Artwork

Maria mit dem Kind

Maria mit dem Kind, by Lippo Memmi, paint, 1340
Maria mit dem Kind, by Lippo Memmi, paint, 1340

Maria mit dem Kind is a paint painting by the Byzantine icon painting artist Lippo Memmi. It dates from 1340 and is held in the collection of the Gemäldegalerie Berlin.

About this work

Überblick

Maria mit dem Kind ist eine vergoldete Tafelmalerei des Sieneser Künstlers Lippo Memmi, die auf etwa 1330-1340 datiert wird.

Maria mit dem Kind ist eine vergoldete Tafelmalerei des Sieneser Künstlers Lippo Memmi, die auf etwa 1330-1340 datiert wird. Das in Tempera und Gold auf Pappelholz ausgeführte Werk zeigt die Jungfrau Maria mit dem Christuskind auf dem Schoß. Es befindet sich in der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin, wo es im Raum 40 für italienische Malerei des 13. bis 15. Jahrhunderts ausgestellt ist. Das Gemälde ist als erhaltenes Fragment eines größeren Polyptychons, des Polyptychons von Colle di Val d'Elsa, von Bedeutung und veranschaulicht den verfeinerten sienesischen Trecento-Stil, den Memmi gemeinsam mit seinem berühmteren Schwager Simone Martini prägte.

Sujet und Bedeutung

Das zentrale Thema ist eine Madonna mit Kind-Komposition, wobei Maria sitzend das Jesuskind auf ihrem Schoß hält. Das Christuskind umfasst eine Schriftrolle mit einer abgekürzten biblischen Zitation: NULLUS SURREXIT MAIOR JOHANNIS BATIS(TAE), eine auf Johannes den Täufer bezogene Anspielung aus Matthäus 11,11. Diese Inschrift, die als "Niemand ist unter den Menschengeborenen aufgetreten, der größer wäre als Johannes der Täufer" übersetzt wird, ist in einem Madonna mit Kind-Zusammenhang ungewöhnlich und spiegelt möglicherweise die ursprüngliche Weihe des Altars oder die Interessen des Auftraggebers wider. Die Figuren tragen mit geprägten Mustern versehene Heiligenscheine, die ihren heiligen Status kennzeichnen. Memmi gestaltet die Interaktion zwischen Mutter und Kind mit bemerkenswerter Intimität: Maria stützt ihren Sohn mit der linken Hand, während sie mit der rechten sanft seinen Fuß berührt, und Jesus umklammert sowohl ihren Mantel als auch ihren Schleier. Diese taktilen Details, die von byzantinischen Vorbildern stammen, jedoch mit größerer menschlicher Wärme aufgeladen sind, verleihen den Figuren einen Sinn für private Häuslichkeit innerhalb ihrer formellen, heiligen Darstellung.

Technik und Stil

Das Gemälde ist in Tempera und Gold auf einer Pappelholztafel ausgeführt und misst 66,5 x 27,4 cm für den Dreiecksgiebel und 66,7 x 27,8 cm für den Rahmenaußenmaß. Die Tafel und ihr Rahmen sind aus einem einzigen Holzstück geschnitzt, was eine einheitliche architektonische Einheit schafft. Die Gesamtfarbpalette wird von Gold, Tiefblau, Zinnober und Grün dominiert. Maria trägt einen dunkelblauen Mantel mit rotem Futter, während das Christuskind in orange und grün gefärbte Gewänder gekleidet ist. Der Hintergrund ist vollständig mit Blattgold mit sichtbarer Prägung und Musterung bedeckt. Stilistisch sind die Figuren mit flachem, gleichmäßigem Licht und minimalem Schatten dargestellt, mit linearen Gewandfalten und stilisierten Gesichtszügen. Die Maloberfläche weist feine Krakelure auf. Der Rahmen zeigt Spitzbögen, dekorative Fialen und profilierte vergoldete Kanten, was dem sienesischen Polyptychon-Design der Epoche entspricht.

