Artwork

St. Paul der Apostel

St. Paul der Apostel, by Georg Gsell, oil, 1729
St. Paul der Apostel, by Georg Gsell, oil, 1729

St. Paul der Apostel is an oil painting by the Rococo painting artist Georg Gsell. It dates from 1729 and is held in the collection of the Hermitage Museum.

About this work

Überblick

In Öl auf Leinwand ausgeführt, entstand das Werk in Russland und befindet sich heute in der Sammlung des Staatlichen Eremitage-Museums in St.

St. Paul der Apostel ist ein religiöses Gemälde des Schweizer Barockkünstlers Georg Gsell aus dem Jahr 1729. In Öl auf Leinwand ausgeführt, entstand das Werk in Russland und befindet sich heute in der Sammlung des Staatlichen Eremitage-Museums in St. Petersburg. Das Gemälde ist Teil eines spezifischen Auftrags, den Gsell für die Lutherkirche St. Peter am Newski-Prospekt ausführte und der die Apostel und Evangelisten darstellt. Als Beispiel für die frühe russische Hofpatronage westeuropäischer Künstler im 18. Jahrhundert spiegelt das Werk die kulturellen Initiativen der Regierungszeit Peters des Großen wider.

Motiv und Bedeutung

Das Gemälde zeigt den christlichen Apostel Paulus, eine zentrale Figur des frühen Christentums, bekannt für seine Missionsreisen und seine Briefe. Gsell hält sich an die traditionelle Ikonografie, indem er Paulus als bärtigen Mann darstellt und ein offenes Buch einbezieht, das auf seine bedeutenden Beiträge zum Neuen Testament verweist. Während für Paulus üblicherweise Attribute wie ein Schwert, das sein Martyrium symbolisiert, verwendet werden, konzentriert sich Gsells Komposition auf die Rolle des Apostels als Theologe und Schriftsteller. Die Figur blickt nach oben und nach rechts, was auf göttliche Eingebung hindeutet, während seine rechte Hand als Geste des Glaubens oder der spirituellen Überzeugung auf seiner Brust ruht. Ein dünner, kreisförmiger Heiligenschein schwebt über seinem Kopf und kennzeichnet seine Heiligkeit.

Technik und Stil

Gsell verwendete Öl auf Leinwand, um die Figur frontal vor einem dunklen, gedämpften und undeutlichen Hintergrund darzustellen, eine barocke Kompositionsstrategie, die die Aufmerksamkeit auf das Motiv lenkt. Die Farbpalette stützt sich auf tiefes Blau, warmes Gelb und erdige Brauntöne. Paulus trägt ein gelbgrünes Untergewand, das von einem voluminösen blauen Umhang bedeckt ist, der über seine Schultern und Arme drapiert ist. Das Licht fällt von links oben und modelliert die Fleischtöne, die Hände und die leuchtenden Falten des blauen Gewands. Gsells Pinselstrich ist glatt und nutzt überblendete Übergänge statt sichtbaren Impasto, was Fleisch und Stoff eine polierte, idealisierte Qualität verleiht, die mit der religiösen Porträtmalerei des späten Barocks übereinstimmt.

Geschichte und Provenienz

Georg Gsell schuf das Gemälde 1729 als Teil einer Serie von dreizehn Werken für die Lutherkirche St. Peter am Newski-Prospekt in St. Petersburg. Dieser Auftrag umfasste kniehoch formatierte Bilder der Apostel und Evangelisten sowie eine Darstellung der Kreuzigung. Das Gemälde entstand in Russland während Gsells Tätigkeit am kaiserlichen Hof. Anschließend gelangte es in das Staatliche Eremitage-Museum, wo es heute aufbewahrt wird. Die Präsenz des Werks in der Sammlung des Eremitage stimmt mit Gsells späteren Aktivitäten in den 1730er Jahren überein, als er Jacob von Stäehlin bei der Fertigstellung der Inventare der Gemäldesammlungen in den Peterhof-Palästen, einschließlich des Eremitage-Pavillons, unterstützte.

Kontext

Georg Gsell war ein Schweizer Maler und Kunsthändler, der 1716 oder 1717 auf Einladung Peters des Großen nach Russland kam, nachdem er den Kaiser in Amsterdam getroffen hatte. Er wurde der erste Kurator der kaiserlichen Gemäldegalerie und übernahm zahlreiche Aufgaben, darunter die Bemalung von Decken im Sommerpalast, die Schaffung von Ikonen für die Peter-und-Paul-Kathedrale sowie den Unterricht an der Akademie der Wissenschaften. Seine 1729er Serie von Aposteln für die Lutherkirche St. Peter stellt einen bedeutenden protestantischen Auftrag innerhalb des vorwiegend orthodoxen Russischen Reiches dar. Gsells umfassendere Karriere umfasste eine enge Zusammenarbeit mit dem russischen Hof, einschließlich der Gestaltung von Triumphbögen und der Dekoration der Kunstkammer, wodurch seine religiösen Gemälde in den breiteren Rahmen der petrinischen kulturellen Westorientierung eingeordnet werden.

Nachwirkung

Die 1729er Apostelserie markiert einen deutlichen Moment in der Etablierung westeuropäischer künstlerischer Traditionen innerhalb des Russischen Reiches, speziell innerhalb der lutherischen Gemeinde von St. Petersburg. Obwohl Gsells Name weniger global bekannt ist als der früherer Barockmeister, hinterließ seine Integration am russischen Kaiserhof als Kurator, Pädagoge und Maler eine strukturelle Nachwirkung. Seine Schüler, darunter Fjodor Tscherkassow, Michail Nekrassow und Alexei Malinowkin, trugen seine Methoden in die nächste Generation der russischen Kunst weiter. Darüber hinaus hat sein in der Neuzeit wiederentdecktes Manuskriptkatalog der Kunstkammer das wissenschaftliche Interesse an seinem Beitrag zur Geschichte des russischen Sammelns und der Museumspraxis neu belebt.

St Peter the Apostle
St Peter the Apostle, Georg Gsell

Artist & collection

Artist

Georg Gsell

Georg Gsell (Russian: Георг Гзелль; 28 January 1673 – 22 November 1740) was a Swiss Baroque painter, art consultant and art dealer.

Hermitage Museum

Museum

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