Artwork
An Eastern Ruler Seated on His Throne

An Eastern Ruler Seated on His Throne is an ink drawing by the Northern Renaissance artist Albrecht Dürer. It dates from 1495 and is held in the collection of the National Gallery of Art.
- Inscription
- Inscribed:inscribed (by another early hand?) in pen and black ink with Durer's monogram, partially cut; verso inscribed in graphite "Collection/du Comte Thibaudiau/Cat. No. 268).
About this work
Übersicht
Das Werk mit den Maßen 30,6 mal 19,7 Zentimeter zeigt einen Sultan in aufwendiger zeremonieller Gewandung, der auf einem kunstvoll gestalteten Thron sitzt.
An Eastern Ruler Seated on His Throne ist eine Federzeichnung in schwarzer Tinte auf Büttenpapier des deutschen Künstlers Albrecht Dürer, die um 1495 in Nürnberg entstand. Das Werk mit den Maßen 30,6 mal 19,7 Zentimeter zeigt einen Sultan in aufwendiger zeremonieller Gewandung, der auf einem kunstvoll gestalteten Thron sitzt. Die Zeichnung befindet sich in der Sammlung der National Gallery of Art in Washington, D.C., wo sie 1972 durch den Ailsa Mellon Bruce Fund erworben wurde; die Inventarnummer lautet 1972.22.1.a. Das Blatt trägt ein teilweise abgeschnittenes Monogramm in der unteren Mitte, in Feder und schwarzer Tinte ausgeführt. Eine verwandte Version mit der Inventarnummer 1972.22.1.b ist ebenfalls in derselben Sammlung vorhanden. Diese Zeichnung stellt ein wichtiges frühes Beispiel für Dürers Auseinandersetzung mit orientalistischen Sujets dar und belegt seine frühreife Beherrschung der linearen Technik zu Beginn seiner Karriere.
Motiv und Bedeutung
Die Zeichnung stellt einen Sultan dar, wie in der Wikidata-Klassifizierung des Werks angegeben, und zeigt ihn als mächtigen östlichen Herrscher in einer formellen, hieratischen Pose. Die Figur nimmt die zentrale vertikale Achse der Komposition ein und sitzt auf einem kunstvoll geschnitzten Thron, hinter dem architektonische Elemente zu sehen sind. Seine zeremonielle Kleidung umfasst eine hohe, mit Juwelen besetzte Krone, einen mit Pelz gefütterten und bestickten Mantel mit dekorativen, gemusterten Rändern sowie eine große, juwelenbesetzte Halskette an seiner Brust. Sein voller, lockiger Bart und das voluminöse, gewellte Haar rahmen ein Gesicht von befehlender Autorität. In seiner rechten Hand hält er ein langes Schwert senkrecht, dessen Knauf in der Nähe seiner Schulter ruht, während die Klinge den Boden berührt; die linke Hand liegt auf seinem Oberschenkel. Rechts neben ihm steht ein bedecktes Gefäß oder eine Kugel auf einem kleinen Sockel, ein Attribut, das seinen souveränen Status unterstreicht. Die Ikonografie greift auf das zeitgenössische europäische Interesse an osmanischen und östlich-mittelmeerischen Herrschern zurück und spiegelt die sich erweiternden Horizonte des europäischen Wissens während der Epoche der Entdeckungen sowie die anhaltende Bedrohung und Faszination des Osmanischen Reiches wider. Das Motiv wurde in der Forschung zu Dürers Darstellungen osmanischer Türken als ein frühes Beispiel dessen diskutiert, was Wissenschaftler als proto-orientalistische Darstellung analysiert haben.
Technik und Stil
Die Zeichnung wurde mit Feder und schwarzer Tinte auf Büttenpapier ausgeführt. Die begrenzte Farbpalette aus schwarzer oder dunkelbrauner Tinte auf cremefarbenem Papier, das im Laufe der Zeit vergilbt ist und einige Verfärbungen sowie Altersflecken aufweist, ermöglicht präzise, detaillierte Linienführung, die besonders bei der Wiedergabe von Schmuck, Stickereien und Gesichtsbehaarung deutlich wird. Die Modellierung erfolgt durch dichte Schraffuren und parallele Linien, wobei strategisch platzierte dunklere Tintenpartien hinter dem Kopf der Figur und unter dem Thron räumliche Tiefe erzeugen und die leuchtende Figur von einem dunkleren Grund abheben. Die Handhabung zeigt Dürers charakteristische Kontrolle der Feder mit Variationen in Strichstärke und Dichte, die sowohl Volumen als auch Textur suggerieren. Der architektonische Thron weist geschnitzte Armlehnen mit dekorativen Aufsätzen und drapiertem Stoff auf, alles mit derselben minutiösen Sorgfalt ausgeführt. Ein Monogramm erscheint in der unteren Mitte der Komposition, ist jedoch teilweise abgeschnitten. Der Gesamteindruck ist eine monumentale Würde, die mit sparsamen Mitteln erreicht wird; das vertikale Format betont den erhabenen Status des Herrschers und die Funktion der Zeichnung als eigenständiges Kunstwerk und nicht lediglich als vorbereitende Studie.
