Artwork

Maria im Gebet

Maria im Gebet, by Dieric Bouts, oil, 1450
Maria im Gebet, by Dieric Bouts, oil, 1450

Maria im Gebet is an oil painting by the Northern Renaissance artist Dieric Bouts. It dates from 1450 and is held in the collection of the Gemäldegalerie Berlin.

About this work

Überblick

Maria im Gebet ist ein religiöses Tafelbild, das 1450 von dem frühniederländischen Meister Dieric Bouts geschaffen wurde.

Maria im Gebet ist ein religiöses Tafelbild, das 1450 von dem frühniederländischen Meister Dieric Bouts geschaffen wurde. Das Werk, in Öl auf Holz gemalt, misst 24 Zoll in der Höhe und 14,5 Zoll in der Breite. Es handelt sich um ein Fragment eines zerlegten Altars, der ursprünglich aus Abbey Salmonweiler stammt. Heute befindet sich das Werk in der Sammlung der Gemäldegalerie Berlin, Salem Abbey. Als konzentriertes Andachtsbild der Jungfrau verkörpert die Tafel die strenge, meditative Art, die Bouts von seinen Zeitgenossen im fünfzehnten Jahrhundert in Leuven unterschied.

Thema und Bedeutung

Das Gemälde zeigt die Jungfrau Maria als einzelne weibliche Figur, die leicht links positioniert ist und in einsamer Andacht betet. Ihr Kopf ist gesenkt, die Augen blicken nach unten, während ihre Hände in einer Geste frommer Kontemplation auf ihrer Hüfte gefaltet sind. Sie trägt ein blasses Lavendel- oder hellgraues Kleid, über das ein dunkelblauer Mantel über ihre linke Schulter gelegt ist und hinter ihr herabfällt. Ihr langes rötlich-braunes Haar fließt über ihre rechte Schulter. Die Darstellung spiegelt den wachsenden Einfluss der Bewegung der Neuen Frömmigkeit im fünfzehnten Jahrhundert wider, die das persönliche Gebet und die Meditation betonte und damit eine Nachfrage nach intimen Werken schuf, die der privaten Andacht dienten.

Technik und Stil

Bouts führte das Werk in Öl auf einer Holztafel aus und verwendete eine Palette gedämpfter Erdtöne, sanfter Grüntöne, warmer Brauntöne sowie das kühle Blau des Mantels der Jungfrau. Das Licht fällt gleichmäßig von links ein, beleuchtet das Gesicht und die Hände der Figur und wirft subtile Schatten. Die Maloberfläche wirkt glatt und zeichnet sich durch feine Details aus, insbesondere in der Wiedergabe von Gesicht und Gewändern. Diese verfeinerte Handhabung entspricht Bouts' breiterem stilistischen Signatur, das Kunsthistoriker als strenger und linearer beschreiben als das seiner Vorgänger wie Rogier van der Weyden und Jan van Eyck. Seine Figuren besitzen eine ausgeprägte Stille und räumliche Ruhe, ihre Gesten sind klein und ihre Gesichter ernst, was einen tief meditativen Ton erzielt.

Geschichte und Provenienz

Das 1450 entstandene Maria im Gebet war ursprünglich Teil eines größeren Altars, der später zerlegt wurde. Der Altar stammte aus Abbey Salmonweiler. Das Fragment wird zudem mit einer Darstellung der Geburt Christi in Verbindung gebracht, was auf seinen ursprünglichen Kontext innerhalb einer umfassenderen Erzählung des Lebens der Jungfrau hindeutet. Nach der Auflösung des Altars gelangte die Tafel in die Sammlung der Gemäldegalerie Berlin, Salem Abbey, wo sie sich bis heute befindet. Die Zerstückelung solcher Altäre war ein häufiges historisches Ereignis, das oft dazu führte, dass einzelne Flügel und Fragmente in verschiedene Museumsammlungen in ganz Europa gelangten.

Kontext

Dieric Bouts, geboren um 1415 in Haarlem, begründete seine Karriere in Leuven, wo er ab mindestens 1457 urkundlich bezeugt ist und von 1468 bis zu seinem Tod 1475 als offizieller Stadtmaler tätig war. Leuven war ein wichtiges Zentrum der spätmittelalterlichen Scholastik, Heimat einer katholischen Universität und wohlhabender Bruderschaften, die kontemplative Altäre in Auftrag gaben. Obwohl Bouts von Rogier van der Weyden und den Van Eycks lernte, entwickelte er eine eigene Art, die Leuven zu einem stillen Rivalen von Brügge und Brüssel machte. Obwohl er in der breiteren kunsthistorischen Bekanntheit etwas von van der Weyden und Jan van Eyck überschattet wurde, schuf Bouts hochwertige Tafelbilder, die durch sorgfältige Kompositionen, lebensechte Figuren und leuchtende Farben gekennzeichnet sind und ihm einen unersetzlichen Platz unter den frühniederländischen Meistern sichern.

Vermächtnis

Die ruhige, lineare Art, die Bouts entwickelte, hatte einen nachhaltigen Einfluss auf die nordeuropäische Malerei. Seine Werkstatt wurde von seinen beiden Söhnen, Dieric Bouts dem Jüngeren und Albrecht Bouts, bis ins frühe sechzehnte Jahrhundert fortgeführt. Über seine unmittelbare Werkstatt hinaus wurden Bouts' stilistische Formeln von niederländischen Malern bis zur Zeit von Quentin Matsys weitgehend nachgeahmt. Einzelne Andachtstafeln wie Maria im Gebet etablierten ein Muster konzentrierter, meditativer Bildsprache, das in Werkstätten in den Niederlanden und bis nach Spanien reproduziert wurde und so die Verbreitung seiner ästhetischen und theologischen Vision in der gesamten europäischen Renaissance sicherstellte.

Virgin Mary Praying
Virgin Mary Praying, Quinten Metsys

Artist & collection

Portrait of Dieric Bouts

Artist

Dieric Bouts

Dieric Bouts (born c. 1415 – 6 May 1475) was an Early Netherlandish painter. Bouts may have studied under Rogier van der Weyden, and his work was influenced by van der Weyden and Jan van Eyck. He worked in Leuven from…

This work is in the public domain (CC0). Image source: Gemäldegalerie Berlin open access. Spotted an error in this record? Tell us.