Artwork
Selbstbildnis

Selbstbildnis is an oil painting by the French Romanticist artist Frédéric Bazille. It dates from 1865 and is held in the collection of the Art Institute of Chicago.
About this work
Übersicht
Selbstbildnis ist ein Ölgemälde auf Leinwand des französischen Künstlers Frédéric Bazille, ausgeführt in den Jahren 1865-1866.
Selbstbildnis ist ein Ölgemälde auf Leinwand des französischen Künstlers Frédéric Bazille, ausgeführt in den Jahren 1865-1866. Mit den Maßen 108.9 × 71.1 cm zeigt das Werk den jungen Maler im Dreiviertelprofil, wie er seine Palette und Pinsel hält. Es befindet sich im Besitz des Art Institute of Chicago, wo es in Gallery 225 zu sehen ist. Das Gemälde ist eines von nur vier Selbstporträts Bazilles, dessen Karriere durch seinen Tod im Deutsch-Französischen Krieg im Alter von achtundzwanzig Jahren abrupt beendet wurde, und stellt ein bedeutendes Dokument einer Schlüsselfigur im frühen impressionistischen Kreis dar.
Motiv und Bedeutung
Das Gemälde zeigt Bazille als bärtigen jungen Mann, der sich im Dreiviertelprofil dem Betrachter zuwendet, wobei sein Kopf leicht gedreht ist, um den Blick aufzunehmen. Er trägt ein weißes Hemd mit Kragen und vollen Ärmeln unter einer dunklen Weste, eine Kleidung, die auf die Arbeitspraxis und nicht auf eine formelle Präsentation hindeutet. In seiner linken Hand hält er eine Malerpalette, die mit Tupfern roter, gelber, blauer, grüner und weißer Farbe beladen ist, wobei mehrere Pinsel unter seinem Daumen versteckt sind; seine rechte Hand umgreift einen einzelnen dünnen Pinsel. Die Komposition funktioniert auf mehreren Ebenen: Sie ist zugleich ein Übungsstück, bei dem Bazille sein gespiegeltes Bild beobachtete und malte, wie es im Spiegel zu sehen war, und ein professionelles Manifest, das seine neue Identität als Künstler nach seiner Entscheidung, das Medizinstudium aufzugeben, bekräftigt. Der unsichtbare Staffelei und die Leinwand müssen sich unmittelbar vor ihm und links von uns befinden. Die Palette selbst dient mit ihren kleinen, lebendigen Farbflecken auf ansonsten zurückhaltender Tonalität sowohl als Attribut als auch als Symbol, wobei die Werkzeuge seines Handwerks zum Emblem seines Berufes werden. Der direkte, fast ungeschützte Blick vermittelt das, was ein Beobachter als eine fast klinische Selbstwahrnehmung beschrieb, eine stille Zuversicht, die jede Theatralik vermeidet.
Technik und Stil
Das Gemälde ist in Öl auf Leinwand mit einer halbglatten Oberfläche ausgeführt. Das Licht fällt von oben links, beleuchtet Gesicht, Hände und den weißen Stoff und erzeugt weiche Schatten auf der rechten Seite. Die Malweise variiert über die gesamte Fläche: Gesicht und Hemd zeigen eine glattere, stärker verblendete Behandlung, während die Palette lockerere, strukturiertere Pinselstriche aufweist, und Kleidung sowie Hintergrund sichtbare Striche offenbaren, die den Einfluss zeitgenössischer realistischer Praxis andeuten. Die Gesamtpalette ist zurückhaltend, aufgebaut auf Brauntönen, Schwarz und Weiß, wobei die kleinen lebendigen Farbflecken auf der Palette einen gezielten Kontrast bilden. Diese gedämpfte Tonalität verdankt einiges Courbets Realismus, doch die Direktheit der Beobachtung und das Interesse an Lichteffekten deuten auf die Techniken hin, die Bazille gemeinsam mit Monet und Renoir entwickelte. Das vertikale Format und die zentrierte Komposition, bei der die Figur den Großteil des Bildraums einnimmt, schaffen eine intime, frontale Präsenz, die die Konfrontation des Malers mit seinem eigenen Bild betont.
Geschichte und Provenienz
Bazille malte dieses Selbstporträt, als er eine Wohnung und Atelier mit Claude Monet teilte, eine Phase intensiver Experimente, die sich als zentral für die entstehende impressionistische Bewegung erweisen sollten. Das Werk blieb bis 1960 in der Familie des Bruders des Künstlers, als es an die Galerie Charpentier in Paris verkauft wurde. 1962 wurde es vom Art Institute of Chicago mit Mitteln erworben, die von Mr. and Mrs. Frank H. Woods zum Gedenken an Mrs. Edward Harris Brewer bereitgestellt wurden, und trägt die Inventarnummer 1962.336. Das Gemälde wurde von der Institution als Teil ihrer ständigen Sammlung ausgestellt und ist derzeit in Gallery 225 innerhalb der Abteilung für Europäische Malerei und Skulptur zu sehen.
Kontext
Bazille war Mitte zwanzig, als er dieses Werk ausführte, Teil einer kurzen Karriere, die etwa siebzig Gemälde hervorbrachte. Seine Entscheidung, dieses Selbstporträt zu malen, fiel mit dem endgültigen Verzicht auf eine medizinische Laufbahn zugunsten der Kunst zusammen, und seine Entstehung in gemeinsamen Räumlichkeiten mit Monet verortet es in einem prägenden Moment dessen, was zum Impressionismus werden sollte. In dieser Zeit experimentierte Bazille aktiv mit neuen Maltechniken, die für die Bewegung zentral werden sollten, wodurch das Werk sowohl ein persönliches Dokument als auch ein Stück künstlerischer Forschung darstellt. Die Ehrlichkeit der Beobachtung und die kontrollierte Pinselführung des Gemäldes spiegeln die Schnittstelle realistischer Ausbildung und aufkommender avantgardistischer Anliegen wider, die das frühe 1860er-Jahre in Paris kennzeichneten. Unter den vier Selbstporträts, die Bazille schuf, zeichnet sich dieses durch seinen professionellen Charakter aus, wobei die Palette als explizites Attribut dient, im Gegensatz zur informelleren Präsentation späterer Beispiele wie dem Selbstbildnis im Hemdärmeln von 1870.
Artist & collection
Artist
Jean Frédéric Bazille (French pronunciation: ; December 6, 1841 – November 28, 1870) was a French Impressionist painter.


















