Artwork

Champs de Mars, the Red Tower

Champs de Mars, the Red Tower, by Robert Delaunay, oil, 1911
Champs de Mars, the Red Tower, by Robert Delaunay, oil, 1911

Champs de Mars, the Red Tower is an oil painting by Robert Delaunay. It dates from 1911 and is held in the collection of the Art Institute of Chicago.

About this work

Weitere Informationen zu ähnlichen Werken erhalten Sie, indem Sie das Art Institute of Chicago konsultieren.

Dieses Gemälde heißt Champs de Mars, the Red Tower.
Es wurde 1911 von Robert Delaunay geschaffen.
Der Künstler verwendete Ölfarbe für dieses Werk, und es wird heute im Art Institute of Chicago aufbewahrt.
Robert Delaunay war ein französischer Maler, und dieses Gemälde zeigt seinen einzigartigen Stil.
Er experimentierte mit verschiedenen Möglichkeiten, die Wirklichkeit darzustellen.
Weitere Informationen zu ähnlichen Werken erhalten Sie, indem Sie das Art Institute of Chicago konsultieren.

Übersicht

Champs de Mars, the Red Tower ist ein Ölgemälde auf Leinwand des französischen Künstlers Robert Delaunay, das 1911 vollendet wurde. Mit den Maßen 160,7 mal 128,6 Zentimeter zeigt das Werk eine abstrahierte Ansicht des Eiffelturms und befindet sich heute in der Sammlung des Art Institute of Chicago. Das Gemälde gilt als Schlüsselwerk in Delaunays Entwicklung des Orphismus, einer von ihm begründeten Stilrichtung, die Fragmentierung, dynamische Farbflächen und die Unterordnung figurativer Elemente unter die formale Komposition betont. Es gehört zu einer umfangreichen Serie von mehr als fünfzig Gemälden mit dem Eiffelturm als Motiv, die Delaunay zwischen 1909 und dem Ende seines Lebens schuf und an denen sich seine rasante Entwicklung vom Impressionismus hin zur radikalen Abstraktion nachvollziehen lässt.

Technik und Stil

Das Gemälde wurde in Öl auf Leinwand ausgeführt. Delaunays Technik zeichnet sich durch sichtbare, relativ flächige Pinselstriche mit klar voneinander abgegrenzten Farbflächen, scharfen Kanten und facettierten, abstrahierten Formen aus. Die Komposition erzeugt einen flachen, geschichteten Raum ohne traditionelle Perspektive und zerlegt die Stadtlandschaft in sich überlagernde geometrische Formen. Elemente des Impressionismus bleiben in der Behandlung von Licht und Farbe erhalten, werden jedoch zunehmend einer kubistisch beeinflussten Fragmentierung und Oberflächenkomposition untergeordnet. Die Farbpalette wird vom Rot des Turms, den gedämpften Grau- und Brauntönen der Gebäude sowie Akzenten von Ocker und Creme dominiert. Dieses Werk steht an der Schwelle zu Delaunays voller Hinwendung zum Orphismus, der Stilrichtung, die er begründete und die die Auflösung von Formen sowie die Komposition aus Farbflächen in den Mittelpunkt stellte, während das Figürliche untergeordnet wurde.

Geschichte und Provenienz

Delaunay malte Champs de Mars, the Red Tower im Jahr 1911, in einer Phase außerordentlich rascher stilistischer Entwicklung. Nur wenige Jahre zuvor arbeitete er noch in neoimpressionistischer Manier, doch unter dem Einfluss des Kubismus und der deutschen expressionistischen Gruppe Der Blaue Reiter, mit der er 1911 in München ausstellte, entwickelte sich sein Werk schnell in Richtung Abstraktion. Er stellte das Gemälde erstmals 1912 aus, wobei Kritiker es damals als unvollendet empfanden. Ein fotografischer Vergleich zwischen dem Zustand des Werks von 1912 und seinem Erscheinungsbild bei der erneuten Ausstellung im Jahr 1923 zeigt, dass Delaunay es umfassend überarbeitete und sowohl Details als auch die Gesamtkomposition veränderte. Das Gemälde befindet sich heute in der Sammlung des Art Institute of Chicago. Vor dem Erwerb durch das Museum gehörte es unter anderem der brasilianischen Modernistenmalerin Tarsila do Amaral.

Kontext

Delaunays Hinwendung zum Eiffelturm als Motiv entstand im breiten Aufbruch der frühen Moderne des zwanzigsten Jahrhunderts, als sich die westliche Kunst rasch von impressionistischen und symbolistischen Wurzeln weg in Richtung Abstraktion transformierte. Seine Teilnahme an der Ausstellung 1911 in München mit Der Blaue Reiter brachte ihn in Dialog mit zentralen avantgardistischen Strömungen in ganz Europa. Die Serie des Eiffelturms wurde zum Hauptmedium, an dem Kunsthistoriker seine Entwicklung als Modernist nachvollziehen. Delaunay selbst charakterisierte diese frühe moderne Phase später als seine destruktive Phase und bezog sich dabei auf das analytische Zerlegen von Objekten und deren Wiederaufbau durch kontrastierende Aspekte auf der Leinwand. Obwohl das Gemälde von 1911 noch deutlich figurative Merkmale aufweist, schuf er bald Werke, in denen das Motiv kaum noch erkennbar war. Das Werk dokumentiert somit einen entscheidenden Übergangsmoment, in dem kubistische Fragmentierung und die Farbtheorien, die den Orphismus definieren sollten, zu einer eigenständigen persönlichen Bildsprache synthetisiert wurden.

Nachwirkung

Champs de Mars, the Red Tower nimmt in der Kunstgeschichte einen bedeutenden Platz ein als eines der zugänglichsten und am intensivsten untersuchten Werke aus Delaunays Eiffelturm-Serie und liefert klare Belege für die Entstehung des Orphismus aus kubistischen und impressionistischen Vorläufern. Die fortwährende Präsenz des Gemäldes in einer bedeutenden öffentlichen Sammlung sowie seine Reproduktion in Standardwerken der Kunstgeschichte haben seine herausragende Stellung als Exemplar der frühen europäischen Abstraktion gefestigt. Sein Einfluss reicht über die breitere Wirkung des Orphismus auf spätere Entwicklungen in der abstrakten Kunst hinaus, insbesondere durch den Nachweis, dass moderne urbane Motive als Vehikel für radikale formale Experimente dienen können, ohne dabei ihre symbolische Resonanz zu verlieren. Das Werk illustriert zudem die iterativen und revidierenden Praktiken frühmoderner Maler und stellt Annahmen über die Endgültigkeit des fertigen Kunstwerks in Frage.

Eiffel Tower
Eiffel Tower, Robert Delaunay

Artist & collection

Portrait of Robert Delaunay

Artist

Robert Delaunay

Robert Delaunay was a French artist of the School of Paris movement; who, with his wife Sonia Delaunay and others, co-founded the Orphism art movement, noted for its use of strong colours and geometric shapes.