Artwork

Lucretia

Lucretia, by Lucas Cranach the Elder, oil, 1533
Lucretia, by Lucas Cranach the Elder, oil, 1533

Lucretia is an oil painting by the Northern Renaissance artist Lucas Cranach the Elder. It dates from 1533 and is held in the collection of the Gemäldegalerie Berlin.

About this work

Überblick

Das 37,3 mal 23,9 Zentimeter messende Werk zeigt die römische Heldin im Moment ihres Selbstmords und befindet sich in der Gemäldegalerie in Berlin.

Lucretia ist ein Ölgemälde auf Holztafel, das 1533 von Lucas Cranach dem Älteren, dem führenden Maler der deutschen Renaissance und Hofkünstler der Kurfürsten von Sachsen, geschaffen wurde. Das 37,3 mal 23,9 Zentimeter messende Werk zeigt die römische Heldin im Moment ihres Selbstmords und befindet sich in der Gemäldegalerie in Berlin. Signiert und datiert in der linken unteren Ecke mit Cranachs geflügelter Schlangeninsignie und dem Jahr 1533, ist das Gemälde ein herausragendes Beispiel der berühmten Reihe weiblicher Akte aus der klassischen Geschichte und Mythologie, ein Genre, das in seinem reichhaltigen Schaffen einen bedeutenden Platz einnahm und zu seinem Ruhm als erfolgreichster deutscher Künstler seiner Generation beitrug.

Geschichte & Provenienz

Das Gemälde ist auf 1533 datiert und trägt in der linken unteren Ecke Cranachs geflügelte Schlangeninsignie mit erhobenen Flügeln, was seine Entstehung in der reifen Schaffensphase des Künstlers in Wittenberg bestätigt, wo er seit 1505 als Hofmaler tätig war. Das Werk befindet sich heute im Besitz der Staatlichen Museen zu Berlin und ist in der Gemäldegalerie ausgestellt. Seine Provenienz umfasst den Besitz durch Ludwig Knaus, bevor es vom Museum erworben wurde. Die Tafel war Gegenstand wissenschaftlicher Zuschreibungsprüfungen; während die Gemäldegalerie 2010 die Zuschreibung an Lucas Cranach den Älteren revidierte, hatte die ältere Literatur von Flechsig aus dem Jahr 1900 das Werk Hans Cranach, dem Sohn des Künstlers, zugewiesen. Die kleine Formatgröße sowie die Präsenz von Datum und Monogramm unterscheiden es von vielen Werkstattversionen des Lucretia-Themas, was darauf hindeutet, dass es sich um eine Hauptversion und nicht um eine spätere Replik handeln könnte.

Kontext

Cranachs Lucretia gehört zu einem umfassenderen Werkcorpus, in dem er und seine Werkstatt wiederholt weibliche Figuren aus biblischen, mythologischen und historischen Quellen behandelten. Der Künstler leitete eine große Werkstatt, die zahlreiche Versionen erfolgreicher Kompositionen produzierte, und sein Sohn Lucas Cranach der Jüngere setzte die Schaffung von Varianten der Werke seines Vaters noch Jahrzehnte nach dessen Tod 1553 fort. Das Lucretia-Thema besaß in diesem Produktionssystem einen besonderen Reiz, da es legitime Gelegenheit zur Darstellung des weiblichen Akts bot. Cranachs Behandlung solcher Themen muss im Kontext seiner doppelten Rolle als Hofmaler der Kurfürsten von Sachsen und als enger Freund und visueller Propagandist Martin Luthers und der protestantischen Reformation verstanden werden. Während seine religiösen und Porträtwerke die Reformationssache direkt bedienten, nahmen seine klassizistischen und mythologischen Akte einen parallelen Strang seiner Praxis ein, der höfische und humanistische Geschmäcker für raffinierte Eleganz und sinnliche Schönheit befriedigte. Kunsthistoriker haben seinen Zugang zur weiblichen Form als Umwandlung des Renaissance-Modells von Giorgiones Venus in eine ausgesprochen nördliche Idiomatik charakterisiert, ausgedrückt durch stilisierte Verlängerung und ornamentale Detailreichtum.

Nachwirkung

Cranachs Lucretia und verwandte Behandlungen des Themas trugen zu einer visuellen Formel bei, die sich innerhalb der Cranach-Werkstatt und darüber hinaus als außerordentlich nachhaltig erwies. Das Museum of Fine Arts in Houston besitzt eine weitere Version mit dem Titel The Suicide of Lucretia, die, wie die Berliner Tafel, durch die Präsenz des Monogramms und der Datierung des Künstlers ausgezeichnet ist. Die Ausstellungsgeschichte des Houstoner Gemäldes umfasst Präsentationen in Japan 1999 und 2016-2017, was das anhaltende internationale wissenschaftliche und öffentliche Interesse an Cranachs Behandlung dieses Themas belegt. Die Verbreitung von Lucretia-Bildern aus der Cranach-Werkstatt, die nach Museumsaufzeichnungen in die Dutzende geht, zeugt von der kommerziellen Rentabilität und kulturellen Resonanz des Themas. Diese Werke sind wichtige Dokumente geworden für das Verständnis des Platzes des weiblichen Akts in der nordischen Renaissancekunst, der Arbeitsweise von Künstlerwerkstätten in dieser Epoche sowie des komplexen Zusammenspiels von moralischer Erzählung und erotischer Darstellung in der visuellen Kultur des sechzehnten Jahrhunderts. Die Berliner Tafel mit ihrer gesicherten Datierung von 1533 und intakten wissenschaftlichen Zuschreibung bleibt ein Schlüsselwerk für die Erforschung dieses bedeutenden Aspekts von Cranachs Werk.

Lucretia Romana
Lucretia Romana, Unknown

Artist & collection

Portrait of Lucas Cranach the Elder

Artist

Lucas Cranach the Elder

Lucas Cranach the Elder was a German Renaissance painter and printmaker in woodcut and engraving.

This work is in the public domain (CC0). Image source: Gemäldegalerie Berlin open access. Spotted an error in this record? Tell us.