv von oben und beleuchtet die zentralen Figuren Marias und des Kindes, während der Hintergrund in Dunkelheit zurückweicht. Der Pinselstrich ist locker und skizzenhaft, mit dünner Farbauftragung und an einigen Stellen sichtbaren Vorzeichnungen; die Oberfläche zeigt Altersspuren und gewisse Abnutzungen. In seinem Gesamtwerk bevorzugte Biscaino weichere Formen, breitere Pinselstriche und zartere Farben im Vergleich zu den gewaltsamen Kontrasten und feurigen Farben seines Lehrers Valerio Castello. Seine Radierungen spiegeln einen brillanten Zeichenstil wider, der durch ein raffiniertes Spiel von Licht und Schatten gekennzeichnet ist. Kunsthistoriker verweisen auf die Inspiration früherer Meister wie Correggio und Federico Barocci in seinem Werk sowie auf den tiefgreifenden Einfluss von Giovanni Benedetto Castiglione auf seine druckgrafische Ikonografie und Technik.
Geschichte und Provenienz
Die Radierung Die Geburt Christi mit Engeln wurde wahrscheinlich posthum von einem wenig bekannten Franzosen namens Daman veröffentlicht, der Biscainos Platten erwarb. Die Radierplatten tragen Inschriften, die den Künstler als BISCAI.VS GENVE. F ausweisen, wobei Daman unten rechts als Herausgeber genannt wird. Die National Gallery of Art besitzt einen zweiten Zustand von drei dieser Radierungen, der 1985 von P. und D. Colnaghi and Co. in London erworben wurde. Das Metropolitan Museum of Art hält einen ersten Zustand von acht Exemplaren. Die Radierung wurde 1990 in der Ausstellung Eva/Ave: Woman in Renaissance and Baroque Prints in der National Gallery of Art gezeigt sowie 2012 in derselben Institution in der Ausstellung The Baroque Genius of Giovanni Benedetto Castiglione. Sie wurde zudem als Nummer 69 in der Ausstellung A Superb Baroque: Art in Genoa, 1600-1750 im Jahr 2020 katalogisiert, wobei der Veranstaltungsort in Washington abgesagt wurde. Die gemalte Version im Hermitage Museum hat die Maße 42 mal 25 Zentimeter.
Kontext
Bartolomeo Biscaino war ein genuesischer Künstler, der 1629 geboren wurde und 1657 durch die Pest frühzeitig starb. Über seine Biografie ist wenig bekannt. Er erhielt zunächst eine Ausbildung bei seinem Vater, einem Landschaftsmaler, bevor er Ende der 1640er Jahre in die Werkstatt von Valerio Castello eintrat. Giovanni Benedetto Castiglione erwies sich als entscheidender Einfluss auf Biscaino, insbesondere hinsichtlich der Ikonografie und Technik seiner Drucke sowie seiner Darstellung von Tieren, Figuren und naturalistischen Umgebungen in seinen späteren Gemälden. Wissenschaftler datieren Biscainos Leinwandbilder häufig anhand seiner vierzig katalogisierten Radierungen, und er ist heute vor allem für seine Zeichnungen und Drucke bekannt. Das mit dem Hermitage-Gemälde in institutionellen Aufzeichnungen verbundene Datum 1700 steht im Widerspruch zu seinem festgelegten Lebenszeitraum und stellt wahrscheinlich ein späteres Katalogisierungsartefakt dar, nicht jedoch das wahre Entstehungsdatum.
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