Artwork

Jacob Meyer-Heine

Jacob Meyer-Heine, by Félix Bracquemond, ink, 1872
Jacob Meyer-Heine, by Félix Bracquemond, ink, 1872

Jacob Meyer-Heine is an ink drawing by the Impressionist artist Félix Bracquemond. It dates from 1872 and is held in the collection of the National Gallery of Art.

Inscription
Inscribed:lower left: 3 mai 1872; lower right: a Mon ami Blanchard; across bottom verso: Portrait de Meyer Heine, dessin pour l'eauforte-; lower right verso: 22928

About this work

Überblick

Jacob Meyer-Heine ist eine Porträtzeichnung und Vorstudie des französischen Künstlers Félix Bracquemond aus dem Jahr 1872.

Jacob Meyer-Heine ist eine Porträtzeichnung und Vorstudie des französischen Künstlers Félix Bracquemond aus dem Jahr 1872. Das Werk, ausgeführt in Graphit und Tuschfeder auf getöntem Papier, zeigt den Dargestellten Jacob Meyer-Heine, eine Figur, die mit den französischen dekorativen Künsten verbunden ist. Die Zeichnung diente als direkte Vorlage für Bracquemonds bekannte Radierung desselben Sujets von 1872, was durch die für die Übertragung vorgesehene rot eingefärbte Rückseite belegt wird. Das Werk befindet sich in der National Gallery of Art in Washington, D.C. und misst 21,8 mal 24,5 cm.

Motiv und Bedeutung

Die Zeichnung porträtiert Jacob Meyer-Heine, einen 1805 geborenen und 1879 verstorbenen französischen Staatsbürger, der in der heutigen Forschung als Oberemailleur der Porzellanmanufaktur Sèvres identifiziert wird. Er ist als älterer Mann im rechten Teil der Komposition sitzend dargestellt, leicht nach links gewandt, mit den Händen auf der Lehne eines Holzstuhls ruhend. Er trägt einen dunklen Mantel über einer hellen Weste und einem Hemd mit Fliege sowie lockiges, lichter werdendes Haar mit kurzem Bart und Schnurrbart. Hinter ihm rahmen schwere Vorhänge ein Fenster mit Jalousien, während eine bewaldete Landschaft mit dichten Bäumen, geneigtem Gelände und texturiertem Unterholz den linken Teil einnimmt. Die aus dieser Zeichnung abgeleitete Radierung trägt den Titel Dernière Réflexion, oder Final Thought, was auf eine kontemplative, vielleicht elegische Meditation über das Alter und die Sterblichkeit des Dargestellten hindeutet.

Technik und Stil

Bracquemond führte die Zeichnung mit Graphit und Tuschfeder auf beige getöntem Papier aus. Die Palette beschränkt sich auf schwarze und graue Töne vor dem warmen Grund des Papiers. Stilistisch verbindet das Werk lockere, skizzenhafte Schraffuren mit dichteren Kreuzschraffuren zur Artikulation von Schatten, insbesondere bei der Wiedergabe des Mantels des Dargestellten, des Laubs der Bäume und der Falten des Vorhangs. Der Gesamteindruck ist spontan, dennoch beschreibend, wobei sichtbare Striche in der gesamten Komposition erhalten bleiben. Die Rückseite des Blattes wurde rot eingefärbt, um die Übertragung auf die Radierplatte zu erleichtern, was seine Funktion als Vorstudie bestätigt. Der anschließende Druck wurde in Radierung und Kaltnadel ausgeführt und durchlief drei Zustände, wobei der Endzustand durch reiche Einfärbung und hinzugefügten Schriftzug gekennzeichnet ist.

Geschichte und Provenienz

Die am 3. Mai 1872 datierte Zeichnung enthält eine Widmung im unteren rechten Rand an den Freund des Künstlers mit der Inschrift a Mon ami Blanchard. Die Rückseite trägt eine Inschrift, die sie als Zeichnung für die Radierung ausweist. Das Werk gelangte in die Sammlung des Kunsthistorikers Julius S. Held. Es wurde in der Wanderausstellung Selections from the Drawing Collection of Mr. and Mrs. Julius S. Held von 1970 in der University Art Gallery in Binghamton gezeigt. Anschließend gelangte die Zeichnung in die National Gallery of Art in Washington, D.C., wo sie die Inventarnummer 1984.3.5 trägt. Die verwandte Radierung wurde 1876 in der Zeitschrift L'Eau Forte von der Witwe Alfred Cadarts in Paris veröffentlicht. Abzüge des Drucks befinden sich im Besitz des Metropolitan Museum of Art, des Clark Art Institute, des Museum of Fine Arts in Houston und des Cleveland Museum of Art.

Kontext

Félix Bracquemond war eine zentrale Figur der französischen Radierrevivalbewegung des neunzehnten Jahrhunderts und leistete bedeutende Beiträge zur Druckgrafik und zum Keramikdesign. Diese Zeichnung und der entsprechende Druck belegen seine Praxis, nach dem Leben zu arbeiten, da der Druckforscher Henri Beraldi feststellte, die Radierung sei nach der Natur graviert worden. Bracquemonds Verbindung zur Porzellanmanufaktur Sèvres, wo er ebenfalls als Designer tätig war, bietet einen direkten beruflichen Kontext für sein Porträt von Meyer-Heine, dem Oberemailleur der Manufaktur. Das Werk spiegelt die Schnittstelle zwischen bildender Kunst und dekorativen Künsten im Frankreich des neunzehnten Jahrhunderts wider, während die Veröffentlichung der Radierung durch Cadart sie eindeutig in die zeitgenössische Bewegung einordnet, die Radierung als eigenständiges künstlerisches Medium zu etablieren.

Meyer-Heine
Meyer-Heine, Félix Bracquemond

Artist & collection

Portrait of Félix Bracquemond

Artist

Félix Bracquemond

Félix Henri Bracquemond was a French painter, etcher, and printmaker. He played a key role in the revival of printmaking, encouraging artists such as Édouard Manet, Edgar Degas and Camille Pissarro to use this technique.

This work is in the public domain (CC0). Image source: National Gallery of Art open access. Spotted an error in this record? Tell us.