Artwork

Little Girl with Slate

Little Girl with Slate, by Prior-Hamblin School, oil, 1845
Little Girl with Slate, by Prior-Hamblin School, oil, 1845

Little Girl with Slate is an oil painting by the Romanticist artist Prior-Hamblin School. It dates from 1845 and is held in the collection of the National Gallery of Art.

Inscription
Inscribed:on slate: Suffer Little Children to Come unto me for of such is the kingdom of Heav[en]

About this work

Überblick

Little Girl with Slate ist ein Ölgemälde auf Leinwand der Prior-Hamblin School, eines amerikanischen Künstlerkollektivs, das Mitte des neunzehnten Jahrhunderts aktiv war. Das um 1845 datierte Werk misst 68,8 mal 56 Zentimeter (27 1/16 mal 22 1/16 Zoll) und befindet sich in der Sammlung der National Gallery of Art in Washington, D.C., unter der Inventarnummer 1953.5.66. Das Gemälde ist ein bedeutendes Beispiel für die amerikanische naive Porträtmalerei und verkörpert das kollaborative und stilistisch charakteristische Schaffen einer familienbasierten Werkstatt, die während der Vorkriegszeit in Neuengland Porträts anfertigte. Seine Übernahme durch die National Gallery of Art im Jahr 1953 markierte einen wichtigen Moment in der institutionellen Anerkennung der amerikanischen Volkskunst.

Motiv und Bedeutung

Das blonde Haar des Kindes ist gescheitelt und nach hinten gebunden, die Hände ruhen auf der Schiefertafel mit leicht gekrümmten Fingern.

Das Gemälde zeigt ein unbekanntes junges Kind, das frontal auf einem geschnitzten hölzernen Hocker mit geschwungenen Beinen sitzt und eine rechteckige Schiefertafel im Schoß hält. Die Figur trägt ein weißes Kleid mit freier Schulter, das am Ausschnitt und an den Ärmeln mit rosa Borten verziert ist, einen rosa-roten Rock, weiße Höschen, braune Schnürstiefel mit dunklen Zehen und eine rote Perlenkette. Das blonde Haar des Kindes ist gescheitelt und nach hinten gebunden, die Hände ruhen auf der Schiefertafel mit leicht gekrümmten Fingern. Die Tafel trägt eine sichtbare Inschrift: "Suffer Little Children to Come unto me for of such is the kingdom of Heav[en]", ein Zitat aus dem Evangelium nach Matthäus, das das Kind in einen Kontext religiöser Unschuld und spirituellen Privilegs stellt. Hinter der Figur hängt ein dunkelroter Vorhang mit geflochtenem Besatz vor einem gedämpften braunen Hintergrund, wodurch eine einfache, bühnenartige Szenerie entsteht. Die Ikonographie der Schiefertafel selbst, eines damals üblichen Lehrmittels, kombiniert mit der biblischen Inschrift, deutet auf Themen der kindlichen Unterweisung, Frömmigkeit und der moralischen Erwartungen hin, die in der amerikanischen Kultur des neunzehnten Jahrhunderts an Kinder gestellt wurden. Das Porträt fungiert somit gleichzeitig als Abbild, als Bekenntnis zu familiären Werten und als Andachtsobjekt.

Technik und Stil

Das Werk ist in Öl auf Leinwand ausgeführt, in einer Technik, die für den naiven Stil der Prior-Hamblin School charakteristisch ist. Die Oberfläche zeigt glatte Pinselstriche mit flächiger, gleichmäßiger Farbauftragung und minimaler Modellierung, was eine zweidimensionale Qualität erzeugt, die akademische Perspektive und volumetrische Darstellung vermeidet. Das Licht fällt gleichmäßig auf die Figur, wobei weiche Schatten unter dem Rock und dem Hocker zu sehen sind, was auf ein grundlegendes Verständnis der Lichtquelle hindeutet, ohne jedoch eine vollständige naturalistische Schattierung zu verfolgen. Die Farbpalette wird von warmen Brauntönen, tiefen Rottönen und kräftigen Weißtönen dominiert, wobei die rosa und roten Akzente der Kleidung einen chromatischen Fokus vor dem dunkleren Hintergrund setzen. Der Hintergrund bleibt schlicht und unverziert, abgesehen von dem drapierten Vorhang, einer kompositorischen Konvention, die das Motiv isoliert und die frontale, direkte Präsentation betont. Diese Handhabung entspricht den breiteren Tendenzen der amerikanischen Limner-Malerei, bei der autodidaktische oder minimal ausgebildete Künstler Porträts schufen, die Klarheit der Gestaltung und symbolische Lesbarkeit über illusionistische Tiefe stellten. Die gerahmten Maße von 77,4 mal 64,7 mal 5,3 Zentimeter deuten auf ein bescheidenes Format hin, das für die häusliche Präsentation geeignet ist.

