Artwork
Weasels at Play

Weasels at Play is an oil painting by Franz Marc. It dates from 1911 and is held in the collection of the National Gallery of Art.
About this work
Überblick
Weasels at Play ist ein 1911 vom deutschen Künstler Franz Marc gemaltes Ölgemälde auf Leinwand.
Weasels at Play ist ein 1911 vom deutschen Künstler Franz Marc gemaltes Ölgemälde auf Leinwand. Mit den Maßen 101 x 68 cm (39 3/4 x 26 3/4 in.) befindet sich das Werk heute in der National Gallery of Art in Washington, D.C., wo es im East Building Mezzanine, Gallery E217, unter der Inventarnummer 2020.112.2 ausgestellt ist. Das Gemälde gehört zu Marc' gefeierter Serie von Tierbildern aus den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg, einer Phase, in der er versuchte, naturalistische Darstellung zu überwinden und das auszudrücken, was er als geistiges Wesen der Tiere betrachtete. Als Schlüsselfigur des deutschen Expressionismus und Mitbegründer von Der Blaue Reiter setzte Marc kräftige, unnatürliche Farben und vereinfachte Formen ein, um seinen Tierdarstellungen symbolische Tragweite zu verleihen. Werke wie dieses sind somit zentral für die Entwicklung der frühen modernen Abstraktion.
Motiv und Bedeutung
Das Gemälde zeigt zwei Wiesel in einer dicht bewaldeten Landschaft. Ein Tier wölbt sich im Mittelgrund nach oben, während das zweite im unteren rechten Bereich aufrecht sitzt. Marc stellt die Geschöpfe in rötlich-orangen Tönen mit weißen Markierungen dar; ihre geschwungenen Formen sind in eine Umgebung schlanker, sich windender Baumstämme integriert, die die vertikale Bildebene kreuzen. Anstatt zoologischer Genauigkeit zu folgen, behandelt Marc die Wiesel als Verkörperungen von Vitalität und instinktiver Energie. Der Hintergrund ist in geschichtete Farbbänder gegliedert, die Hügel oder fernes Gelände andeuten: grünes Blätterdach oben, blaue Berge oder Himmel in der Mitte und gelb-grüne Felder unten. Dieses Schema spiegelt Marc' gut dokumentierte Farbsymbolik wider, in der er bestimmten Farbtönen spezifische spirituelle Werte zuschrieb. Der Gesamteindruck ist nicht der beobachteten Natur, sondern einer visionären Sphäre, in der das Tierleben an einer höheren, harmonischen Ordnung teilhat.
Technik und Stil
Als Ölgemälde auf Leinwand zeigt Weasels at Play die Kennzeichen von Marc' reifem Stil. Die Palette ist lebendig und bewusst unnatürlich, wobei orange, violette, grüne und blaue Bäume vor Flächen aus gelbem, rosa und grünem Boden stehen. Das Licht ist gleichmäßig über die Oberfläche verteilt, ohne starke gerichtete Schatten, was den bildlichen Raum flach erscheinen lässt und dekorative Musterung gegenüber illusionistischer Tiefe betont. Der Pinselstrich ist locker und sichtbar, mit breiten, flachen Strichen und unvermischten Farbflächen, die die Textur der Leinwand hervorheben. Formen sind vereinfacht und durch Farbbeziehungen definiert, nicht durch Konturlinien. Diese Eigenschaften verorten das Gemälde eindeutig innerhalb der expressionistischen Bewegung und weisen zugleich auf spätere Entwicklungen in der abstrakten Kunst hin, da sie einen radikalen Bruch mit der konventionellen Darstellung vollziehen.
