Artwork

Alexander und Bucephalus

Alexander und Bucephalus, by Edgar Degas, oil, 1862
Alexander und Bucephalus, by Edgar Degas, oil, 1862

Alexander und Bucephalus is an oil painting by the Impressionist artist Edgar Degas. It dates from 1862 and is held in the collection of the National Gallery of Art.

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Inscribed:lower right: Degas

About this work

Überblick

Seine Stellung im Œuvre des Künstlers bietet entscheidende Einblicke in die formative Entwicklung Degas' vor seiner Hinwendung zu Motiven des modernen Lebens.

Alexander und Bucephalus ist ein Ölgemälde auf Leinwand von Edgar Degas, datiert auf 1861 oder 1861/1862, mit den Maßen 115 mal 89 cm. Das Werk befindet sich in der National Gallery of Art in Washington, D.C., wo es im West Building Main Floor, Gallery M90, unter der Inventarnummer 1997.57.1 ausgestellt ist. Gemalt zu Beginn von Degas' Karriere, markiert das Bild eine bedeutende Abkehr von den Ballett- und Genreszenen, für die er später berühmt wurde. Stattdessen zeigt es sein Engagement für die klassische Historienmalerei und die ehrgeizigen Erzähltraditionen der französischen akademischen Kunst. Seine Stellung im Œuvre des Künstlers bietet entscheidende Einblicke in die formative Entwicklung Degas' vor seiner Hinwendung zu Motiven des modernen Lebens.

Motiv und Bedeutung

Das Gemälde stellt die legendäre Episode aus der Antike dar, in der der junge Alexander der Große Bucephalus zähmt, das Pferd, das zu seinem berühmten Kriegspferd werden sollte. Im linken Vordergrund steht ein hellbraunes Pferd mit weißem Stirnfleck neben einer Figur in kurzer weißer Tunika, die mit erhobenem Arm voranschreitet; es handelt sich vermutlich um Alexander selbst. In der Nähe hält eine Figur mit roter Mütze ein großes hellblaues Tuch, während rechts ein älterer bärtiger Mann in dunklen Gewändern mit ausgestrecktem rechtem Arm gestikuliert. Eine sitzende Figur in gelbem und tiefrotem Gewand befindet sich unten rechts, vom Betrachter abgewandt. Weitere Figuren und Pferde bevölkern die mittlere Ferne vor einem Hintergrund aus sanften Hügeln, fernen Bergen, Wasser und einem großen dunklen Baum. Die Komposition vermittelt Erwartung und das Aufkommen einer entscheidenden Beziehung zwischen Pferd und Mensch, die in der historischen Überlieferung für Tapferkeit und Außergewöhnlichkeit steht. Die Zuschauer, die die Szene rahmen, verstärken ihre Würde, während die vom Wind bewegte Landschaft eine dramatische Atmosphäre für diesen Moment der Verwandlung schafft.

Technik und Stil

In Öl auf Leinwand ausgeführt, zeigt das Gemälde eine Palette aus warmen Ockern und Brauntönen, gedämpften Grüntönen, tiefen Rottönen sowie Akzenten in Hellblau und Gelb. Der Pinselstrich variiert von glatt bei den Figuren bis hin zu lockerer und atmosphärischer in der Landschaft; an manchen Stellen ist die Leinwandstruktur sichtbar, und bestimmte Bereiche wirken insgesamt unfertig oder skizzenhaft. Die Schatten sind weich und diffus, ohne starke gerichtete Lichtquelle. Diese Behandlung hat Wissenschaftler dazu veranlasst, die Frage der Vollendung in Degas' Werk zu untersuchen, wobei das Gemälde als wichtiger Fall für den experimentellen Ansatz des Künstlers bezüglich Oberfläche und Fertigstellung dient. Der Eindruck der Unvollständigkeit, insbesondere in der Behandlung bestimmter Figuren und des Hintergrunds, deutet entweder auf eine bewusste ästhetische Entscheidung oder auf ein im Prozess abgebrochenes Werk hin und spiegelt die Spannung zwischen akademischer Vollendung und spontaneren malerischen Effekten wider, die den reifen Stil Degas' charakterisieren würden.

