Artwork

Diptychon von Federico da Montefeltro und Battista Sforza

Diptychon von Federico da Montefeltro und Battista Sforza, by Piero della Francesca, oil
Diptychon von Federico da Montefeltro und Battista Sforza, by Piero della Francesca, oil

Diptychon von Federico da Montefeltro und Battista Sforza is an oil painting by the Early Renaissance artist Piero della Francesca. It is held in the collection of the Uffizi Gallery.

About this work

Thema und Bedeutung

Das Diptychon zeigt Herzog Federico da Montefeltro und seine Gemahlin Battista Sforza im Profil, ein Format, das von antiken Münzen inspiriert ist und auf Ähnlichkeit sowie emotionale Distanz abzielt. Ihre gegensätzlichen Posen und die gemeinsame Landschaft der Marken unterstreichen ihre gemeinsame Herrschaft, während der starke Kontrast in den Hauttönen den ästhetischen Normen der Renaissance entspricht und auf Battistas frühen Tod hinweist. Die Rückseiten stellen allegorische Triumphe dar: Federicos von weißen Pferden gezogener Wagen symbolisiert den militärischen Sieg und wird von den Tugenden der Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung begleitet, während Battistas von einem Einhorn gezogener Wagen die Keuschheit verkörpert und die theologischen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe trägt. Lateinische Inschriften auf den Triumphbögen feiern ihre moralischen und politischen Ideale, verknüpfen persönlichen Verlust mit öffentlichem Erbe und bekräftigen die Rolle des Paares als Grundbesitzer und Kulturpatrone.

Technik und Stil

Das Werk ist ein beidseitiges Diptychon in Tempera auf Holztafeln, ursprünglich in einem Nussholzrahmen gefasst, der ein Falten ermöglichte.

Das Werk ist ein beidseitiges Diptychon in Tempera auf Holztafeln, ursprünglich in einem Nussholzrahmen gefasst, der ein Falten ermöglichte. Die Porträts sind im strengen Profil ausgeführt, einem Format, das von antiken Münzen und Medaillen inspiriert ist und Federicos fehlendes Auge verschleiert, während er gleichzeitig seine gebrochene Nase und die Altersspuren auf seiner Haut getreu festhält. Im Gegensatz dazu wird Battista mit einer idealisierten, blassen Hautfarbe und aufwendigem Schmuck dargestellt; ihre Züge stammen möglicherweise von einer Totenmaske nach ihrem vorzeitigen Tod.

Stilistisch verbindet das Stück die italienische Kompositionsstrenge mit flämischen Einflüssen, insbesondere in der erhöhten Perspektive und der kontinuierlichen, panoramischen Landschaft, die die beiden Figuren trotz der physischen Trennung der Tafeln vereint. Die Rückseiten zeigen allegorische Triumphe auf simulierten architektonischen Sockeln, wobei diese Außenflächen weniger gut erhalten sind als die Innenporträts, was wahrscheinlich auf die schützende Wirkung des ursprünglichen Faltmechanismus zurückzuführen ist.

Geschichte und Provenienz

Dieses Diptychon wurde von Federico da Montefeltro in Auftrag gegeben und vermutlich kurz nach dem Tod seiner Gemahlin Battista Sforza im März 1472 ausgeführt. Während einige Quellen ein Entstehungsfenster zwischen 1465 und 1472 annehmen, verortet der wissenschaftliche Konsens das Werk oft um 1472 oder 1473, wobei möglicherweise eine Totenmaske für Battistas Ähnlichkeit verwendet wurde. Die Tafeln waren ursprünglich in einem Nussholzrahmen gefasst, der wie ein Andachtsobjekt gefaltet werden konnte, mit den Porträts im Inneren und den allegorischen Triumphen an der Außenseite.

Ursprünglich im Herzogspalast von Urbino untergebracht, verblieb das Kunstwerk bei der Familie Montefeltro, bis deren Linie erlosch. Anschließend ging es an die Familie della Rovere, bevor es 1631 in die Medici-Sammlungen in Florenz gelangte, wo es zunächst in der Villa Medici Poggio Imperiale untergebracht war. Die spezifischen Identitäten der Dargestellten gerieten im Laufe der Zeit in Vergessenheit und wurden erst 1834 korrekt identifiziert. Seit 1773 wird das Diptychon in der Uffizi-Galerie ausgestellt.

Das Werk wird in der Uffizi-Galerie in Florenz aufbewahrt (Quelle 2, 4). Die Inventarnummer ist in den Quellen nicht explizit angegeben, sodass keine Zugangsnummer bereitgestellt werden kann. Die Ausstellungsgeschichte beschränkt sich auf die Präsentation in der Uffizi seit mindestens 1773, als es von der Villa Medici Poggio Imperiale in die Sammlung der Uffizi verlegt wurde (Quelle 4). Das Werk entstand um 1470, nach dem Tod von Battista Sforza im Jahr 1472, und gehört seitdem zur ständigen Ausstellung in Raum A9 der Uffizi (Quelle 2, 4).

Kontext

Piero della Francescas Diptychon gilt als eines der repräsentativsten Werke der italienischen Renaissance und verbindet die strenge Perspektive seiner florentinischen Ausbildung mit der minutiösen, linsenartigen Darstellung, die für die flämische Malerei charakteristisch ist. Indem Piero die Dargestellten im Profil vor einer kontinuierlichen, wellenförmigen Landschaft platzierte, brach er mit italienischen Traditionen und übernahm innovativ ein Kompositionsformat, das von niederländischer Kunst und antiken Münzen inspiriert war. Dies erhob das Paar zum Status von Grundbesitzern und Herrschern, vergleichbar mit antiken Kaisern.

Die Forschung hat sich vorrangig auf die Auftragsvergabe und Datierung des Werkes konzentriert. Während traditionell angenommen wurde, dass Federico da Montefeltro das Werk kurz nach dem Tod von Battista Sforza im Jahr 1472 in Auftrag gab, hat Michelle Marder Kamhi argumentiert, dass die Betonung von Federicos Taten in den Inschriften seinem tiefen Leid widerspricht, und stattdessen vorgeschlagen, dass ein Mäzen wie Lorenzo de' Medici es als Geschenk zur Ehre seines militärischen Sieges und zu seinem Trost übergeben habe. Zudem gerieten die Identitäten der Dargestellten über die Jahrhunderte in Vergessenheit und wurden erst 1834 korrekt wiedererkannt.

Nachwirkung

Das Diptychon von Federico da Montefeltro und Battista Sforza gilt weithin als eines der berühmtesten Porträts der italienischen Renaissance und verkörpert die Verschmelzung florentinischer Perspektive und flämischer Landschaftstradition. Über Jahrhunderte hinweg gerieten die spezifischen Identitäten der Dargestellten in Vergessenheit, bis sie 1834 korrekt wiedererkannt wurden. Nach dem Erlöschen der Linie Montefeltro ging das Werk an die Familie della Rovere, bevor es 1631 in die Medici-Sammlung in Florenz gelangte. Es wurde zunächst in der Villa Medici Poggio Imperiale ausgestellt und 1773 in die Uffizi-Galerie verlegt, wo es bis heute ein Mittelpunkt der Renaissance-Sammlung ist. Die Porträts sind dafür bekannt, Federico da Montefeltro als die am häufigsten dargestellte Figur seiner Epoche zu etablieren und dienen als bleibendes Modell humanistischer Fürstenpropaganda und künstlerischer Innovation.

Portrait of Battista Sforza
Portrait of Battista Sforza, Piero della Francesca

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