Artwork

Portrait of Anna Pitt as Hebe

Portrait of Anna Pitt as Hebe, by Élisabeth Louise Vigée Le Brun, oil, 1796
Portrait of Anna Pitt as Hebe, by Élisabeth Louise Vigée Le Brun, oil, 1796

Portrait of Anna Pitt as Hebe is an oil painting by the Rococo painting artist Élisabeth Louise Vigée Le Brun. It dates from 1796 and is held in the collection of the Hermitage Museum. Anne Pitt als Hebe ist ein Porträtgemälde von 1792 der französischen Künstlerin Élisabeth Vigée Le Brun.

About this work

Überblick

Mit den Maßen 140 mal 99,5 Zentimeter zeigt das Werk die englische Adlige Anne Pitt in der Gestalt der griechischen Göttin Hebe, der Schankmädchen der Götter.

Das Porträt der Anna Pitt als Hebe ist ein 1792 entstandenes Ölgemälde auf Leinwand der französischen Künstlerin Élisabeth Louise Vigée Le Brun, einer führenden Porträtmalerin des europäischen Adels. Mit den Maßen 140 mal 99,5 Zentimeter zeigt das Werk die englische Adlige Anne Pitt in der Gestalt der griechischen Göttin Hebe, der Schankmädchen der Götter. Das Gemälde befindet sich heute in der Sammlung des Eremitage-Museums in Sankt Petersburg, wo es als historisierendes Porträt geführt wird. Während Vigée Le Bruns Aufenthalt in Rom entstanden, verkörpert das Werk die Fähigkeit der Künstlerin, Porträtmalerei mit mythologischer Allegorie zu verbinden, eine Strategie, die bei ihrer elitären Klientel auf große Resonanz stieß und ihren Ruf an den europäischen Höfen festigte. Das Porträt zeichnet sich durch seine polierte akademische Ausführung, seine Stellung innerhalb von Vigée Le Bruns italienischer Periode und sein Überdauern in einer bedeutenden öffentlichen Sammlung trotz des turbulenten politischen Klimas der Französischen Revolution aus.

Motiv und Bedeutung

Die Dargestellte, Anne Pitt, war die Tochter von Thomas Pitt, 1. Baron Camelford von Boconnoc in Cornwall, und gehörte zur mächtigen Pitt-Dynastie, die die britische Politik während des gesamten achtzehnten Jahrhunderts dominierte. Sie posierte für Vigée Le Brun in Rom, während sie ihren Vater auf einer Italienreise begleitete. Für das Porträt waren sieben Sitzungen erforderlich, woraufhin sie im Juni 1792 nach England zurückkehrte und im Juli desselben Jahres ihren Cousin, den Politiker William Grenville, heiratete. Später wurde sie Baroness Grenville und war die Ehefrau des Premierministers während der Regierung aller Talente von 1806 bis 1807. Vigée Le Brun stellt Pitt als Hebe dar, die griechische Göttin der Jugend, die den Göttern Nektar und Ambrosia kredenzte. In dieser Rolle reicht sie Jupiter, in seiner Gestalt als Adler, den schwarzen Vogel mit gelbem Schnabel, der sich zum Trinken aus der goldenen Schale neigt, die sie ihm darbietet. Die Ikonografie trägt multiple Bedeutungen: Die Verbindung von Hebe mit Jugend und ehelicher Unschuld passt zu einer jungen Frau am Vorabend ihrer Hochzeit, während der Adler Jupiters einen Ton imperialer Pracht anschlägt, der dem politischen Ansehen der Familie Pitt entspricht. Das klassische weiße Gewand, der rote Gürtel und der goldbesetzte Überärmel signalisieren sowohl antike Tugend als auch zeitgenössische Mode, eine charakteristische Vermischung in Vigée Le Bruns allegorischen Porträts.

Technik und Stil

Das Gemälde ist in Öl auf Leinwand ausgeführt, mit der geschmeidigen, verblendeten Pinselführung, die für polierte akademische Malerei charakteristisch ist. Die Komposition stellt die Figur im Dreiviertelprofil vor einem gedämpften, wolkigen Himmel dar, wobei die Dargestellte und der Adler die unteren zwei Drittel der Leinwand einnehmen. Eine Steinbank hinter dem Adler trägt die Kanne und verankert die mythologische Szene in einem plausiblen physischen Raum. Die Palette ist warm, dominiert von Brauntönen, Gold und cremeweißen Farben, die vor einer kühlen grau-blauen Atmosphäre stehen. Das Licht fällt sanft von links, modelliert Gesicht und Arme und erzeugt sanfte Schatten in den Falten des Gewandes. Der durchsichtige Überärmel am rechten Arm und die rostfarbene Draperie, die um den unteren Körper und die linke Schulter gewickelt ist, demonstrieren Vigée Le Bruns Geschick bei der Wiedergabe unterschiedlicher Textilstrukturen. Ein schmaler Streifen blassen Lichts, der in der oberen rechten Ecke durch dunkle Wolken bricht, verleiht dem ansonsten friedlichen Bild dramatische Spannung. Der Gesamteindruck ist einer idealisierten Naturalistik, die sorgfältige Beobachtung der Züge der Dargestellten mit den erhabenen Konventionen der Historienmalerei verbindet.