Geschichte und Provenienz

Die Tafel stammt aus dem zerlegten Polyptychon von Colle di Val d'Elsa, wo sie in der Kirche San Francesco aufbewahrt wurde. Das Werk wurde 1841-42 von Gustav Friedrich Waagen für die Gemäldegalerie Berlin erworben, und zwar aus der Sammlung des Malers Francesco Galgani in Siena. Es gelangte mit der Inventarnummer 1081A in den Museumsbestand. Die Rückseite der Tafel trägt ein Siegel mit der Inschrift "Insigne Campo Santo di Pisa", was auf eine frühere Verbindung mit dem Camposanto in Pisa hinweist, wobei die genaue Natur dieser Verbindung unklar bleibt. Die Dreiecksgiebelform der Tafel deutet darauf hin, dass sie ursprünglich einen der Hauptteile des Polyptychons bekrönte.

Kontext

Lippo Memmi, der in Siena von etwa 1291 bis zu seinem Tod 1356 tätig war, war eine bedeutende Figur der sienesischen Schule des vierzehnten Jahrhunderts. Er war der Schwager von Simone Martini, und die wissenschaftliche Zuschreibung hat zuweilen beide Künstler einbezogen, wobei die Gemäldegalerie beide Namen in Verbindung mit diesem Werk führt. Das Gemälde gehört zur Zeit des internationalen Prestiges der sienesischen Malerei, als Künstler byzantinische Formtraditionen mit zunehmend naturalistischer Beobachtung verbanden. Der ursprüngliche Aufstellungsort in San Francesco, Colle di Val d'Elsa, ordnet es in den Kontext der franziskanischen Patronage in der Toskana ein. Die Inschrift, die auf Johannes den Täufer verweist, könnte spezifische fromme Interessen dieses Ordens oder lokaler Auftraggeber widerspiegeln. Die Erwerbung der Tafel durch Waagen in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts war Teil eines breiteren Bemühens des preußischen Staates, eine umfassende Sammlung früher italienischer Malerei aufzubauen, wodurch es zu einem der frühesten sienesischen Trecento-Werke in einer bedeutenden deutschen öffentlichen Sammlung wurde.

Nachwirkung

Als erhaltenes Fragment des Polyptychons von Colle di Val d'Elsa dient Maria mit dem Kind als entscheidendes Zeugnis für die Rekonstruktion von Memmis Frühwerk und des Erscheinungsbildes eines bedeutenden zerstreuten Altars. Das Werk wurde in der modernen Forschung für seine zarte Darstellung der Mutter-Kind-Beziehung anerkannt, die Entwicklungen in der späteren sienesischen und florentinischen Malerei vorwegnimmt. Seine Präsenz in der Gemäldegalerie hat es zu einem Standardreferenzpunkt für Studien über Memmis Werk und über sienesische Tafelmalerei im Allgemeinen gemacht. Der ausgezeichnete Erhaltungszustand der Tafel, trotz feiner Krakelure, ermöglicht es dem Betrachter, die ursprüngliche Leuchtkraft ihres Goldgrunds und die verfeinerte Temperatechnik zu schätzen, die die sienesische Schule auszeichnete. Die Zerlegung des ursprünglichen Polyptychons, wenn auch aus kunsthistorischer Sicht bedauerlich, hat es ermöglicht, dieses besondere Tafelbild als eigenständiges Meisterwerk von Memmis Andachtsbildern zu studieren und auszustellen.

Madonna and Child
Madonna and Child, Master of San Torpè

Artist & collection

Portrait of Lippo Memmi

Artist

Lippo Memmi

Lippo Memmi (c. 1291 – 1356) was an Italian painter from Siena. He was the foremost follower of Simone Martini, who was his brother-in-law. Together with Martini, in 1333 he painted what is regarded as one of the…

This work is in the public domain (CC0). Image source: Gemäldegalerie Berlin open access. Spotted an error in this record? Tell us.