Geschichte und Provenienz
Das Gemälde war zunächst im Besitz von Bernhard Koehler (1882-1964) aus Berlin und München, der es spätestens 1936 erworben hatte; es blieb bis mindestens 1955 in seiner Sammlung. Während Koehlers Besitz wurde das Werk 1947 in der Galerie Walter Schuler in Berlin in einer Ausstellung über Franz Marc, Auguste Macke und Paul A. Seehaus gezeigt, gefolgt von einer Präsentation im Stedelijk Museum in Amsterdam im Jahr 1955. Anschließend gelangte es an Berthold von Bohlen und Halbach (1913-1987) aus Essen und später 1968 an die Leonard Hutton Galleries in New York. Julian J. Aberbach aus New York besaß das Gemälde bis 1979, dem Jahr, in dem es im University Art Museum in Berkeley im Rahmen der Ausstellung Franz Marc: Pioneer of Spiritual Abstraction gezeigt wurde. Thomas Gibson Fine Art Ltd. in London betreute das Werk, bevor es in die Sammlung von Arnold A. Saltzman (1916-2014) und Joan R. Saltzman (1919-2019) aus Sands Point, New York, gelangte. Die Saltzmans liehen das Gemälde 2001-2002 für die Ausstellung German Expressionist Paintings from the Saltzman Family Collection an die National Gallery of Art aus und schenkten es dem Museum schließlich 2020. Das Werk war zudem in der Ausstellung Franz Marc and August Macke, 1909-1914 von 2018-2019 in der Neue Galerie New York enthalten.
Kontext
Weasels at Play gehört zu der außerordentlichen Kreativitätsphase, die Marc zwischen 1911 und 1914 erlebte, den Jahren, in denen er seine einflussreichsten Tiergemälde schuf. In dieser Zeit war Marc führendes Mitglied von Der Blaue Reiter, der in München ansässigen Gruppe, zu der Wassily Kandinsky, August Macke und Gabriele Münter gehörten und die eine Kunst der spirituellen Abstraktion förderte. Marc' theoretische Schriften dieser Jahre artikulierten seine Überzeugung, dass Tiere eine Reinheit und Unschuld besäßen, die der Menschheit verloren gegangen sei, und dass Farbe symbolisch statt deskriptiv eingesetzt werden könne. Das Gemälde wurde in bedeutender wissenschaftlicher Literatur diskutiert, darunter in Alois Schardts Monographie F. Marc von 1936, Mark Rosenthals Studie Franz Marc von 1989 sowie im Werkkatalog Franz Marc: The Complete Works, Volume 1, The Oil Paintings von Annegret Hoberg und Isabelle Jansen aus dem Jahr 2004, wo es als Nummer 144 erscheint. Seine Stellung im Œuvre von Marc ist die eines charakteristischen, wenn auch etwas weniger bekannten Gegenstücks zu ikonischen Werken wie Blue Horse I und Fate of the Animals; es teilt deren Ambitionen, bietet jedoch einen intimeren, spielerischen Ton.
Nachwirkung
Seit dem Eintritt in die ständige Sammlung der National Gallery of Art im Jahr 2020 hat Weasels at Play einen prominenteren Platz im öffentlichen Verständnis von Franz Marc' Leistung eingenommen. Seine frühere Ausstellungsgeschichte, insbesondere die Präsentation 2018-2019 in der Neue Galerie New York, trug zu einem erneuten wissenschaftlichen und populären Interesse an Marc' Schaffen vor 1914 bei. Die Zugänglichkeit des Gemäldes durch die digitalen Plattformen der National Gallery of Art, einschließlich seiner Veröffentlichung auf Google Arts & Culture, hat seine Reichweite über die physischen Mauern des Museums hinaus erweitert. Als Werk, das Marc' charakteristische Farbsymbolik mit einem ungewöhnlich heiteren Motiv verbindet, bietet es einen wertvollen Gegenpol zu den apokalyptischen Themen, die einige seiner bekanntesten Gemälde dominieren, und bereichert somit das Verständnis der Bandbreite innerhalb seiner kurzen, aber intensiv produktiven Karriere. Marc fiel 1916 in der Schlacht von Verdun im Ersten Weltkrieg, sodass die Werke von 1911-1914 das volle Maß seines reifen Schaffens darstellen; innerhalb dieses Corpus steht Weasels at Play als bedeutendes, vollendetes Beispiel seiner künstlerischen Vision.
Artist & collection
Artist
Franz Moritz Wilhelm Marc (8 February 1880 – 4 March 1916) was a German painter and printmaker, one of the key figures of German Expressionism.


