Geschichte und Provenienz

Die dokumentierte Provenienz des Gemäldes beginnt in Boston und spiegelt den operationellen Schwerpunkt der Prior-Hamblin School in Neuengland wider. Im Jahr 1953 erwarben Edgar William und Bernice Chrysler Garbisch das Werk; im selben Jahr schenkten sie es der National Gallery of Art, wo es als Geschenk in die Sammlung aufgenommen wurde. Die Inventarnummer 1953.5.66 verzeichnet diese Transaktion. Das Gemälde war seitdem in mehreren bedeutenden Ausstellungen zu sehen. Von 1968 bis 1969 war es in der Ausstellung "American Primitive Paintings from the Collection of Edgar William and Bernice Chrysler Garbisch" im Columbus Museum of Arts and Crafts in Georgia enthalten. Von 1973 bis 1974 diente es als verlängertes Leihgabe an den Council on Economic Policy im Büro des Finanzministers im Weißen Haus. Das Werk tourte 1975-1976 mit der Arkansas Artmobile Bicentennial Exhibition, organisiert vom Arkansas Arts Center. Von 1985 bis 1987 reiste es in der Ausstellung "American Naive Paintings from the National Gallery of Art", organisiert von der International Exhibitions Foundation, wobei der erste Ausstellungsort das Museum of American Folk Art in New York war. Von 1988 bis 1989 war es in "La Nascita di Una Nazione: Pittori americani dalla National Gallery of Art di Washington 1730-1880" zu sehen, gezeigt im Palazzo Pepoli Campogrande in Bologna und in der Galleria Internazionale d'Arte Moderna di Ca'Pesaro in Venedig. Zuletzt war es 2015-2017 in "Le Douanier Rousseau: L'innocence archaïque" im Palazzo Ducale in Venedig und im Musée d'Orsay in Paris vertreten, jedoch nicht in Prag.

Kontext

Die Prior-Hamblin School war ein familienbasiertes Kollektiv von Porträtmalern, das Mitte des neunzehnten Jahrhunderts aktiv war und sich auf die Arbeit von William Matthew Prior und seinen Schwiegereltern, der Familie Hamblin, konzentrierte. Das Schaffen der Schule stellt ein bedeutendes Kapitel in der amerikanischen naiven Malerei dar und verbindet die Traditionen der reisenden Limner-Porträtmalerei mit dem aufkommenden kommerziellen Markt für bürgerliche Familienporträts. Die Gruppe steht seit mindestens 1948 im Fokus der wissenschaftlichen Forschung, als Nina Fletcher Little in Antiques den Artikel "William M. Prior, Traveling Artist, and his In-Laws, the Painting Hamblens" veröffentlichte. Nachfolgende Forschungen von Jean Lipman und Alice Winchester (1950), Robert C. Bishop (1976) und Eleanor Rumford (1981) haben das Verständnis der Stellung der Schule innerhalb der amerikanischen Kunst erweitert. Der Beitrag von Deborah Chotner aus dem Jahr 1992 im systematischen Katalog der National Gallery of Art über amerikanische naive Gemälde, mit Beiträgen von Julie Aronson, Sarah D. Cash und Laurie Weitzenkorn, bietet die maßgebliche wissenschaftliche Behandlung von Little Girl with Slate. Claire Perrys Studie Young America: Childhood in 19th-Century Art and Culture aus dem Jahr 2006 verortet das Gemälde in breiteren kulturellen Diskursen über Kindheit und reproduziert es als Abbildung 158. Die Einbeziehung des Werks in die Rousseau-Ausstellung von 2015-2017, die die amerikanische naive Malerei mit der europäischen Kunst von Autodidakten verknüpfte, zeugt von seiner anhaltenden Relevanz in vergleichenden Studien über künstlerische Unschuld und Archaisierung.

Nachwirkung

Little Girl with Slate hat seit seiner Übernahme durch die National Gallery of Art eine stabile Position im Kanon der amerikanischen naiven Malerei behauptet. Seine Reproduktion in aufeinanderfolgenden Museums katalogen von 1970, 1980 und 1992 sowie seine Aufnahme in wissenschaftliche Publikationen und internationale Ausstellungen deuten auf seine Funktion als repräsentatives Beispiel für die Kinderporträtmalerei der Prior-Hamblin School hin. Das weitere Schicksal des Gemäldes wurde durch seine Verbindung zur Garbisch-Sammlung geprägt, einer der wichtigsten privaten Sammlungen amerikanischer Volkskunst, deren Streuung auf große Institutionen das öffentliche Verständnis des Genres maßgeblich beeinflusste. Das Erscheinen des Werks in der Rousseau-Ausstellung von 2015-2017 an bedeutenden europäischen Schauplätzen führte es neuen Publikumsgruppen im Rahmen der globalen naiven Kunst vor, was seine Fähigkeit andeutet, nationale Kategorien zu überschreiten. Die Präsenz des Gemäldes in der ständigen Sammlung der National Gallery of Art gewährleistet seine fortgesetzte Zugänglichkeit für Forschung und öffentliche Auseinandersetzung, während seine digitale Verfügbarkeit unter der Creative Commons CC0-Lizenz, wie vom Museum implementiert, eine breite Verbreitung ermöglicht. Die Inschrift auf der Schiefertafel, mit ihrer unvollständigen Wiedergabe von "Heaven", bleibt ein ergreifendes materielles Detail, das die Betrachter mit den religiösen und pädagogischen Praktiken der Kindheit im Amerika der Vorkriegszeit verbindet.

Daughter
Daughter, Prior-Hamblin School

Artist & collection

This work is in the public domain (CC0). Image source: National Gallery of Art open access. Spotted an error in this record? Tell us.