Geschichte und Provenienz
Die Provenienz der Zeichnung ist durch eine herausragende Besitzkette gut dokumentiert. Sie ging von William Young Ottley (1771-1836) aus London an Sir Thomas Lawrence (1769-1830), ebenfalls aus London, dessen Sammlerzeichen (Lugt 2445) sie trägt. Zu den weiteren Besitzern gehörten S.G. Liesching aus Stuttgart und Graf Adolphe-Narcisse Thibeaudeau (1795-1856) aus Paris, aus dessen Sammlung sie am 20.-25. April 1857 in Paris als Los 268 verkauft wurde. Nach dem Eintritt in eine Privatsammlung in den Vereinigten Staaten wurde sie 1972 privat über den Händler Robert Light von der National Gallery of Art erworben. Auf der Rückseite des Blattes befindet sich eine Graphitinschrift mit der Lesart Collection/du Comte Thibaudiau/Cat. No. 268, die ihren Weg durch die Sammlung Thibeaudeau bestätigt. Das Werk wurde umfangreich ausgestellt, beginnend mit NGA Recent Acquisitions im Jahr 1974, gefolgt von Master Drawings from the Collection of the National Gallery of Art and Promised Gifts im Jahr 1978, Early German Drawings and Prints: Two Recent Acquisitions and Related Works im Jahr 1979 sowie German Drawings from a Private Collection at the British Museum im Jahr 1984. Es war in der bedeutenden Ausstellung Circa 1492: Art in the Age of Exploration von 1991-1992, in Six Centuries/Six Artists im Jahr 1997 und in Albrecht Dürer in der Albertina in Wien im Jahr 2003 zu sehen. In jüngerer Zeit erschien es in Albrecht Dürer: Master Drawings, Watercolors, and Prints from the Albertina im Jahr 2013, in The Poetry of Light im Museo Correr in Venedig von 2014-2015 und erneut in der Albertina von 2019-2020.
Kontext
Diese Zeichnung gehört zur frühen Phase von Dürers Karriere, als der Künstler in Nürnberg seinen Ruf begründete und begann, Themen jenseits des traditionellen nordischen Repertoires zu erkunden. Das Werk hat seit seinem Erwerb durch die National Gallery of Art erhebliche wissenschaftliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Christopher White veröffentlichte es 1973 in Master Drawings als eine von zwei neuen Zeichnungen Dürers, und es wurde später von Walter L. Strauss in The Complete Drawings of Albrecht Dürer katalogisiert. Die Zeichnung wurde im Kontext von Dürers sich entwickelndem Interesse an fremden Kulturen und seiner Auseinandersetzung mit der visuellen Darstellung von Macht und Autorität diskutiert. Heather Madars Studie von 2011 untersuchte Dürers Darstellungen osmanischer Türken im Rahmen des frühneuzeitlichen Orientalismus. Das Werk erscheint zudem in allgemeinen Studien zu Dürers Zeichnungen von Andrew Robison sowie in Publikationen zur Gestaltungstheorie von Benjamin Martinez, Jacqueline Block, Gene A. Mittler und James D. Howze, was auf seine Verwendung als exemplarisches Beispiel für kompositorische Kraft und lineare Technik hinweist. Das verwandte Blatt mit der Inventarnummer 1972.22.1.b legt nahe, dass die National Gallery of Art mehrere Werke aus dieser Provenienz gleichzeitig erworben hat.
Nachwirkung
An Eastern Ruler Seated on His Throne ist zu einem bedeutenden Werk in der Erforschung des frühen Dürer sowie in breiteren Diskussionen über die Auseinandersetzung der europäischen Bildkultur mit der osmanischen Welt geworden. Seine Übernahme durch die National Gallery of Art im Jahr 1972 brachte es in eine der wichtigsten öffentlichen Sammlungen europäischer Kunst in den Vereinigten Staaten und sicherte damit seine fortgesetzte Zugänglichkeit für Wissenschaftler und die breite Öffentlichkeit. Die Einbeziehung des Werks in bedeutende Leihausstellungen, insbesondere die Ausstellung Circa 1492: Art in the Age of Exploration von 1991-1992 sowie die Dürer-Ausstellungen in der Albertina von 2003 und 2019-2020, hat seinen Platz im Kanon der frühen Werke des Künstlers gesichert. Seine Reproduktion in wissenschaftlicher Literatur, die von spezialisierten Zeichnungskatalogen bis hin zu allgemeinen Lehrbüchern zur Gestaltung reicht, zeugt von seinem pädagogischen Wert als Beispiel für kontrollierte Federführung und monumentale Komposition. Das Werk bleibt ein wichtiger Bezugspunkt zum Verständnis, wie ein junger Dürer nordische Zeichentechnik mit Motiven aus der sich erweiternden Welt der Mittelmeer- und Nahostdiplomatie sowie des Konflikts synthetisierte und damit auf die kosmopolitische Breite hinwies, die seine gesamte Karriere charakterisieren sollte.
Artist & collection
Artist
Albrecht Dürer spent his life in Nuremberg, a busy German city where artists traded prints like currency.
![Madonna and Child [obverse], by Albrecht Dürer](https://artifactworldgallery.com/img/albrecht-durer--madonna-and-child-obverse--d7b8ebf05d22ebe5-w320.webp)


![Lot and His Daughters [reverse], by Albrecht Dürer](https://artifactworldgallery.com/img/albrecht-durer--lot-and-his-daughters-reverse--b4ebf9b282faa17a-w320.webp)













