Artwork

Die Predigt des Johannes des Täufers

Die Predigt des Johannes des Täufers, by Rembrandt van Rijn, oil, 1635
Die Predigt des Johannes des Täufers, by Rembrandt van Rijn, oil, 1635

Die Predigt des Johannes des Täufers is an oil painting by the Dutch Golden Age artist Rembrandt van Rijn. It dates from 1635 and is held in the collection of the Gemäldegalerie Berlin.

About this work

Überblick

Die Predigt des Johannes des Täufers ist ein Ölgemälde von Rembrandt van Rijn, das um 1634 entstand und heute in der Gemäldegalerie Berlin aufbewahrt wird.

Die Predigt des Johannes des Täufers ist ein Ölgemälde von Rembrandt van Rijn, das um 1634 entstand und heute in der Gemäldegalerie Berlin aufbewahrt wird. Mit einer Größe von etwa 62 mal 80 Zentimetern verkörpert das Werk die frühen biblischen Kompositionen des Künstlers, die dramatisches Chiaroscuro mit einer dicht bevölkerten Erzählszene verbinden. Es nimmt einen bedeutenden Platz im Œuvre Rembrandts ein als eines seiner wichtigsten religiösen Gemälde aus den 1630er Jahren, einem Jahrzehnt, in dem er viele der kompositorischen und lichttechnischen Strategien entwickelte, die seinen reifen Stil prägen sollten.

Technik und Stil

Rembrandt schuf das Werk in Öl auf Leinwand, die später auf Holz aufgezogen wurde. Die Maße werden in verschiedenen Quellen unterschiedlich angegeben: 62 x 80 cm, 62,7 x 82,1 cm und 63 x 81,3 cm. Das Gemälde zeigt das für Rembrandts barocke Manier charakteristische starke Chiaroscuro, wobei Vordergrund und rechte Seite in Schatten getaucht sind, während der Prediger und die unmittelbar umstehenden Figuren in warmes, konzentriertes Licht treten. Die Palette wird von tiefen Brauntönen, warmen Ockern und gedämpften Grüntönen dominiert, wobei die zentrale Figur in helleren Cremetönen und Weiß gehalten ist. Der Pinselstrich variiert von dickem, strukturiertem Impasto in den beleuchteten Bereichen bis zu dünnerer, atmosphärischerer Behandlung in den Hintergrunddistanzen. Die Komposition ist in einer lockeren Halbkreisform angeordnet, die den Blick auf den erleuchteten Prediger lenkt. Das Werk weist eine abgerundete Oberkante auf, was auf ein gewölbtes oder ovales Format hindeutet.

Geschichte und Provenienz

Die meisten Quellen datieren das Gemälde auf 1634, einige erweitern den Zeitraum auf 1634-1635. Zu seiner Provenienz zählen bedeutende Sammler: Jan Six I, der Amsterdamer Patrizier und Mäzen sowie Freund Rembrandts, erwarb das Gemälde vom Künstler. Zu den späteren Besitzern gehörten Jan Six III, Jan Six van Hillegom, Bernard Coclers, Kardinal Joseph Fesch, Charles Lucien Bonaparte, William Ward, 1. Earl of Dudley, sowie der Händler Colnaghi. Das Werk befindet sich heute in der Sammlung der Gemäldegalerie Berlin als Teil der Staatlichen Museen. Eine spätere Zeichnung Rembrandts, datiert um 1655 und heute im Musée du Louvre aufbewahrt, stellt eine Studie für einen Rahmen dar, der für das Gemälde nach dessen Verkauf an Jan Six entworfen wurde.

Kontext

Das Gemälde gehört zu Rembrandts produktiver Phase biblischer Werke in den 1630er Jahren, als er sich nach seinen Anfängen in Leiden in Amsterdam etablierte. In diesem Jahrzehnt blieben Landschaften typischerweise im Hintergrund seiner biblischen Werke und fungierten als Ansichten, die von architektonischen Elementen unterbrochen wurden. Die wissenschaftliche Einschätzung, wie sie im Katalog von Bredius (Nummer 555) vertreten wird, stellt fest, dass diese Landschaftshintergründe in unterschiedlichem Maße gelang, den Anschein einer bloßen Kulisse zu vermeiden. In diesem Gemälde integriert sich die Wüstenlandschaft enger in die Erzählung: Die Landschaft selbst wird Teil von Johannes' Botschaft. Vorbereitende Zeichnungen, die mit der Komposition verbunden sind, bezeugen Rembrandts Arbeitsprozess. Der Erwerb des Werks durch Jan Six I unterstreicht seine Stellung im Kreis der anspruchsvollsten Amsterdamer Mäzene Rembrandts.

Wirkungsgeschichte

Die Predigt des Johannes des Täufers hat ihre Position als bedeutendes Werk im frühen biblischen Œuvre Rembrandts bewahrt und ist in einer der wichtigsten europäischen Museumsammlungen erhalten. Die Existenz der um 1655 entstandenen Rahmenstudie im Louvre liefert eine ungewöhnliche Dokumentation des anhaltenden Engagements des Künstlers mit der Präsentation des Gemäldes lange nach seiner ursprünglichen Ausführung. Der Weg des Werks durch herausragende Sammlungen, von Jan Six über Kardinal Fesch und darüber hinaus, zeugt von seiner anhaltenden Anerkennung. Sein Einfluss auf nachfolgende Ansätze zur biblischen Erzählmalerei liegt in der erfolgreichen Integration von Landschaft und Figur sowie im Einsatz von Licht als dramatischem und spirituellem Element. Das Gemälde wird weiterhin in der Rembrandt-Forschung zitiert und in umfassenden Studien zum Leben und Werk des Künstlers reproduziert.

Sermon of St John the Baptist
Sermon of St John the Baptist, Hans Jordaens III

Artist & collection

Portrait of Rembrandt van Rijn

Artist

Rembrandt van Rijn

Rembrandt Harmenszoon van Rijn, known mononymously as Rembrandt, was a Dutch Golden Age painter, printmaker, and draughtsman.

This work is in the public domain (CC0). Image source: Gemäldegalerie Berlin open access. Spotted an error in this record? Tell us.