Artwork
Hl. Matthus der Evangelist

Hl. Matthus der Evangelist is an oil painting by the Rococo painting artist Georg Gsell. It dates from 1729 and is held in the collection of the Hermitage Museum.
About this work
bersicht
Das Gemlde stellt den Apostel und Evangelisten Matthus dar und konzentriert sich auf seine Rolle als traditioneller Verfasser des ersten Evangeliums.
Hl. Matthus der Evangelist ist ein religises Gemlde des schweizerischen Knstlers Georg Gsell aus dem Jahr 1729. In l auf Leinwand ausgefhrt, entstand das Werk in Russland und befindet sich heute in der Eremitage. Das Gemlde stellt den Apostel und Evangelisten Matthus dar und konzentriert sich auf seine Rolle als traditioneller Verfasser des ersten Evangeliums. Es gilt als bedeutendes Beispiel fr russische kirchliche Malerei des frhen 18. Jahrhunderts und spiegelt die westeuropischen knstlerischen Traditionen wider, die unter Peter dem Groen an den russischen Hof importiert wurden.
Sujet und Bedeutung
Das Kunstwerk zeigt den Apostel Matthus, einen der zwlf Jnger Jesu und den traditionellen Verfasser des Matthusevangeliums. In der christlichen Ikonographie wird Matthus hufg mit einem Engel, seinem spezifischen Symbol unter den vier Evangelisten, oder mit einem Buch als Sinnbild seines Evangeliums dargestellt. In Gsells Interpretation fehlt der Engel, und der Schwerpunkt liegt ausschlielich auf der gelehrten und gttlichen Inspiration des Apostels. Der bartige Heilige ist dreiviertel nach rechts gewandt, sein Blick nach unten gerichtet auf ein aufgeschlagenes Kodex, den er in der linken Hand hlt, whrend seine rechte Hand auf den Text deutet. Diese Geste betont seine Rolle als Evangelist und Verbreiter der christlichen Schrift und verbindet die visuelle Darstellung mit seiner Identitt als Sammler der Worte des Herrn.
Technik und Stil
Gsell verwendete l auf Leinwand, um die Figur mit polierter Oberflche und sorgfltiger anatomischer Detailtreue wiederzugeben. Die Komposition wird von einer zurckhaltenden Palette aus Tiefblau, Grn und warmen Brauntnen dominiert, wobei die strahlend weien Seiten des aufgeschlagenen Buches einen scharfen Kontrast bilden. Der Heilige trgt einen dunkel blaugrnen Mantel ber einem rtlichen Untergewand, und ein dnner goldener Heiligenschein schwebt ber seinem Haupt. Das Licht fllt von oben links ein und modelliert das Gesicht, die Hnde und die Faltenwurf des Gewands. Der Pinselduktus ist glatt und ermglicht weiche bergnge, die besonders in den Fleischtnen und im Stoff erkennbar sind. Der Hintergrund besteht aus einem flachen, gedmpften Grn ohne erkennbare Details, was die Figur isoliert und ihren kontemplativen Zustand betont. Die Oberflche weist einige Abnutzungen und kleinere Beschdigungen an den Rndern auf.
Geschichte und Provenienz
Georg Gsell schuf das Gemlde 1729 whrend seiner ttigkeit in Russland. Das Werk war Teil einer Auftragsarbeit von dreizehn Gemlden fr die Lutherische Kirche St. Peter am Newski-Prospekt in St. Petersburg, zu der kniehohe Bilder der Apostel und Evangelisten sowie eine Darstellung der Kreuzigung gehren. Das Gemlde gelangte spter in die kaiserlichen Sammlungen, und Gsell selbst half 1738 und 1739 bei der Erstellung von Inventaren der Gemldekollections in den Peterhof-Palsten, einschlielich der Eremitage. Heute befindet sich das Gemlde weiterhin im Eremitage-Museum in St. Petersburg, Russland.
Kontext
Georg Gsell war ein schweizerischer Maler, der 1673 in St. Gallen geboren wurde, in Wien unter dem Antwerpener Maler A. Schoonjans studierte und spter nach Amsterdam zog. 1717 bersiedelte er auf Einladung Peter des Groen, den er in den Niederlanden kennengelernt hatte, nach Russland. Gsell wurde zu einer zentralen Figur in der frhen Russischen Akademie der Wissenschaften und unterrichtete ab 1726 Zeichnung und Malerei. Seine Beitrge zur russischen Kunst erstreckten sich ber Tafelbilder hinaus auf Deckengemlde im Sommerpalast, Ikonen und Kuppelbilder fr die Peter-und-Paul-Kathedrale sowie dekorative Projekte fr die Kunstkammer und Triumphbogen. Seine Arbeit fr die Lutherische Kirche St. Peter, zu der Hl. Matthus der Evangelist gehrt, spiegelt die Integration westeuropischer barocker und religiser Maltraditionen in die russische Kaiserhauptstadt des frhen 18. Jahrhunderts wider.
Nachwirkung
Der Auftrag von dreizehn Werken fr die Lutherische Kirche St. Peter reprsentiert eine spezifische Phase in Gsells Schaffen, die seine sikularen Hofaufgaben mit seinen kirchlichen Auftrgen verbindet. Whrend das breitere kulturelle Erbe des hl. Matthus der Evangelist als Sujet ber JahrhundCTS hristlicher Kunst spannt, von frhen karolingischen Handschriften bis zu Meisterwerken der Renaissance, trgt Gsells Gemlde zu dieser Tradition bei, indem es die Ikonographie an die formale, polierte sthetik der europischen Malerei des 18. Jahrhunderts anpasst, wie sie am russischen Hof praktiziert wurde. Das Werk bleibt Teil der Bestnde des Eremitage-Museums und bewahrt das Zeugnis des westlichen knstlerischen Einflusses, der durch die Kulturprogramme Peter des Groen gefrdert wurde.
Artist & collection
Artist
Georg Gsell (Russian: Георг Гзелль; 28 January 1673 – 22 November 1740) was a Swiss Baroque painter, art consultant and art dealer.












