Artwork
Portrait of a man of the family Lespinette

Portrait of a man of the family Lespinette is an oil painting by the Northern Renaissance artist Hans Memling. It dates from 1494 and is held in the collection of the Mauritshuis.
About this work
Überblick
Das Porträt eines Mannes aus der Familie Lespinette ist ein frühniederländisches Ölgemälde auf Holz von Hans Memling, das um 1480 bis 1487 entstand.
Das Porträt eines Mannes aus der Familie Lespinette ist ein frühniederländisches Ölgemälde auf Holz von Hans Memling, das um 1480 bis 1487 entstand. Mit den Maßen 30,1 mal 22,3 Zentimeter dient das Werk als Andachtsbildnis und zeigt einen Mann im Gebet vor einer fernen Landschaft. Ursprünglich der rechte Flügel eines Diptychons, zeichnet sich die Tafel durch die monumentale Fassung des Dargestellten sowie die komplexe wissenschaftliche Debatte um seine Identität aus. Das Gemälde gelangte 1895 in das Mauritshuis in Den Haag, wo es bis heute ein bedeutendes Beispiel für Memlings Porträtkunst darstellt.
Motiv und Bedeutung
Der Dargestellte ist frontal zu sehen, mit dichtem, dunklem, welligem schulterlangem Haar, die Hände zum Gebet gefaltet in Richtung des verlorenen linken Flügels, der wahrscheinlich eine Madonna mit Kind zeigte. Sein hoher sozialer Status wird durch ein dunkles Gewand mit rotem Kragen, eine weiße Unterlage, einen Fuchspelzstola, eine goldene Kette mit einem mit Juwelen besetzten Kreuzanhänger sowie zwei mit Edelsteinen besetzte Ringe an seiner sichtbaren rechten Hand signalisiert. Auf der Rückseite der Tafel befindet sich ein Wappen mit einem Schild, einem goldenen Helm und einem Falken mit Glocken an den Fängen. Diese Heraldik ist über einem früheren, physisch strukturierten Wappen gemalt. Die ursprünglichen Wappen wurden der Familie Lespinette aus der Franche-Comté zugeschrieben, doch Dirk De Vos und Till-Holger Borchert verweisen auf die nahezu identische Ähnlichkeit mit den Wappen der Familie De Visen aus derselben Region. Borchert argumentiert, dass der Dargestellte höchstwahrscheinlich Charles de Visen ist, ein Kammerherr und Vertrauter Karls des Kühnen.
Technik und Stil
Ausgeführt in Öl auf Holz, verwendet das Porträt eine glatte, detaillierte Pinseltechnik für das fleischige Gesicht und das Haar, die im Kontrast zur atmosphärischen Behandlung der fernen Landschaft steht. Das Licht fällt gleichmäßig von links ein, modelliert das Gesicht und erzeugt subtile Schatten. Die Komposition wird vom Dargestellten dominiert, dessen Rumpf, Haar und Gesicht fast die gesamte Fläche einnehmen und so eine extreme Nähe erzeugen. Der niedrige Blickwinkel platziert die flache Landschaft mit grünen Feldern, Wasser, einem Kirchturm und Bäumen knapp über den Schultern des Mannes. Obwohl die Zuschneidung darauf hindeutet, dass die Tafel an allen Seiten beschnitten wurde, wurde nur die rechte Kante verkürzt, wobei der unbemalte Rand oben, unten und rechts erhalten blieb. Infrarotreflektographie ergab keine Unterzeichnung außer bei den Händen, die ursprünglich weiter rechts positioniert waren. Die Oberfläche zeigt eine feine, regelmäßige Rissbildung. Die Wolken und der obere blaue Himmel sind spätere Ergänzungen, die um das Haar herum gemalt wurden und eindeutig nicht von Memling stammen.
Geschichte und Provenienz
Die stilistische Datierung verortet das Werk um 1480, gestützt durch dendrochronologische Analysen, die ein frühestmögliches Datum von 1476 und eine wahrscheinlichere Ausführung um 1482 ergeben. Das Gemälde wurde von der Vereniging Rembrandt bei der Christie's-Auktion 1894 in London aus der Sammlung von Sir Andrew Fountaine aus Norfolk erworben und zunächst Antonello da Messina zugeschrieben. Es wurde 1895 dem niederländischen Staat vermacht und 1896 korrekt Hans Memling zugeschrieben. Die Tafel wurde auf der Exposition des primitifs flamands à Bruges sowie auf der Ausstellung Remember Me gezeigt.
Kontext
Das Gemälde gehört zur Tradition der frühniederländischen Porträtmalerei und verkörpert Memlings Ansatz bei Andachtsdiptychen, vergleichbar mit seinem Diptychon von Maarten van Nieuwenhove. Im Gegensatz zum räumlich ausgewogeneren Porträt von Tommaso Portinari drängt dieses Werk den Dargestellten in den Vordergrund und erzielt durch den niedrigen Blickwinkel, den starken Umriss des Haares gegen den Himmel sowie die akzentuierte Modellierung des Gesichts eine monumentale Wirkung. Die Debatte um die Identität des Dargestellten, die zwischen den Familien Lespinette und De Visen oszilliert, spiegelt breitere wissenschaftliche Herausforderungen wider, die darin bestehen, niederländische Heraldik mit historischen Persönlichkeiten in Verbindung zu bringen, eine Diskussion, die von Experten wie Friedländer, De Vos und Borchert vorangetrieben wurde.
Artist & collection
Artist
Hans Memling was a German-Flemish painter who worked in the tradition of Early Netherlandish painting.


![Saint Veronica [obverse], by Hans Memling](https://artifactworldgallery.com/img/hans-memling--saint-veronica-obverse--5a649fd8b09c96b9-w320.webp)















