Artwork

Nach dem Bad (Frau, die sich abtrocknet)

Nach dem Bad (Frau, die sich abtrocknet), by Edgar Degas, oil, 1898
Nach dem Bad (Frau, die sich abtrocknet), by Edgar Degas, oil, 1898

Nach dem Bad (Frau, die sich abtrocknet) is an oil painting by the Impressionist artist Edgar Degas. It dates from 1898 and is held in the collection of the Philadelphia Museum of Art.

About this work

Überblick

Die Komposition zeigt eine Frau, die neben einer Badewanne sitzt und ihren Körper verdreht, während sie sich mit einem weißen Tuch abtrocknet.

Nach dem Bad (Frau, die sich abtrocknet) ist ein Aktgenrebild des französischen Künstlers Edgar Degas, entstanden um 1896. Das in Öl auf Leinwand ausgeführte Werk misst 89,5 mal 116,8 Zentimeter. Es befindet sich derzeit in der Sammlung des Philadelphia Museum of Art. Die Komposition zeigt eine Frau, die neben einer Badewanne sitzt und ihren Körper verdreht, während sie sich mit einem weißen Tuch abtrocknet. Dieses Werk gehört zu Degas' umfangreicher und radikaler späten Serie von Badenden Akten, einem Thema, das in seinen letzten Jahrzehnten sein Schaffen dominierte.

Motiv und Bedeutung

Das Gemälde zeigt eine nackte Frau, die auf weißem, drapiertem Stoff sitzt und sich vom Betrachter abwendet, während sie ein weißes Tuch an ihren Hals führt, um sich abzutrocknen. Ihr Körper ist in eine instabile, gewagte Pose verdreht; ihr Gesicht ist im Schatten verborgen, und ihre Haltung betont körperliche Unbeholfenheit und authentische Bewegung mehr als idealisierte Schönheit. Degas lehnte bewusst die klassische Tradition des Akts ab, die Figuren historisch in für ein Publikum bestimmten Posen darstellte. Stattdessen porträtierte er Frauen bei der alltäglichen, privaten Tätigkeit des Waschens, um einen flüchtigen, ungeschützten Moment einzufangen, nicht eine narrative Identität. Er beschrieb diesen Ansatz als das Betrachten ehrlicher, einfacher Leute durch ein Schlüsselloch, die sich nicht beobachtet fühlen.

Technik und Stil

Degas verwendete Öl auf Leinwand, manipulierte das Medium jedoch, um eine trockene, pastellartige Ästhetik zu erreichen. Um dies zu bewerkstelligen, wurde ein Teil des Öls vor dem Auftrag aus der Farbe herausgelöst. Die Oberfläche zeigt dünne, flüssige Farbe ohne schweren Impasto, wobei lose, sichtbare Pinselstriche und weiche Kanten verwendet werden, die bestimmte Passagen skizzenhaft und unfertig wirken lassen. Das Licht fällt von oben links ein, beleuchtet den Rücken der Frau und die Draperie und wirft ihr Gesicht in Schatten. Die Palette wird von warmen Rottönen, Orangetönen und cremigen Weißtönen dominiert, wobei braune Schatten die Form definieren. Der Hintergrund besteht aus flachen rot-orangen Paneelen mit vertikalen dunklen Linien, und das Tapetenmuster wurde durch das Auftragen von grauen und orangen Farbtupfern mit den Fingern des Künstlers erzeugt, was unter Vergrößerung sichtbare Fingerabdrücke hinterließ. Degas' später Stil ist durch schwere, gerichtete Striche gekennzeichnet, die die Figur mit taktiler Dringlichkeit modellieren und den Körper als reine skulpturale Form behandeln.

Geschichte und Provenienz

Das um 1896 entstandene Gemälde verblieb bis zu Degas' Tod in seinem Besitz. Es wurde am 6. bis 8. Mai 1918 im Rahmen einer Auktion in der Galerie Georges Petit in Paris aus dem Nachlass von Edgar Degas verkauft und als Los 98 gelistet. Das Werk wurde an den Händler Ambroise Vollard verkauft. Anschließend ging es über die Erben der de Galéa in Paris und den Händler oder Agenten Robert de Bolli. Am 30. Mai 1959 erwarb Henry Pearlman das Gemälde, gefördert durch einen Brief der Galerie Rene Drouet aus dem Jahr 1958, der zum Kauf ermutigte. Das Werk gelangte nach 1974 in die Henry and Rose Pearlman Foundation und schloss sich schließlich der Sammlung des Philadelphia Museum of Art an.

Kontext

Das Werk entstammt Degas' letzter, radikalster Phase von Aktstudien, die Ende der 1880er Jahre begann und sich durch die 1890er Jahre hindurch intensiverte. In dieser Zeit trieb sein nachlassendes Sehvermögen ihn paradoxerweise zu einer kühneren Vereinfachung der Form und einer betonten Modellierung, wodurch seine späten badenden Frauen eine stark skulpturale Qualität erhielten. Obwohl Degas gelegentlich lebende Modelle verwendete, basierten seine Figuren meist auf vorbereitenden Zeichnungen, und der generalisierte Körper in diesem Gemälde deutet darauf hin, dass es aus der Erinnerung oder einer Skizze und nicht aus direkter Beobachtung entstand. Das Motiv war für Degas zu diesem Zeitpunkt fast abstrakt geworden und fungierte als Reihe formaler Probleme bezüglich Masse, Bewegung und Licht. Seine experimentellen Blickwinkel und Ausschnitte spiegeln den Einfluss der Fotografie und japanischer Drucke auf seine Arbeitsweise wider.

After the Bath
After the Bath, Edgar Degas

Artist & collection

Portrait of Edgar Degas

Artist

Edgar Degas

Born Hilaire-Germain-Edgar De Gas on 19 July 1834 in Paris, Edgar Degas came from an affluent banking family with aristocratic roots and spent his childhood among the cultivated circles of the French capital.