Artwork
Konrad von Bemelberg (1494-1567)

Konrad von Bemelberg (1494-1567) is an unspecified painting by the Late Mannerist artist Unknown. It dates from 1592 and is held in the collection of the Kunsthistorisches Museum. The work is a portrait of Konrad von Bemelberg (1494‑1567), presented in full armor.
About this work
Überblick
Konrad von Bemelberg (1494-1567) ist ein posthumes Ganzfigurenporträt des deutschen Landsknechtführers Konrad von Boyneburg, auch bekannt als Konrad von Bemelberg, gemalt von Petrus Dorisy im Jahr 1582. Das Ölgemälde in den Maßen 209,5 mal 109 Zentimeter zeigt den gealterten Militärführer in aufwendiger Plattenrüstung und befindet sich heute in der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums Wien unter der Inventarnummer 3849. Das Werk ist bedeutsam als seltenes visuelles Dokument eines prominenten kaiserlichen Söldnerhauptmanns, ausgeführt mit akribischer Sorgfalt für die Texturen von Stahl, Gold und Stoff, und es bewahrt detaillierte Inschriften über seine Karriere und Truppen.
Sujet und Bedeutung
Diese Elemente konstruieren zusammen ein Denkmal seiner militärischen Dienste und Frömmigkeit, das persönliche Andacht mit beruflichem Stolz verbindet.
Das Gemälde zeigt Konrad von Bemelberg im Alter von einundsiebzig Jahren, wie die Inschrift mit dem Jahr 1565 und seinem Alter bezeugt. Er steht in voller Plattenrüstung mit langem weißem Bart und schwarzer Mütze, seine rechte Hand ruht auf einem Holzstab oder Kommandostab, während die linke ein kleines Objekt in der Nähe seiner Hüfte hält. Die Rüstung selbst trägt religiöse Ikonographie: eine geätzte Szene auf dem Brustpanzer zeigt einen knienden Landsknecht vor einem Kruzifix mit der Inschrift HILF GOT AM KREITZ, ein Andachtsbild, das auch auf seiner tatsächlichen Feldrüstung erschien. Die getäfelte Holzwand rechts trägt seinen Namen, seine Titel und das Datum, während der Boden zu seinen Füßen mit zahlreichen hölzernen Kommandostäben in Rot und Weiß übersät ist, jeder beschriftet mit der Zahl der Truppen, die er bei verschiedenen Feldzügen befehligte, darunter Verona, Rom, Metz, Ungarn, Saint-Quentin und andere. Sein persönliches Motto Ist das endt gutt So ist es alles Gutt erscheint ebenfalls. Diese Elemente konstruieren zusammen ein Denkmal seiner militärischen Dienste und Frömmigkeit, das persönliche Andacht mit beruflichem Stolz verbindet.
Technik und Stil
Das Gemälde ist in Öl auf Leinwand oder Holz ausgeführt mit einer glatten, hochverfeinerten Technik, die akribische Aufmerksamkeit für Oberflächentexturen demonstriert. Der Künstler wiedergibt metallische Reflexionen auf der stahlgrauen Rüstung mit Präzision und kontrastiert den harten Glanz des Metalls mit dem umfangreichen goldenen Dekorativbesatz an Kanten, Scharnieren und Borten. Der dunkle drapierte Stoff links erzeugt einen schweren Vorhangeffekt, der die Figur abhebt, während der rötlich-braune Fliesenboden die Komposition verankert. Das Licht fällt gleichmäßig von links, erzeugt subtile Schatten, die die gerundeten Formen der Rüstung modellieren. Die frontale, monumentale Präsentation der stehenden Figur, die den Großteil der vertikalen Komposition einnimmt, folgt Konventionen der nordeuropäischen Hof- und Militärporträtmalerei, obwoch die spezifische Kombination von Ganzfigurenformat mit solch detaillierten dokumentarischen Inschriften ungewöhnlich ist.
Kontext
Konrad von Bemelberg war eine bedeutende Militärfigur in Diensten der Habsburger, beteiligt an großen Feldzügen darunter die Schlacht bei Pavia 1525 für Kaiser Karl V. und die Schlacht bei Saint-Quentin 1557 für König Philipp II. von Spanien. Er war auch an dem berüchtigten Sacco di Roma 1527 beteiligt. 1554 zum Reichsfreiherrn erhoben, besaß er die Herrschaften Ehingen, Schelklingen und Bergen. Das Porträt von Petrus Dorisy gehört zu einer Tradition posthumer Gedenkporträts militärischer Führer im späten 16. Jahrhundert, entstanden zu einer Zeit, als der Ruf solcher Kommandeure für die Nachwelt kodifiziert wurde. Die Zusammenstellung mit seiner tatsächlichen Rüstung in der Ambraser Sammlung spiegelt das renaissancezeitliche Interesse wider, die materielle Kultur bedeutender Persönlichkeiten zu bewahren.
Nachwirkung
Das Porträt blieb mit Bemelbergs tatsächlicher Rüstung verbunden, einem leichten Feldküriss, der um 1535-1540 von Wolfgang Grosschedel aus Landshut hergestellt wurde mit geätzter Dekoration, die Ambrosius Gemlich zugeschrieben wird. Diese Rüstung, heute in der Hofjagd- und Rüstkammer des Kunsthistorischen Museums (Inventar A 376), wurde im Ambraser Inventar von 1596 dokumentiert. Das 19. Jahrhundert Interesse an der Dokumentation solcher historischen Sammlungen belegt eine Fotografie des Brustpanzers, aufgenommen von Andreas Groll um 1858-1859, heute in den Sammlungen der British Library. Die fortgesetzte Zusammenstellung von Porträt und Rüstung im Kunsthistorischen Museum bewahrt eine seltene Verbindung von gemaltem Bild und historischem Objekt, die Einblicke bietet, wie ein berühmter Landsknechtkommandeur kurz nach seinem Tod verehrt wurde.
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