Artwork
Die Verkündigung

Die Verkündigung is an oil painting by the Northern Renaissance artist Robert Campin. It dates from 1420 and is held in the collection of the Royal Museums of Fine Arts of Belgium.
About this work
Überblick
Das Gemälde gelangte 1910 in die Sammlung der Königlichen Museen für Schöne Künste Belgien und wird derzeit im Museum für Alte Meister in Brüssel aufbewahrt.
Die Verkündigung ist ein religiöses Gemälde der Frühen Niederländer, das von Robert Campin, der historisch auch als Meister von Flémalle identifiziert wird, um 1415 bis 1425 geschaffen wurde. Auf Eichenholz mit Öl gemalt, misst das Werk 61 mal 63,7 Zentimeter. Es stellt die biblische Szene dar, in der der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria verkündet, dass sie den Sohn Gottes gebären wird. Das Gemälde gelangte 1910 in die Sammlung der Königlichen Museen für Schöne Künste Belgien und wird derzeit im Museum für Alte Meister in Brüssel aufbewahrt. Die Komposition steht in engem Zusammenhang mit dem Mittelteil des berühmten Mérode-Altars, der sich heute im Metropolitan Museum of Art in New York befindet, und stellt eine bedeutende Variante dieses ursprünglichen Konzepts des Künstlers dar.
Thema und Bedeutung
Das Gemälde fängt den Moment ein, in dem der Erzengel Gabriel, im linken Viertel der Komposition kniend und eine Hand zum Segen erhoben, Maria beim Lesen in ihrem Zuhause unterbricht. Maria sitzt auf dem Boden, eine Haltung, die ihre Demut symbolisiert, mit dem Rücken zu einem Kamin, der rechten Hand auf der Brust und den Blick gesenkt, was ihre bescheidene Annahme ihrer göttlichen Rolle verdeutlicht. Eine lateinische Inschrift am Saum ihres Mantels verweist auf den Hymnus Salve Regina. Die Szenerie zeigt ein zeitgenössisches häusliches Interieur anstelle der traditionellen kirchlichen Umgebung, eine Innovation für ihre Zeit. Die Szene ist reich an Symbolik: weiße Lilien in einer Vase auf einem runden Holztisch stehen für ihre Reinheit, während zwei aufgeschlagene Bücher, eines auf ihrem Schoß, ihre Frömmigkeit und die Hebräische Bibel repräsentieren. Der Sitz hinter ihr weist an den Ecken kleine Löwenornamente auf, die den Thron Salomos referenzieren und Maria mit göttlicher Weisheit und gerechtem Urteil verbinden.
Technik und Stil
Robert Campin stellte diese Szene mit Ölfarbe auf einer Eichenholztafel dar. Die Komposition zeichnet sich durch eine gesättigte Palette aus tiefen Rot-, Blau- und Grüntönen vor warmen Braun- und Cremetönen aus. Die Oberfläche zeigt eine glatte, detaillierte Pinselführung, die besonders in der sorgfältigen Wiedergabe von Stoffen, architektonischen Elementen und den zarten Lilienblüten deutlich wird. Das Licht fällt gleichmäßig über den Innenraum und erzeugt weiche Schatten. Der Künstler beschrieb den häuslichen Raum minutiös, einschließlich eines schachbrettartigen Bodens aus dunklen und hellen Fliesen, freiliegenden Holzbalken an der Decke, eines Himmelbettes mit grün-goldener Bettwäsche und einer Wandnische mit einer kleinen hängenden Bürste. Zwei Fenster mit geöffneten Holzläden offenbaren die Dunkelheit dahinter. Die Zuschreibung an den Meister von Flémalle, der allgemein als Robert Campin identifiziert wird, basiert auf einer stilistischen Analyse dieser präzisen formalen Qualitäten.
Geschichte und Provenienz
Entstanden zwischen etwa 1415 und 1425, gehört das Gemälde seit 1910 zur Sammlung der Königlichen Museen für Schöne Künste Belgien. Es wird weiterhin im Museum für Alte Meister in Brüssel aufbewahrt. Das Werk gilt als Kopie einer ursprünglichen Komposition von Campin, die den Mittelteil des in New York befindlichen Mérode-Altars eng widerspiegelt.
Kontext
Die Verkündigung war von den frühen christlichen Zeiten bis zum späten Mittelalter ein höchst beliebtes Thema in der Kunst, wobei unzählige Versionen entstanden, darunter bekannte Fresken von Fra Angelico. In der späten mittelalterlichen Periode stützten sich Künstler typischerweise für die Erzählung auf das Lukasevangelium anstelle früherer apokrypher Texte. Campins Version hebt sich in der Geschichte des Themas dadurch hervor, dass sie das Ereignis von einer traditionellen kirchlichen Umgebung in eine zeitgenössische bürgerliche Wohnung verlegt. Die Einbeziehung der lateinischen Inschrift auf Marias Mantel und des häuslichen Interieurs waren bemerkenswerte Innovationen in der niederländischen Malerei des frühen 15. Jahrhunderts und spiegeln einen breiteren kulturellen Wandel wider, der darauf abzielte, heilige Erzählungen in die greifbare, beobachtbare Welt des Betrachters zu integrieren.
Artist & collection
Artist
Robert Campin (Valenciennes (France) c. 1375 - Tournai (Belgium) 26 April 1444) now usually identified with the Master of Flémalle (earlier the Master of the Merode Triptych, before the discovery of three other similar…
Museum
Royal Museums of Fine Arts of Belgium
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