Artwork

Das Geschenk von Kalmthout

Das Geschenk von Kalmthout, by Goswin van der Weyden, paint, 1510
Das Geschenk von Kalmthout, by Goswin van der Weyden, paint, 1510

Das Geschenk von Kalmthout is a paint painting by the Northern Renaissance artist Goswin van der Weyden. It dates from 1510 and is held in the collection of the Gemäldegalerie Berlin.

About this work

Überblick

Das Geschenk von Kalmthout ist ein religiöses Tafelbild des frühniederländischen Künstlers Goswin van der Weyden, das auf etwa 1510 datiert wird.

Das Geschenk von Kalmthout ist ein religiöses Tafelbild des frühniederländischen Künstlers Goswin van der Weyden, das auf etwa 1510 datiert wird. Auf Holz gemalt, misst das Werk 153 Zentimeter in der Höhe und 153 Zentimeter in der Breite. Es befindet sich derzeit in der Gemäldegalerie Berlin als Teil der Solly-Sammlung. Das Gemälde ist ein bedeutendes Beispiel für die niederländische Kunst des frühen sechzehnten Jahrhunderts, das sich durch die komplexe Synthese überlieferter figuraler Modelle des fünfzehnten Jahrhunderts mit dem aufkommenden Antwerpener Manierismus sowie durch seine einzigartige Dokumentation mittelalterlicher Schenkungspraktiken auszeichnet.

Thema und Bedeutung

Das Gemälde zeigt die Jungfrau Maria, die das Christuskind hält, welches mit einem Arm nach außen greift. Sie wird von zwei knienden Stifterfiguren flankiert, die kleine Erdstücke mit darauf wachsenden Bäumen überreichen. Diese Figuren werden als Arnold von Löwen und seine Frau Elisabeth von Breda identifiziert, die im dreizehnten Jahrhundert den Bezirk Kalmthout einem Kloster vermachten. Da mittelalterliche juristische Personen keine Institutionen sein konnten, mussten fromme Stiftungen direkt an einen Heiligen vermacht werden. Folglich werden der längst verstorbene Arnold und Elisabeth gezeigt, wie sie ihre Gabe der Jungfrau Maria übergeben, die als eigentlicher rechtlicher Empfänger fungiert. Jeder Baum hinter der Gruppe trägt ein Wappenschild, was die Identität und Abstammung der Stifter unterstreicht.

Technik und Stil

Goswin van der Weyden führte das Werk mit glatter, detaillierter Pinselarbeit aus und legte großen Wert auf die Texturen von Textilien, Golddekoration und Rüstung. Die Komposition ist symmetrisch und formell mit einer starken vertikalen Betonung. Die Farbpalette wird von tiefen Rot-, Schwarz- und Goldtönen dominiert, die im dunkelblau-schwarzen Mantel und dem roten Unterkleid der Jungfrau, im dunklen Kleid und roten Mantel der Elisabeth sowie in der aufwendigen schwarzen Rüstung des Arnold zu sehen sind. Die Holztafel weist sichtbare vertikale Fugen auf, und der dunkelgrüne Vordergrund enthält kleine Pflanzen. Stilistisch verbindet das Werk ältere figürliche Typen des fünfzehnten Jahrhunderts mit modernen Elementen des Antwerpener Manierismus, die besonders in der Hintergrundlandschaft deutlich werden. Das Kostüm der weiblichen Stifterin mit ihrer hohen weißen Haube basierte wahrscheinlich auf einer Zeichnung nach Rogier van der Weydens Porträt von Isabella von Portugal. Obwohl dieses Kostüm Anfang des sechzehnten Jahrhunderts veraltet war, dient es dem historischen Kontext der Schenkung aus dem dreizehnten Jahrhundert und dem Umstand, dass die Stifter längst verstorben waren.

Geschichte und Provenienz

Das Gemälde wurde wahrscheinlich für das Johannes-der-Täufer-Hospital in Löwen in Auftrag gegeben. Die Quellen variieren leicht hinsichtlich des genauen Entstehungsdatums und verorten es um 1510 oder 1512. Das Werk gelangte schließlich in die Solly-Sammlung und wird heute in der Gemäldegalerie Berlin aufbewahrt. Die Verwendung älterer Werkstattmaterialien und Modelle durch den Künstler deutet darauf hin, dass er Bestände von seinem Vater erbte, der zuvor die Werkstatt des berühmten Rogier van der Weyden, Goswins Großvater, übernommen hatte. Diese älteren Modelle wurden trotz ihres beträchtlichen Alters für dieses Gemälde wiederverwendet.

Kontext

Goswin van der Weyden, Enkel des legendären Rogier van der Weyden, ließ sich um 1499 in Antwerpen nieder. Sein Werk verbindet die Brüsseler Tradition seines Großvaters mit dem modernen Antwerpener Stil. In diesem Gemälde stützte er sich auf vererbte Werkstattbestände und Modelle, wie etwa die Figur, die auf Rogiers Isabella von Portugal zurückgeht. Goswin bewahrte sich ein starkes Bewusstsein für seine künstlerische Abstammung. Im Alter von siebzig Jahren widmete er einen Altar für die Abteikirche von Tongerlo mit einer Panegyrik, die Rogier als den Apelles seiner Zeit beschreibt. Dieses Gemälde zeigt, wie er das Erbe seines Großvaters mit den modernen Einflüssen verband, denen er in Antwerpen begegnete.

Triptych of Madonna and Child with Angels; Donor and His Patron Saint Peter Martyr; and Saint Jerome and His Lion
Triptych of Madonna and Child with Angels; Donor and His Patron Saint Peter Martyr; and Saint Jerome and His Lion, Master of the Legend of Saint Lucy

Artist & collection

Portrait of Goswin van der Weyden

Artist

Goswin van der Weyden

Goswin van der Weyden or Goossen van der Weyden (1455–1543) was a Flemish Renaissance painter active in Antwerp.

This work is in the public domain (CC0). Image source: Gemäldegalerie Berlin open access. Spotted an error in this record? Tell us.