Artwork
Elisabeth-Philippe-Marie-Hélène von Frankreich, bekannt als Madame Elisabeth

Elisabeth-Philippe-Marie-Hélène von Frankreich, bekannt als Madame Elisabeth is an oil painting by the Rococo painting artist Joseph Ducreux. It dates from 1768 and is held in the collection of the Palace of Versailles.
About this work
Überblick
Elisabeth-Philippe-Marie-Hélène von Frankreich, bekannt als Madame Elisabeth, ist ein Ölgemälde auf Leinwand von Joseph Ducreux aus dem Jahr 1768.
Elisabeth-Philippe-Marie-Hélène von Frankreich, bekannt als Madame Elisabeth, ist ein Ölgemälde auf Leinwand von Joseph Ducreux aus dem Jahr 1768. Mit einer Höhe von 80 cm und einer Breite von 63 cm zeigt das Werk die junge französische Prinzessin, das jüngste Kind von Louis, Dauphin von Frankreich, und Schwester von König Ludwig XVI. Das Werk entstand als Prüfung der künstlerischen Fähigkeiten des Malers durch die Menus Plaisirs, bevor er nach Wien entsandt wurde, um Maria Antonia zu porträtieren. Das Gemälde befindet sich derzeit im Museum für die Geschichte Frankreichs im Schloss Versailles, katalogisiert unter der Inventarnummer MV 3903.
Motiv und Bedeutung
Das Gemälde stellt Madame Elisabeth als kleines Kind dar, das in einer Dreiviertelansicht sitzt und einen kleinen Mops auf dem Schoß hält. Sie trägt ein blass lavendelfarbenes Kleid mit weiten, spitzenbesetzten Ärmeln und einem eng anliegenden Mieder, das mit dekorativer Stickerei eingefasst ist. Ihr Haar ist von einer weißen Haube mit blauer Bandborte bedeckt. Sie hält ein blaues Band, das am Halsband des Hundes befestigt ist, und verankert das Tier damit als Symbol für Kindheit und häusliches Leben. Links ist teilweise ein geschnitzter, vergoldeter Stuhlrahmen mit grün gemusterter Polsterung sichtbar, der ihren königlichen Status und die höfische Umgebung von Versailles unterstreicht. Die Darstellung betont ihre Jugend und ihre Position innerhalb der französischen Königsfamilie und fängt die junge Schwester des zukünftigen Königs ein.
Technik und Stil
Ducreux verwendete Ölfarbe auf Leinwand, um das Porträt mit einer polierten und verfeinerten Oberfläche zu gestalten. Die Komposition nutzt eine Palette aus sanften Blautönen, Lavendel und cremigen Weißtönen, die vor warmen Brauntönen gesetzt sind. Das Licht fällt gleichmäßig auf Gesicht und Stoffe und modelliert die runden Wangen des Kindes sowie die kompakte Form des Hundes. Die Pinselführung ist glatt und verschmolzen und ermöglicht eine präzise Wiedergabe von Spitzentexturen sowie subtile Farbverläufe in Seide und Haut. Die Oberfläche zeigt durchgehend feine Risse. Die wissenschaftliche Bewertung der verwandten Pastellversionen vermerkt eine gewisse Steifheit in den Haltungen der Dargestellten sowie einen Mangel an Realismus in der Darstellung der Stoffe und des kleinen Hundes, Merkmale, die sich auch auf die Ölkopien übertrugen.
Geschichte und Provenienz
Das Porträt wurde 1768 von der Verwaltung der Menus Plaisirs als vorbereitende Prüfung in Auftrag gegeben, bevor Ducreux nach Wien entsandt wurde, um die Erzherzogin Maria Antonia zu malen. Die Honorarnote des Künstlers für das Werk wurde im Kapitel der Vorbereitungen zur Heirat des Dauphins verzeichnet. Die ursprünglichen Pastellversionen von Madame Elisabeth und ihrer Schwester Madame Clotilde befanden sich 1789 im Goldsilberzimmer der inneren Gemächer des Königs. Die Ölversion in Versailles gelangte während der Regierungszeit von König Ludwig Philipp in die Sammlungen. Sie ist derzeit im Museum für die Geschichte Frankreichs im Schloss Versailles unter den Inventarnummern MV 3903 und INV 4120 hinterlegt. Eine dem Ducreux zugeschriebene Miniaturkopie des Porträts wird in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien aufbewahrt.
Kontext
Die Auftragserteilung für dieses Porträt fiel in einen kritischen Moment in Ducreux' Karriere. Zunächst hatte der Hof François Hubert Drouais für den Auftrag nach Wien in Erwägung gezogen, entschied sich jedoch letztlich für den jüngeren und kostengünstigeren Ducreux. Nachdem er 1764 an der Académie de Saint-Luc aufgenommen worden war, hatte Ducreux sich bei einer elitären Klientel einen soliden Ruf erworben. Bevor ihm die wichtige diplomatische Aufgabe übertragen wurde, die zukünftige Dauphine zu porträtieren, forderten die Menus Plaisirs den Nachweis seiner Fähigkeiten, was zu diesem Auftrag führte, Madame Adelaide sowie die jungen Schwestern Clotilde und Elisabeth zu malen. Die entstandenen Porträts befriedigten den Hof und führten zu zahlreichen Kopien und Reproduktionen, von denen einige historisch fälschlicherweise den Werkstätten von Louis Michel Van Loo oder Drouais zugeschrieben wurden, bis der Wissenschaftler Laurent Hugues Ducreux korrekt als Urheber identifizierte.
Nachwirkung
Das Porträt etablierte die offizielle Ikonografie der jungen Prinzessin und führte zu mehreren Ölkopien sowie einer Miniaturreplik, die in europäischen Sammlungen verbreitet wurde. Das Gemälde selbst bleibt ein bedeutendes Zeugnis der französischen königlichen Porträtmalerei vor der Revolution sowie der spezifischen Mechanismen der höfischen Mäzenatenschaft. Die Dargestellte, Madame Elisabeth, blieb während der Französischen Revolution ihrem Bruder Ludwig XVI. treu ergeben und wurde 1794 durch die Guillotine hingerichtet. Ihr Status als Märtyrerin veranlasste die katholische Kirche, ihren Selig- und Heiligsprechungsprozess einzuleiten und sie zur Dienerin Gottes zu erklären. Das Porträt bleibt ein ergreifendes visuelles Dokument ihrer frühen Kindheit in Versailles, lange bevor ihr tragisches Schicksal während der Schreckensherrschaft eintrat.
Artist & collection
Artist
Joseph Ducreux (26 June 1735 – 24 July 1802) was a portrait painter, pastelist and etcher from Lorraine who became a French national.




![Head of a Gentleman [recto], by Joseph Ducreux](https://artifactworldgallery.com/img/joseph-ducreux--head-of-a-gentleman-recto--30a49475a608e388-w320.webp)











