Artwork

Portrait of Cecilie Trier, née Melchior

Portrait of Cecilie Trier, née Melchior, by Bertha Wegmann, oil, 1893
Portrait of Cecilie Trier, née Melchior, by Bertha Wegmann, oil, 1893

Portrait of Cecilie Trier, née Melchior is an oil painting by the Post-Impressionist artist Bertha Wegmann. It dates from 1893 and is held in the collection of the Statens Museum for Kunst.

About this work

Überblick

Mit den Maßen 1259 mal 1402 mm befindet sich das Werk in der Sammlung des Statens Museum for Kunst in Kopenhagen.

Das Porträt Cecilie Trier, geb. Melchior ist ein Ölgemälde auf Leinwand der dänischen Künstlerin Bertha Wegmann aus dem Jahr 1885. Mit den Maßen 1259 mal 1402 mm befindet sich das Werk in der Sammlung des Statens Museum for Kunst in Kopenhagen. Wegmann, die erste Frau, die einen Lehrstuhl an der Königlich Dänischen Akademie der Schönen Künste innehatte, schuf dieses Porträt in einer Phase etablierter Reputation in der dänischen Kunst, nachdem sie 1883 die Thorvaldsen-Medaille erhalten hatte und vor ihrer historischen akademischen Ernennung im Jahr 1887. Das Gemälde verkörpert die intime, naturalistische Porträtmalerei, die ihre reife Praxis kennzeichnete und zu ihrem Ruf als eine der führenden Porträtistinnen Dänemarks im späten neunzehnten Jahrhundert beitrug.

Motiv und Bedeutung

Das Porträt zeigt eine ältere Frau, die in einem senfgelben, gepolsterten Sessel sitzt, der leicht rechts von der Mitte positioniert ist. Cecilie Trier trägt ein langes schwarzes Kleid mit einer Schleife am Kragen und hält in ihrer linken Hand einen gefalteten weißen Brief sowie in ihrer rechten Hand eine Brille. Ihr graues Haar ist zurückgebunden. Die häusliche Umgebung trägt symbolische Bedeutung: Links von ihr lässt ein Fenster mit durchsichtigen weißen Vorhängen helles Licht auf eine Fensterbank fallen, auf der eine grüne Topfpflanze, eine Vase mit gelben Rosen, ein Wollknäuel und ein Stück Spitze arrangiert sind. Ein weißes Spitzentuch liegt über der Rückenlehne ihres Stuhls, während getrocknete Pflanzen in der oberen rechten Ecke hängen. Diese Objekte deuten auf weibliche Häuslichkeit, Muße und den Lauf der Zeit hin. Der Brief und die Brille implizieren Literalität und intellektuelles Engagement und erschweren jede einfache Lesart des Modells als bloß passives älteres Subjekt. Die Farbpalette aus tiefem Schwarz, warmem Gelb, sanftem Weiß und gedämpftem Grün unterstreicht die kontemplative Stimmung.

Technik und Stil

Wegmann führte das Porträt in Öl auf Leinwand aus und arbeitete dabei mit einem naturalistischen Ansatz, der für den europäischen Realismus des späten neunzehnten Jahrhunderts charakteristisch ist. Das Licht fällt stark von links ein, erzeugt weiche Schatten und hebt das Gesicht und die Hände des Modells hervor; eine Behandlung, die Wegmanns Aufmerksamkeit für atmosphärische Effekte zeigt. Der Pinselstrich variiert innerhalb der Komposition: glatt und verschmolzen im Gesicht und an den Händen, wo Präzision für die Wiedergabe von Ähnlichkeit und Charakter unerlässlich war, und lockerer sowie strukturierter in den Vorhängen, der Polsterung und den Hintergrundelementen. Diese differenzierte Behandlung schafft eine visuelle Hierarchie, die die Aufmerksamkeit auf den Ausdruck und die Geste des Modells lenkt und gleichzeitig die gesamte bildliche Kohärenz bewahrt. Die gedämpfte blaugrüne Wand bietet einen zurückhaltenden Hintergrund, vor dem das warme Gelb des Stuhls und das tiefe Schwarz des Kleids einen auffälligen Kontrast bilden.

Geschichte und Provenienz

Das Gemälde entstand 1885, zu einer Zeit, als Wegmann bereits beträchtliche Anerkennung in Dänemark gefunden hatte. Sie war 1882 nach Jahren des Studiums in München und Paris nach Kopenhagen zurückgekehrt und stellte seit 1873 im Charlottenborg-Palast aus. Das Porträt gelangte in die Sammlung des Statens Museum for Kunst, wo es sich bis heute befindet. Das Werk trägt die Signatur der Künstlerin in der unteren rechten Ecke.

Kontext

Bertha Wegmann wurde in eine Familie deutscher Abstammung geboren, die nach Kopenhagen zog, als sie fünf Jahre alt war; ihr Vater war Kaufmann und Amateurmaler, der ihr frühes Interesse an der Kunst förderte. Sie erhielt erst mit neunzehn Jahren eine formale Ausbildung, als sie bei Frederik Ferdinand Helsted, Heinrich Buntzen und Frederik Christian Lund in Kopenhagen studierte. 1878 zog sie nach München, studierte kurz bei Wilhelm von Lindenschmit dem Jüngeren und Eduard Kurzbauer, bevor sie die Atelierausbildung zugunsten des direkten Studiums nach der Natur ablehnte. Sie schloss eine bedeutende berufliche und persönliche Freundschaft mit der schwedischen Malerin Jeanna Bauck, mit der sie nach Italien und später 1881 nach Paris reiste. Dort stellte sie in mehreren Salons aus und erhielt eine lobende Erwähnung. Ihr 1883 entstandenes Porträt ihrer Schwester gewann die Thorvaldsen-Medaille, und 1887 wurde sie zur ersten Frau, die einen Lehrstuhl an der Königlich Dänischen Akademie der Schönen Künste innehatte. Sie war von 1887 bis 1907 im Vorstand der Tegne- og Kunstindustriskolen for Kvinder tätig, vertrat Dänemark auf Weltausstellungen, einschließlich der World's Columbian Exhibition in Chicago, und erhielt 1892 die königliche Ingenio et Arti-Medaille.

Vermächtnis

Wegmanns Errungenschaft als erste weibliche Lehrstuhlinhaberin an der Königlich Dänischen Akademie der Schönen Künste öffnete institutionelle Türen für Künstlerinnen in Dänemark, und ihre internationale Ausstellungstätigkeit half, die Sichtbarkeit dänischer Frauen in europäischen Kunstkreisen zu etablieren. Das Porträt Cecilie Trier, geb. Melchior steht als repräsentatives Beispiel ihrer reifen Porträtmalerei, die technische Meisterschaft mit psychologischer Sensibilität verbindet. Der Platz des Gemäldes im Statens Museum for Kunst gewährleistet seine fortgesetzte Zugänglichkeit für wissenschaftliche Studien und die öffentliche Auseinandersetzung. Wegmann starb plötzlich in ihrem Atelier, bis zum Ende ihrer Karriere aktiv arbeitend.

Portrait of Cecilie Trier, née Melchior
Portrait of Cecilie Trier, née Melchior, Unknown

Artist & collection

Portrait of Bertha Wegmann

Artist

Bertha Wegmann

Bertha Wegmann (1847–1926) was a Danish portrait painter of Swiss ancestry. She was the first woman to hold a chair at the Royal Danish Academy of Fine Arts.