Geschichte und Provenienz

Das Porträt wurde 1792 in Rom gemalt, während Vigée Le Bruns längerem Aufenthalt in Italien nach ihrer Flucht aus dem revolutionären Frankreich. Die Anwesenheit von Anne Pitt in Rom mit ihrem Vater bot die Gelegenheit für die Auftragsarbeit. Nach seiner Fertigstellung bleibt die Provenienz des Gemäldes vor seiner Erwerbung durch das Eremitage-Museum in den verfügbaren Quellen nicht näher spezifiziert. Das Werk befindet sich heute in der Sammlung des Eremitage-Museums in Sankt Petersburg, Russland, wo es unter dem Titel Portrait of Anna Pitt as Hebe geführt wird. Seine Zugangschronik und die Umstände seines Eintreffens in die russische kaiserliche Sammlung werden in den Quellen nicht detailliert beschrieben, obwohl die Bestände des Museums an Werken von Vigée Le Brun maßgeblich durch Erwerbungen des neunzehnten Jahrhunderts geprägt wurden. Eine Ausstellungschronik für dieses spezifische Gemälde ist in den bereitgestellten Quellen nicht verzeichnet.

Kontext

Das Porträt von Vigée Le Brun gehört zu einer bedeutenden Phase ihrer Karriere. Nachdem sie 1789 Frankreich verlassen hatte, reiste sie Jahre lang durch Italien, Österreich und Russland, malte die europäische Elite und festigte ihren internationalen Ruf. Die Entscheidung, Anne Pitt als mythologische Figur darzustellen, folgt einer etablierten Konvention in der Praxis von Vigée Le Brun und in der adligen Porträtmalerei im Allgemeinen, bei der Dargestellte häufig als Göttinnen, Musen oder Heldinnen abgebildet wurden, um ihre Tugend, Schönheit und gesellschaftliche Stellung zu signalisieren. Das Werk wurde in mehreren wissenschaftlichen Publikationen diskutiert, darunter dem 2016er Katalog des Metropolitan Museum of Art Vigée Le Brun von Baillio, Baetjer und Lang sowie Mary D. Sheriff Studie The Exceptional Woman: Elisabeth Vigée-Lebrun and the Cultural Politics of Art. Das Porträt erscheint zudem im Kontext von Künstlerinnen in der Sammlung des Eremitage, wie in der 2003er Publikation An Imperial Collection: Women Artists from the State Hermitage Museum von Pomeroy und Blakesley vermerkt. Diese Quellen verorten das Gemälde innerhalb breiterer Diskussionen über Geschlecht, Mäzenatentum und die Kulturpolitik der Porträtmalerei im späten achtzehnten Jahrhundert.

Nachwirkung

Das Portrait of Anna Pitt as Hebe steht als bedeutendes Beispiel für Vigée Le Bruns italienische Periode und ihr anhaltendes Engagement für allegorische Porträtmalerei. Das spätere Schicksal des Gemäldes ist mit seiner Bewahrung im Eremitage-Museum verbunden, einer der wenigen großen öffentlichen Sammlungen, die eine beträchtliche Gruppe ihrer Werke beherbergen. Seine Aufnahme in wissenschaftliche Kataloge und Museumsveröffentlichungen hat seine Sichtbarkeit in kunsthistorischen Diskursen gesichert, insbesondere in Studien, die sich mit Künstlerinnen und der Schnittstelle von Porträtmalerei und mythologischer Erzählung befassen. Das Werk bietet Einblicke in die internationalen Netzwerke adligen Mäzenatentums, die Vigée Le Bruns Karriere trotz politischer Umwälzungen aufrechterhielten, sowie in die visuellen Strategien, durch die elitäre Frauen als idealisierte, quasi-göttliche Figuren konstruiert wurden. Obwohl ihr spezifischer Einfluss auf spätere Künstler in den verfügbaren Quellen nicht dokumentiert ist, bleibt das Gemälde ein Bezugspunkt zum Verständnis der Konventionen und Ambitionen der europäischen Porträtmalerei des späten achtzehnten Jahrhunderts.

Porträt des Ekaterina Dolgorukaya
Porträt des Ekaterina Dolgorukaya, Johann Baptist von Lampi the Elder

Artist & collection

Portrait of Élisabeth Louise Vigée Le Brun

Artist

Élisabeth Louise Vigée Le Brun

Élisabeth Louise Vigée Le Brun (French:; née Vigée; 16 April 1755 – 30 March 1842), also known as Louise Élisabeth Vigée Le Brun or simply Madame Le Brun, was a French painter who mostly specialized in portrait…

Hermitage Museum

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