Artwork
Rape of Europa

Rape of Europa is an oil painting by the Early Baroque Italian artist Francesco Albani. It dates from 1642 and is held in the collection of the Hermitage Museum.
About this work
Überblick
Mit den Maßen 170 mal 224 Zentimeter zeigt das Werk die mythologische Entführung der phönizischen Prinzessin Europa durch Jupiter in Gestalt eines Stiers.
Der Raub der Europa ist ein Ölgemälde auf Leinwand des italienischen Barockmalers Francesco Albani, datiert auf 1642. Mit den Maßen 170 mal 224 Zentimeter zeigt das Werk die mythologische Entführung der phönizischen Prinzessin Europa durch Jupiter in Gestalt eines Stiers. Heute befindet es sich im Eremitage-Museum als Teil der Sammlung von Heinrich von Brühl und verkörpert den idyllischen, klassizistischen mythologischen Stil, für den Albani berühmt wurde. Die Komposition spiegelt die breitere Bewegung der Bologneser Klassik wider und zeigt die erfolgreiche Adaption der idealisierenden Prinzipien Annibale Carraccis in intime, lyrische Erzählungen, die bei europäischen Sammlern sehr beliebt waren.
Sujet und Bedeutung
Das Gemälde illustriert eine Episode aus der griechischen Mythologie, nämlich die Entführung der Europa, Tochter des Königs von Tyros, wie sie von dem lateinischen Dichter Ovid in seinen Metamorphosen beschrieben wird. Jupiter, der sich in einen schönen weißen Stier verwandelt hatte, um die Prinzessin zu verführen, trägt sie über das Meer zur Insel Kreta. Europa, gekleidet in ein langes tiefblaues Gewand, ist von dem Ereignis überwältigt und wendet ihren Blick zurück zu ihren Zofen, die am bewaldeten Ufer im Hintergrund versammelt bleiben. Vier flatternde Putten umgeben das Paar und unterstützen den verkleideten Gott bei seinem Vorhaben. Ein Putto stützt die Prinzessin, ein anderer hält die Blumengarlande des Stiers, ein dritter greift nach dem Horn des Stiers, und ein vierter hält ein wallendes karmesinrotes Tuch hoch, ein kompositorisches Mittel, das Albani häufig einsetzte, um Bewegung und Dramatik zu betonen.
Technik und Stil
Ausgeführt in Öl auf Leinwand, zeigt das Gemälde Albanis verfeilerte Technik und seine Verpflichtung gegenüber der klassizistischen Ästhetik der Carracci. Die Palette wird von tiefem Blau, sattem Rot und cremigen Fleischtönen dominiert, gesetzt gegen einen turbulenten grauen Himmel. Starke Licht-Schatten-Kontraste modellieren die Figuren, wobei die Szene von oben links beleuchtet wird, um dramatische Schatten über die Komposition zu werfen. Albani wandte glatte, polierte Pinselstriche an, um die Haut der Figuren wiederzugeben, während er in den Gewändern und den Landschaftselementen eine texturierete Behandlung einsetzte. Dieser verfeinerte Ansatz der mythologischen Malerei, gekennzeichnet durch anmutige Haltungen und süße Gesichtsausdrücke, spiegelt Albanis Studium Antonio da Correggios und seine Assimilation des idealisierenden Stils Annibale Carraccis wider, womit er sich vom dramatischen Manier seines ersten Lehrmeisters Ludovico Carracci abwandte.
Geschichte und Provenienz
Entstanden in Italien 1642, gehört die Eremitage-Leinwand zu einer breiteren Serie von Versionen, die Albani und sein Werkstatt dieses beliebte Sujet produzierten. Die berühmteste Version, 1639 für Graf Angelo Oddi von Perugia geschaffen, befindet sich heute in der Uffizien-Galerie. Da diese Leinwand lange Zeit in Albanis Werkstatt verblieb, diente sie als direktes kompositorisches Modell für zahlreiche spätere Versionen, darunter solche in der Patrizi-Sammlung in Rom, der Colonna-Galerie in Rom und dem Louvre. Das Gemälde von 1642 in der Eremitage gelangte schließlich in die Sammlung von Heinrich von Brühl, bevor es in das Eremitage-Museum eingegliedert wurde. Die anhaltende Beliebtheit der Komposition führte zu späteren Reproduktionen, darunter ein Mitte des 19. Jahrhunderts entstandener Druck auf Papier von Johannes Jakob Frey nach Albanis Entwurf, heute im Victoria and Albert Museum.
Kontext
Francesco Albani war ein zentraler Vertreter der Bologneser Klassik, aktiv neben Zeitgenossen wie Domenichino und Guido Reni. Nach seiner Ausbildung unter Denis Calvaert und Ludovico Carracci wurde Albani einer der bedeutendsten Schüler Annibale Carraccis in Rom, wo er an großen Freskoaufträgen wie der Galerie des Palazzo Farnese und dem Palazzo Mattei di Giove arbeitete. Während seine frühen Werke Ludovicos dramatische und emotionale Manier nachahmten, übernahm Albani zunehmend Annibales idealisierende Klassik. Seine Berühmtheit gründete sich schließlich auf seine idyllischen Landschaften und kleinen mythologischen Bilder, deren lyrische Qualitäten ihm den Beinamen der Anakreon der Maler einbrachten. Diese mythologischen Kompositionen waren bei den gebildeten Mäzenen der Zeit sehr gefragt, die ihre ästhetische und dekorative Wertschätzung. Die Wissenschaftlerin Catherine Puglisi hat die verschiedenen Versionen des Raubs der Europa untersucht und festgestellt, dass Albani in seinen späteren Variationen zusätzliche Gottheiten am Himmel hinzufügte, wobei die Werkstattbeteiligung zunehmend evident wurde, obwohl Albanis eigene Hand noch in bestimmten Figuren erkennbar ist.
Nachleben
Albanis Kompositionen des Raubs der Europa erzielten bedeutenden kritischen und kommerziellen Erfolg und wurden von europäischen Sammlern für ihre ästhetische und dekorative Wertigkeit hoch geschätzt. Die Uffizien-Version gab zahlreiche Ableitungen von Albanis Nachfolgern zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert aus, die die stilistischen und kompositorischen Modelle seiner Werkstatt reproduzierten. Die anhaltende Attraktivität des Entwurfs belegt seine fortgesetzte Reproduktion im 19. Jahrhundert, wie der Druck von Johannes Jakob Frey. Die verschiedenen Versionen des Sujets, darunter solche in den Sammlungen Patrizi und Colonna sowie die Eremitage-Leinwand, festigten die Komposition als kanonische Darstellung des Mythos innerhalb der Bologneser klassischen Tradition.
Artist & collection
Artist
Francesco Albani or Albano was an Italian Baroque painter of Albanian descent who was active in Bologna, Rome, Viterbo (1609–1610), Mantua (1621–1622) and Florence (1633).


















