Artwork

Die Auferstehung (Wurzacher Altar)

Die Auferstehung (Wurzacher Altar), by Hans Multscher, oil, 1437
Die Auferstehung (Wurzacher Altar), by Hans Multscher, oil, 1437

Die Auferstehung (Wurzacher Altar) is an oil painting by the Northern Renaissance artist Hans Multscher. It dates from 1437 and is held in the collection of the Gemäldegalerie Berlin.

About this work

Technik und Stil

Das Licht fällt gleichmäßig über die Szene mit minimalen tiefen Schatten und erzeugt eine Klarheit, die die symbolische Lesart der Erzählung betont.

Das Tafelbild ist in Öl auf einer Tannentafel ausgeführt, einem Träger und Medium, das die detaillierten, schichtweisen Effekte ermöglichte, die für den neuen niederländischen Einfluss charakteristisch waren, der damals nach Deutschland vordrang. Die Oberfläche zeigt eine glatte, detaillierte Malweise mit präzisen Konturen und flachen dekorativen Mustern im Laubwerk und in den Stofffalten. Das Licht fällt gleichmäßig über die Szene mit minimalen tiefen Schatten und erzeugt eine Klarheit, die die symbolische Lesart der Erzählung betont. Die Farbpalette umfasst gesättigte Rottöne, Grüntöne und Goldtöne, mit metallischen Grautönen für die Rüstungen; das Karmesinrot von Christi Gewändern kontrastiert scharf mit den kühleren Tönen der Landschaft und der Kleidung der Soldaten. Die stilisierten grünen Bäume mit runden Kronen und felsigen Ausläufern vor einem goldgetönten Himmel zeigen eine bewusste Künstlichkeit, die für die Konventionen des späten Mittelalters typisch ist und symbolische Bedeutung über naturalistische Darstellung stellt. Doch neben dieser Stilisierung führt Multscher beobachtete Details ein: die leichte Streckung seiner gotischen Ausbildung wird durch eine neue Aufmerksamkeit für die Anatomie gemildert, die er aus der flämischen Malerei übernommen hat. Die Kraft und Solidität der Figuren, ihre bemerkenswerte Dreidimensionalität, spiegeln die primäre Ausbildung des Künstlers als Bildhauer wider, eine Eigenschaft, die sein gemaltes Werk von dem rein malerischer Künstler dieser Zeit unterscheidet.

Geschichte und Provenienz

Der Wurzacher Altar wurde 1437 für einen unbekannten Auftraggeber gemalt, und sein ursprünglicher Standort ist nie geklärt worden. Der Altar erhielt seinen modernen Namen nach Schloss Wurzach in Oberschwaben, dem Schloss der Grafen von Waldburg-Zeil, wo die Tafeln im neunzehnten Jahrhundert wiederentdeckt wurden, nachdem sie seit dem achtzehnten Jahrhundert Teil der Kunstsammlung der Familie gewesen waren. Der ursprüngliche Flügelaltar war von beträchtlichen Ausmaßen und umfasste einen geschnitzten Mittelschrein, der heute spurlos verloren ist und wahrscheinlich eine Kreuzigungsgruppe enthielt. Wenn die Flügel geschlossen waren, waren vier Szenen zur Madonna sichtbar: Die Geburt Christi, Die Anbetung der Könige, Die Herabkunft des Heiligen Geistes und Der Tod Mariä. Wenn er geöffnet war, zeigten die Innenseiten vier Passionsszenen, die den Mittelschrein flankierten: Christus am Ölberg, Christus vor Pilatus, Christus trägt das Kreuz und Die Auferstehung. Als der Altar zerlegt wurde, trennten sich die Vorder- und Rückseiten der Flügel. Multscher fügte seine Signatur an die beiden unteren Tafeln des geschlossenen Altars an, Die Herabkunft des Heiligen Geistes und Der Tod Mariä, mit der Lesart: 'bitte got fur hanssen muoltscheren vo richehove burg ze ulm haut dz werk gemacht do ma zalt MCCCCXXXVII'. Die Tafel Die Auferstehung befindet sich zusammen mit den anderen erhaltenen Wurzacher Tafeln heute in der Gemäldegalerie Berlin. Die Tafel wurde zudem durch das Museum Europäischer Kulturen Berlin in kommerziellen Kunstdruckausgaben reproduziert.

Nachwirkung

Die Tafeln des Wurzacher Altars, einschließlich Die Auferstehung, zählen heute zu den wichtigsten deutschen Gemälden des fünfzehnten Jahrhunderts und bilden den Kern des erhaltenen gemalten Werks von Multscher. Ihre Wiederentdeckung auf Schloss Wurzach im neunzehnten Jahrhundert rettete ein Schlüsselmonument der spätgotischen Kunst vor der Vergessenheit und etablierte Multschers Ruf als Maler ersten Ranges, was seine bereits anerkannte Stellung als Bildhauer ergänzte. Die sieben erhaltenen Tafeln aus dem Wurzacher Zyklus und verwandten Passionsszenen, die sich alle heute in der Gemäldegalerie Berlin befinden, bilden ein essentielles Korpus zum Verständnis der Übertragung des niederländischen Naturalismus nach Süddeutschland. Die Auferstehung zeigt insbesondere, wie Multscher den flämischen Einfluss in die gemalten Flügel schwäbischer Altäre einbrachte, während er eine dramatische Intensität und skulpturale Körperlichkeit beibehielt, die eindeutig seine eigene waren. Die anhaltende Reproduktion der Tafel in kommerziellen Kunstdruckausgaben zeugt von ihrer anhaltenden visuellen Kraft. Für Wissenschaftler der spätmittelalterlichen Kunst bleibt der Wurzacher Altar ein grundlegendes Werk für das Studium der Schnittstelle von Skulptur und Malerei, der Rezeption des niederländischen Realismus in Deutschland und der kulturellen Produktion der freien Reichsstadt Ulm während ihrer Zeit größter künstlerischer Bedeutung.

The Resurrection
The Resurrection, Girolamo da Santacroce

Artist & collection

Portrait of Hans Multscher

Artist

Hans Multscher

Hans Multscher (ca. 1400–1467) was a German sculptor and painter. Multscher was born in Reichenhofen (today Leutkirch im Allgäu). He made himself acquainted with new artistic styles from northern France and the…

This work is in the public domain (CC0). Image source: Gemäldegalerie Berlin open access. Spotted an error in this record? Tell us.