Artwork
Madonna and Child and Saints

Madonna and Child and Saints is an oil painting by the High Renaissance artist Bramantino. It dates from 1515 and is held in the collection of the Uffizi Gallery.
About this work
Übersicht
Es gehört zum Genre der sacra conversazione und zeigt die Jungfrau Maria mit dem Kind, gruppiert mit Heiligenfiguren in einem einheitlichen räumlichen Setting.
Madonna und Kind mit Heiligen ist ein religiöses Gemälde des italienischen Renaissance-Malers und Architekten Bramantino, das um 1515 bis 1520 entstand. Das in Öl auf Leinwand ausgeführte Werk misst 203 cm in der Höhe und 167 cm in der Breite. Es gehört zum Genre der sacra conversazione und zeigt die Jungfrau Maria mit dem Kind, gruppiert mit Heiligenfiguren in einem einheitlichen räumlichen Setting. Das Gemälde war ursprünglich in der Kirche Santa Maria del Giardino in Mailand untergebracht und befindet sich heute in der Sammlung Contini Bonacossi in den Uffizien in Florenz.
Thema und Bedeutung
Die Komposition konzentriert sich auf die Jungfrau Maria, die das Christuskind auf dem Schoß hält, während sie auf einer erhöhten Plattform jenseits einer kurzen Treppe sitzt. Sie wird von acht männlichen Heiligen umgeben, die in einem Halbkreis angeordnet sind. Die Figuren fehlen traditionelle Attribute, was eine spezifische Identifizierung erschwert, obwohl Gelehrte mehrere Möglichkeiten vorgeschlagen haben. Die kniende Figur links, die auf das Kind zeigt, ist wahrscheinlich Johannes der Täufer in seiner Rolle als Vorläufer. Der alte, barbrüstige, bärtige Mann könnte Hiob oder der Heilige Hieronymus sein. Auf der rechten Seite werden die Figuren als ein Bischof, möglicherweise der Heilige Ambrosius, ein unbekannter Mönch, ein Heerführer mit einem langen Schwert, der entweder der Heilige Georg oder der Heilige Sebastian sein könnte, sowie ein zweiter kniender Heiliger ohne Attribute identifiziert. Die Figuren wenden sich durch ehrfürchtige Gesten dem Betrachter und einander zu, wobei mehrere Hände erhoben oder auf die Brust gelegt sind, und das Christuskind wendet sich mit einem ausgestreckten Arm dem Betrachter zu.
Technik und Stil
Bramantino verwendete ein pyramidales Kompositionsmodell, das er von Leonardo da Vinci und Bramante übernahm, welches durch das starre horizontale Schema der klassischen Architektur eingeschränkt wird. Die Szenerie zeigt einen vorderen Portikus, symmetrische Säulenvorhänge und einen weiten klassischen Tempel mit ionischer Säulenhalle, der das Proszenium abschließt und Blicke auf Gebäude und eine zinnenbewehrte Festung in der Ferne freigibt. Die Architektur zeigt lineare Perspektive, und goldene Verzierungen akzentuieren die Kassettendeckenbalken. Die Farbpalette umfasst warme Rottöne, kühle Blautöne und gedämpfte Grüntöne mit einer aufgehellen Tonalität. Bramantino komplizierte die Beleuchtung, indem er die Gruppe unter einem Portikus platzierte und eine Lichtquelle vor den Figuren sowie eine dahinter einführte. Diese komplexe Beleuchtung erzeugt weiche Schatten, die die vereinfachten anatomischen Formen und präzisen Konturen modellieren. Die glatte, polierte Pinseltechnik minimiert sichtbare Texturen und trägt zu einer Atmosphäre suspendierter, intellektueller Unwirklichkeit bei. Symmetrische Entsprechungen zwischen der rechten und linken Hälfte, sichtbar in den Draperien, Gesten und physischen Typen, verstärken diesen Effekt weiter.
Geschichte und Provenienz
Das Gemälde befand sich ursprünglich in der Kirche Santa Maria del Giardino in Mailand. Der genaue Entstehungszeitpunkt bleibt unsicher, doch es wurde zweifellos nach Bramantinos Aufenthalt in Rom im Jahr 1508 ausgeführt, was durch die klassischen architektonischen Reminiszenzen belegt ist. Gelehrte ordnen das Werk typischerweise der letzten Phase der künstlerischen Tätigkeit des Künstlers zu, die sich bis etwa 1525 erstreckte, nach der keine weiteren Aufzeichnungen über ihn existieren. Das Gemälde gelangte anschließend in die Sammlung Contini Bonacossi. Im Jahr 1969 wurde es unter den Werken ausgewählt, die aus dieser Sammlung für eine Schenkung an die Uffizien in Florenz bestimmt waren, wo es bis heute als Teil der Sammlung Contini Bonacossi verbleibt.
Kontext
Das Gemälde spiegelt Bramantinos Auseinandersetzung mit den künstlerischen Innovationen seiner Zeitgenossen wider, insbesondere den komplexen Lichteffekten, die in Mailand von Leonardo da Vinci eingeführt wurden. Diese Forschung zu mehreren Lichtquellen unter einem Portikus wurde nicht nur von Bramantino, sondern auch von Zeitgenossen wie Lorenzo Lotto im Martinengo-Altar (1513 bis 1516) und Romanino in der Pala di San Francesco di Brescia (1517) weitergeführt. Die Integration von Leonardos pyramidaler Komposition und Bramantes architektonischer Strenge demonstriert Bramantinos Synthese der Prinzipien der Hochrenaissance, während die Vereinfachung der Formen und die intellektuelle Unwirklichkeit der Szene auf seinen distincten persönlichen Stil am Ende seiner Karriere hinweisen.
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