Artwork

Maria mit dem Kind, der knabe Johannes verehrt das Kind, und zwei Heilige

Maria mit dem Kind, der knabe Johannes verehrt das Kind, und zwei Heilige, by Francesco Botticini, paint, 1490
Maria mit dem Kind, der knabe Johannes verehrt das Kind, und zwei Heilige, by Francesco Botticini, paint, 1490

Maria mit dem Kind, der knabe Johannes verehrt das Kind, und zwei Heilige is a paint painting by the Early Renaissance artist Francesco Botticini. It dates from 1490 and is held in the collection of the Gemäldegalerie Berlin.

About this work

Überblick

Auf Holz gemalt, stellt dieses religiöse Werk die Madonna mit dem Kind und begleitenden Figuren in einer symmetrischen, pyramidalen Komposition dar.

Maria mit dem Kind, der knabe Johannes verehrt das Kind, und zwei Heilige ist ein Andachtsbild von Francesco Botticini, datiert auf 1480. Auf Holz gemalt, stellt dieses religiöse Werk die Madonna mit dem Kind und begleitenden Figuren in einer symmetrischen, pyramidalen Komposition dar. Das Gemälde befindet sich in der Sammlung der Gemäldegalerie Berlin, wo es als wichtiges Beispiel für Botticinis Beitrag zur florentinischen Andachtskunst des späten Quattrocento gilt. Als Produkt der Zeit, in der Rundbilder, sogenannte Tondi, beliebte Formen der häuslichen Dekoration in Florenz waren, verkörpert das Werk die intime religiöse Kunst, die in dieser Epoche für private Kontemplation geschaffen wurde.

Thema und Bedeutung

Das Gemälde zeigt eine heilige Unterredung, die sich um die Jungfrau Maria gruppiert, die sitzend den nackten Christusknaben auf ihrem Schoß hält. Das Kind umklammert einen kleinen Vogel, ein Element, das möglicherweise symbolische Bedeutung trägt. Rechts kniet der junge Johannes der Täufer, erkennbar an seinen lockigen Haaren und seinem Fellgewand, und presst die Hände im Gebet, während er das Christuskind verehrt. Hinter dem zentralen Paar stehen zwei geflügelte Figuren mit Heiligenschein, eine in Rosa mit einer Vase weißer und roter Blumen, die andere in Rot mit einem juwelenbesetzten Kragen, die als begleitende Engel dienen. Alle fünf Figuren tragen gepunktete kreisförmige Heiligenscheine, die die heilige Versammlung vereinen. Die von einem Engel dargebotenen Blumen könnten auf die Reinheit der Liebe oder die Passion hinweisen, gängige symbolische Assoziationen in der florentinischen Andachtsmalerei. Die Komposition betont die intime Beziehung zwischen den heiligen Figuren, lenkt jedoch die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Christuskind als Mittelpunkt der Verehrung.

Technik und Stil

Das Werk ist auf einer Pappelholztafel gemalt, einem für die florentinische Tafelmalerei typischen Untergrund. Die Oberfläche weist durchgehend feine Risse auf, was mit ihrem Alter und dem Medium übereinstimmt. Botticinis Malweise zeigt eine glatte Modellierung mit weichen Übergängen in den Fleischtönen, während die Gewänder mit tiefen, regelmäßigen Falten dargestellt sind. Das Licht fällt gleichmäßig von links ein und beleuchtet Gesichter und Hände, um eine sanfte, einheitliche Atmosphäre zu schaffen. Die Komposition ist pyramidal und symmetrisch angelegt, wobei die zentralen Figuren den Großteil des Bildraums einnehmen, eine strukturelle Entscheidung, die der intimen Szene Stabilität und Monumentalität verleiht. Der Hintergrund besteht aus einem flachen blau-grünen Himmel, vor dem die Figuren klar abgehoben sind. Dieser Ansatz, der sorgfältige Formbeobachtung mit einer ausgewogenen, harmonischen Anordnung verbindet, spiegelt den Einfluss des Kreises um Verrocchio auf Botticinis frühe Entwicklung wider.

Geschichte und Provenienz

Das Gemälde ist auf 1480 datiert und fällt damit in Botticinis reife Schaffensphase. Seine Provenienz vor dem Erwerb durch die Gemäldegalerie Berlin ist in den verfügbaren Quellen nicht dokumentiert. Das Werk befindet sich derzeit in der Gemäldegalerie Berlin, wo es unter dem Titel Maria mit dem Kind, der knabe Johannes verehrt das Kind, und zwei Heilige katalogisiert ist. In den bereitgestellten Quellen ist keine Ausstellungsgeschichte verzeichnet.

Kontext

Francesco Botticini (1446-1498) war ein handwerklich arbeitender Maler, der sich wie sein angeblicher Lehrer Neri di Bici den sich rasch wandelnden Strömungen im Florenz des späten Quattrocento anpasste. Seine Einflüsse waren vielfältig und umfassten Verrocchio, Botticelli sowie später Filippino Lippi. Obwohl Botticini großformatige Altarbilder wie die Madonna mit Kind auf dem Thron im Metropolitan Museum of Art sowie die Heilige Monika und Augustiner-Nonnen in San Spirito in Florenz malte, schuf er auch zahlreiche kleinere Andachtsbilder, von denen diese Tafel repräsentativ ist. Das Werk lässt sich mit anderen kreisförmigen Andachtskompositionen Botticinis vergleichen, darunter die Madonna mit Kind, Johannes dem Täufer und Engeln von circa 1490 in der Galleria Palatina in Florenz sowie die Madonna mit Kind und dem Kind Johannes dem Täufer in einer Landschaft in einer Privatsammlung. Die Beliebtheit von Tondi als häusliche Dekoration im Florenz der Renaissance, insbesondere in Schlafzimmern, wo sie hoch an den Wänden hingen, schuf einen bedeutenden Markt für solche Werke. Botticinis Geschick in der Physiognomie und der Darstellung von Emotionen, wie es in Werken wie Die drei Erzengel mit Tobias in den Uffizi deutlich wird, zeigt sich in der sensiblen Darstellung der Figuren auf dieser Tafel.

Vermächtnis

Der Platz des Gemäldes im Œuvre Botticinis und sein Einfluss auf die nachfolgende Kunst bleiben Gegenstand weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen. Der Ruf des Künstlers wurde durch Zuschreibungsdebatten geprägt, wie sie in vergleichbaren Fällen sichtbar werden, etwa beim Tondo im Walters Art Museum, das Federico Zeri 1976 Raffaello Botticini zuschrieb, was spätere Forschung jedoch in Frage stellte. Everett Fahys Expertise wurde bei der Bestätigung von Zuschreibungen an Francesco Botticini herangezogen, was die anhaltende Bedeutung der Kunstkennerkunst bei der Bewertung dieses Künstlers unterstreicht. Der Besitz dieser Tafel durch die Gemäldegalerie Berlin trägt zur institutionellen Bewahrung und Erforschung der florentinischen Andachtsmalerei des späten Quattrocento bei.

The Virgin and Blessing Child, Young St. John and three Angels
The Virgin and Blessing Child, Young St. John and three Angels, Bastiano Mainardi

Artist & collection

Artist

Francesco Botticini

Francesco Botticini (real name Francesco di Giovanni, 1446 – 16 January 1498) was an Italian painter of the Early Renaissance.

This work is in the public domain (CC0). Image source: Gemäldegalerie Berlin open access. Spotted an error in this record? Tell us.