Artwork
Catherine Hubscher, Marshal Lefèbvre

Catherine Hubscher, Marshal Lefèbvre is an oil painting by Unknown. It dates from 1810 and is held in the collection of the Palace of Versailles.
About this work
Übersicht
Catherine Hubscher, Marshal Lefebvre ist ein 1810 von einem unbekannten Künstler gemaltes Ölgemälde auf Leinwand.
Catherine Hubscher, Marshal Lefebvre ist ein 1810 von einem unbekannten Künstler gemaltes Ölgemälde auf Leinwand. Mit den Maßen 206 mal 127 Zentimeter zeigt das Werk Catherine Hubscher, auch bekannt als Marechale Lefebvre, eine Französin bescheidener Herkunft, die zur Herzogin aufstieg und eine herausragende Figur am kaiserlichen Hof wurde. Das Gemälde befindet sich im Museum für Geschichte Frankreichs im Schloss Versailles. Es dient als bedeutendes visuelles Zeugnis einer bemerkenswerten historischen Persönlichkeit, deren Leben die sozialen Extreme des revolutionären und napoleonischen Frankreichs durchlief.
Motiv und Bedeutung
Das Gemälde zeigt Catherine Hubscher in ganzer Figur, leicht nach links gewandt, mit dem Kopf zum Betrachter gedreht. Sie trägt ein weißes Satinkleid mit kurzen, gepufften Ärmeln, einem quadratischen Ausschnitt und einem durchsichtigen Spitzenfichu, das mit goldenen floralen und blattförmigen Motiven bestickt ist. Ein orangefarben-roter Schärpe liegt über ihrer linken Schulter, umschließt ihre Taille und fällt in schweren Falten mit goldener Stickerei bis zum Boden. Sie trägt eine juwelenbesetzte Tiara, eine Halskette mit einem dunklen Mittelstein, Armbänder und Ohrringe. Links neben ihr steht ein mit grünem Tuch drapiertes Tischchen, auf dem eine Messingvase mit gemischten Blumen und ein Paar weißer Handschuhe liegen. Im Hintergrund sind dunkelgrüne Vorhänge mit goldenen Quasten neben einer weißen geriffelten Säule zu sehen, während rechts von ihr ein kunstvoller Stuhl mit blauem Rücken, bestickt mit goldenen Lilien, steht. Die Szenerie und die Insignien vermitteln ihren erhöhten aristokratischen Status als Herzogin von Danzig, während die Blumen und Handschuhe als traditionelle Attribute höfischer Verfeinerung dienen.
Technik und Stil
Ausgeführt in Öl auf Leinwand, zeigt das Porträt einen hochglanzpolierten, formellen Stil. Die Komposition stützt sich auf starke Farbkontraste, dominiert vom weißen Kleid, dem tieforangenen Schärpe und dem dunkelgrünen Hintergrund. Das Licht fällt gleichmäßig von links, beleuchtet die Figur und erzeugt weiche Schatten. Der Künstler trug die Farbe glatt auf, mit präzisen Details in den Stoffen, Schmuckstücken und Accessoires, wobei die Pinselstriche unsichtbar blieben, um eine emailleartige Oberfläche zu erzielen. Diese sorgfältige Oberflächenbehandlung entspricht der zeremoniellen Präsentation, die von offiziellen Porträts der napoleonischen Ära erwartet wurde.
Geschichte und Provenienz
Entstanden im Jahr 1810, gehört das Gemälde zu den Sammlungen des Museums für Geschichte Frankreichs im Schloss Versailles. Die genauen Umstände seiner Auftragserteilung und seine frühe Besitzkette bleiben in den verfügbaren Dokumenten nicht verzeichnet. Seine Anwesenheit in Versailles verortet es im Rahmen der breiteren Bemühungen des neunzehnten Jahrhunderts, Porträts von für die französische Nationalgeschichte bedeutenden Persönlichkeiten zu sammeln und auszustellen. Das Werk bleibt Teil der Sammlung der Nationalmuseen von Versailles und Trianon; die fotografischen Credits werden Gerard Blot und der Reunion des Musees Nationaux zugeschrieben.
Kontext
Catherine Hubscher wurde 1753 in Goldbach-Altenbach geboren und arbeitete als Wäscherin und Büglerin, bevor sie 1783 den Soldaten Francois Joseph Lefebvre heiratete. Sein Aufstieg zum Marschall des Imperiums im Jahr 1804 erhob sie an den kaiserlichen Hof, wo sie ihre volkstümlichen Manieren und ihre offene Sprache beibehielt, was oft am Hof missfiel, aber die dauerhafte Wertschätzung Napoleons erwarb. Das Porträt kodifiziert visuell ihre Verwandlung von einer Frau bescheidener Anfänge zu einer Figur von Reichtum und Rang und erfasst die soziale Mobilität, die für die napoleonische Periode charakteristisch war. Das Gemälde steht als formeller Gegenpol zu ihrem Ruf nach unverfälschter Ehrlichkeit am Hof.
Nachwirkung
Das Gemälde bewahrt das Bildnis einer Frau, die später unter dem Spitznamen Madame Sans-Gene weite kulturelle Bekanntheit erlangte. Obwohl der Spitzname ursprünglich Napoleon von der Soldatin Therese Figueur gegeben wurde, übertrug der Dramatiker Victorien Sardou ihn auf Hubscher in seinem gleichnamigen Stück von 1893, das er gemeinsam mit Emile Moreau verfasste. Das Stück vermischte die Geschichten beider Frauen und löste zahlreiche Adaptionen aus, darunter eine Oper von Umberto Giordano aus dem Jahr 1915 sowie mehrere Filmversionen ab 1900. Das Porträt von 1810 bleibt ein wichtiger historischer Anker, der der theatralischen Mythologisierung Hubschers vorausgeht und ihr tatsächliches Erscheinungsbild während ihrer Jahre am Hof dokumentiert.
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