Artwork
Portrait of a Young Woman in Profile

Portrait of a Young Woman in Profile is an oil painting by the Mannerist artist Sofonisba Anguissola. It dates from 1590 and is held in the collection of the Hermitage Museum.
About this work
Überblick
Das Gemälde misst 67 mal 52,5 Zentimeter und gehört zum Gattungsbereich des manieristischen oder spätrenaissancezeitlichen Porträts.
Portrait of a Young Woman in Profile ist ein Ölgemälde auf Leinwand, das um 1580 in Italien entstand. Lange Zeit dem italienischen Renaissance-Künstler Sofonisba Anguissola zugeschrieben, wurde das Werk von der Forschung kürzlich der Werkstatt von Alessandro Allori zugeordnet, wobei die Dargestellte als Maria de' Medici identifiziert wurde. Das Gemälde misst 67 mal 52,5 Zentimeter und gehört zum Gattungsbereich des manieristischen oder spätrenaissancezeitlichen Porträts. Es befindet sich derzeit im Eremitage-Museum in Sankt Petersburg, Russland. Das Werk zeigt eine Adlige im strengen Profil, die eine Vase mit Nelken hält. Diese Komposition erinnert an frühere Renaissance-Medaillen und Münzen, demonstriert jedoch zugleich die formellen Anforderungen und die technische Verfeinerung des höfischen Porträts des späten 16. Jahrhunderts.
Motiv und Bedeutung
Das Gemälde stellt eine junge Adlige im strengen Profil dar, die nach rechts blickt. Ihr rötlich-braunes Haar ist in aufwendigen Locken und Zöpfen arrangiert und mit juwelenbesetzten Ornamenten, einem Anhänger mit Perlen-Tropfen, einem Perlenohrring und einer Perlenkette geschmückt. Sie trägt ein dunkles Gewand mit hohem, verziertem Kragen und Ärmeln, die dicht mit Silber- und Goldfäden in sich windenden floralen und geometrischen Mustern bestickt sind. Ihre Hände ragen aus verzierten Manschetten hervor, um eine kleine silberne Vase zu halten, die drei Nelken enthält: zwei rote und eine blassrosa. In der Renaissance-Porträtmalerei trugen Blumen häufig symbolische Bedeutungen im Zusammenhang mit Ehe oder Hingabe; die Nelken symbolisieren spezifisch Liebe und Bewunderung. Die zarte Umarmung der Blumen durch die Dargestellte führt Themen der vergänglichen Schönheit und Tugend ein und spiegelt die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen in elitären Kreisen wider, die oft als Verkörperungen von Verfeinerung dargestellt wurden.
Technik und Stil
Als Ölgemälde auf Leinwand verkörpert das Werk den manieristischen Stil durch seine anspruchsvolle Komposition und minutiöse Detailarbeit. Das Licht fällt von links ein, beleuchtet das Gesicht, die Hände und die metallische Stickerei, während es den Rest der Figur und den nahezu schwarzen Hintergrund in tiefen Schatten taucht. Diese subtile Lichtführung erzeugt Volumen und sorgt dafür, dass der Blick des Betrachters auf die Texturen der Kleidung und die Züge der Dargestellten gelenkt wird. Die Pinselführung ist im Gesicht und an den Händen präzise und glatt, mit sorgfältiger Beachtung der Anatomie des Ohres, der Struktur des Kiefers und der zarten Positionierung der Finger. Der Künstler stellte verschiedene Materialien mit beträchtlicher technischer Fertigkeit dar und definierte deutlich den Glanz der Perlen und der metallischen Fäden der Stickerei. Die strenge Profilansicht, die Ende des 16. Jahrhunderts weniger verbreitet war als die Dreiviertelansicht, erzeugt ein Gefühl von Distanz und Würde. Eine kleine Inventarnummer erscheint in der unteren rechten Ecke.
Geschichte und Provenienz
Entstanden um 1580 in Italien, weist das Gemälde eine komplexe Zuschreibungsgeschichte auf. Jahrelang wurde das Werk fest Sofonisba Anguissola zugeschrieben, einer der ersten Künstlerinnen, die internationalen Ruhm erlangten und als Hofmalerin König Philipps II. von Spanien dienten. Jedoch änderte die neuere Forschung im Jahr 2025 die Zuschreibung auf die Werkstatt von Alessandro Allori und identifizierte die Dargestellte als Maria de' Medici. Das Gemälde befindet sich derzeit im Eremitage-Museum in Sankt Petersburg, Russland, wo es als Teil der Sammlung von Renaissance-Porträts des Museums zugänglich bleibt.
Kontext
Das Gemälde steht an der Schnittstelle zwischen höfischer Porträtmalerei des späten 16. Jahrhunderts und den komplexen gesellschaftlichen Zwängen, die Frauen in elitären Kreisen auferlegt wurden. Betrachtet man es im Kontext von Anguissolas Karriere, so spiegelt das Werk die Leistungen einer Frau aus einer aristokratischen Familie wider, die ungewöhnlichen Zugang zu künstlerischer Ausbildung und internationaler Anerkennung erhielt, obwohl sie den Beschränkungen ihrer Epoche gegenüberstand. Die Profilansicht erinnert an Medaillen und Münzen früherer Renaissance-Konventionen, ein Format, das dem Sujet einen Hauch von erhöhtem Status und Distanz verlieh. Die kürzliche Neuzuschreibung an die Werkstatt von Alessandro Allori verortet das Werk jedoch fest in der florentinischen manieristischen Tradition und bringt es mit den künstlerischen Praktiken des Medici-Hofes und seiner visuellen Propaganda in Einklang. Unabhängig von der Identität des Künstlers vermittelt das Gemälde Status durch Kleidung und Accessoires, erfasst die Ähnlichkeit der Dargestellten und hält sich gleichzeitig an die formellen Anforderungen der adeligen Repräsentation.
Artist & collection
Artist
Sofonisba Anguissola (also Sophonisba Angussola or Anguisciola; c. 1532 – 16 November 1629) was an Italian Renaissance painter born in Cremona to a relatively poor noble family. She received a well-rounded education…


