Geschichte und Provenienz

Das Gemälde wurde bei der ersten Atelierauktion von Degas verkauft, die vom 6. bis 8. Mai 1918 in der Galerie Georges Petit in Paris stattfand, als Los Nummer 5 unter dem Titel Achille et le Bucéphale. Bis 1951 befand es sich in der Sammlung von Dr. Hans Graber (1886-1956), einem Kunsthistoriker und Sammler in Morcote, Schweiz, der über Künstler des neunzehnten Jahrhunderts einschließlich Degas schrieb. Möglicherweise wurde es 1929 im Kunsthaus Zürich ausgestellt. Anschließend gelangte es über Walter Hugelshofer in Zürich an M. Knoedler and Co., New York, gemeinsam mit Pinakos, Inc. (Rudolf Heinemann), New York, ab Oktober 1956. Der Anteil von Knoedler wurde wahrscheinlich an Pinakos zurückverkauft, und das Gemälde ging in den Besitz von Lore Heinemann, der Witwe von Rudolf J. Heinemann, über, die es 1997 der National Gallery of Art vermachte. Das Werk wurde 1951-1952 im Kunstmuseum Bern, 1958 im Los Angeles County Museum, 1998 in der National Gallery of Art für die Ausstellung Degas at the Races, 2014-2015 in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, 2015-2016 im Minneapolis Institute of Art und in der National Gallery, London, für die Ausstellung Delacroix and the Rise of Modern Art sowie 2016-2017 in der National Gallery of Victoria, Melbourne, für die Ausstellung Degas, A New Vision gezeigt.

Kontext

Gemalt zwischen 1859 und 1861, gehört Alexander und Bucephalus zu einer Zeit, in der Degas aktiv mit der Historienmalerei beschäftigt war, dem angesehensten Genre in der akademischen Hierarchie jener Zeit. Dieses frühe Werk zeigt seine Vertiefung in klassische Sujets und kompositorische Konventionen vor seiner entscheidenden Hinwendung zu Motiven des modernen Lebens. Das Gemälde wurde in der wissenschaftlichen Literatur diskutiert, darunter im Katalog raisonné von Paul-André Lemoisne und kürzlich in konservatorischen Studien, die Degas' Arbeitsmethoden untersuchen. Ann Hoenigswald und Kimberly A. Jones haben in einer Veröffentlichung von 2017 die Frage der Vollendung in Degas' Werk behandelt und dieses Gemälde als bedeutendes Beispiel herangezogen. Die Identifizierung des Werks als impressionistisch durch einige Quellen spiegelt eine retrospektive Kategorisierung basierend auf der späteren Zuordnung des Künstlers wider, obwohl sein tatsächlicher Stil in akademischen und historischen Traditionen mit aufkommender malerischer Freiheit verwurzelt bleibt.

Nachwirkung

Alexander und Bucephalus nimmt eine wichtige Position beim Verständnis von Degas' künstlerischer Entwicklung ein und repräsentiert den Ehrgeiz und die klassische Ausbildung seiner frühen Jahre, bevor sein Ruf auf Tänzerinnen, Badenden und Rennbahnszenen festgelegt wurde. Das Nachleben des Gemäldes in der Forschung konzentriert sich zunehmend auf materielle und technische Analysen, da sein scheinbar unfertiger Zustand Hinweise auf Degas' sich wandelnde Haltung gegenüber Oberfläche, Vollendung und den Grenzen traditioneller akademischer Praxis bietet. Seine Aufnahme in große internationale Ausstellungen von den 1950er bis in die 2010er Jahre zeugt von seiner anhaltenden institutionellen Anerkennung. Die Reise des Werks von einer Pariser Atelierauktion über Schweizer und amerikanische Privatsammlungen zur National Gallery of Art spiegelt die breitere Streuung und Wiederentdeckung von Degas' frühen Historiengemälden im zwanzigsten Jahrhundert wider. Als Vermächtnis von Lore Heinemann dient es nun als dauerhafte Ressource für die Untersuchung der Gründungsphase eines der bedeutendsten Künstler des neunzehnten Jahrhunderts.

The Good Samaritan
The Good Samaritan, Alexandre Gabriel Decamps

Artist & collection

Portrait of Edgar Degas

Artist

Edgar Degas

Born Hilaire-Germain-Edgar De Gas on 19 July 1834 in Paris, Edgar Degas came from an affluent banking family with aristocratic roots and spent his childhood among the cultivated circles of the French capital.

This work is in the public domain (CC0). Image source: National Gallery of Art open access. Spotted an error in this record? Tell us.