Artwork
Maria mit dem Kind und singenden Engeln

Maria mit dem Kind und singenden Engeln is an oil painting by the Early Renaissance artist Sandro Botticelli. It dates from 1490 and is held in the collection of the Gemäldegalerie Berlin.
About this work
Thema und Bedeutung
Die vier Engel auf der rechten Seite werden als singende Engel identifiziert, die gemeinsam auf ein offenes Buch blicken, um ihre Hymnen zu chanten.
Die Komposition konzentriert sich auf die Jungfrau Maria, die einen tiefblauen Mantel über einem roten Kleid und einen durchsichtigen Schleier trägt, der durch ein dekoratives Band befestigt ist, wobei ein schwacher Heiligenschein ihren Kopf umgibt. Sie hält den nackten Christusknaben auf ihrem Schoß, der sich mit einer erhobenen Hand nach oben windet. Die beiden Figuren werden von acht jugendlichen Engeln flankiert, vier auf jeder Seite. Die vier Engel auf der linken Seite halten hohe weiße Lilien, traditionelle Symbole für Marias Reinheit. Die vier Engel auf der rechten Seite werden als singende Engel identifiziert, die gemeinsam auf ein offenes Buch blicken, um ihre Hymnen zu chanten. Ein Engel auf der linken Seite hält ein kleines rundes Objekt, was die fromme Ikonographie der Szene weiter bereichert.
Technik und Stil
Botticelli verwendete Ölfarbe auf einer Pappelholztafel, um dieses Werk zu schaffen. Die runde Komposition ist um die zentralen Figuren strukturiert, vor einem hellblauen Himmel mit einem goldtonigen, gewölbten architektonischen Element darüber. Die Farbpalette umfasst kräftige Blautöne, Rosatöne, Gold und Weiß, was dem Gemälde eine leuchtende Qualität verleiht. Botticellis Malweise zeichnet sich durch weiche Modellierung kombiniert mit feinen linearen Details aus, die besonders in der Wiedergabe der Gewänder und der lockigen Haare der Engel deutlich werden. Die Oberfläche des Gemäldes zeigt durchgängig feine Risse, die sein Alter und seine Materialgeschichte widerspiegeln.
Geschichte und Provenienz
Das Gemälde entstand um 1478 in Italien. Anschließend gelangte es in die Sammlung von Atanazy Raczyński, von dem es seinen alternativen Namen, den Raczynski-Tondo, ableitet, und blieb im Besitz seiner Erben. 1954 wurde das Werk gemeinsam von der deutschen Bundesregierung und den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erworben. Durch diesen Erwerb gelangte das Gemälde in die Sammlung der Gemäldegalerie in Berlin, wo es sich heute befindet.
Kontext
Botticelli malte dieses Werk in den 1470er Jahren, einem Jahrzehnt, in dem er ein unabhängiger Meister war und sein Ruf stieg. Neben seinen berühmten mythologischen Motiven schuf er eine breite Palette religiöser Gemälde, darunter zahlreiche Darstellungen der Madonna mit dem Kind, wobei er häufig das Tondo-Format verwendete. Die lineare Anmut und die weiche Modellierung, die in diesem Gemälde zu sehen sind, sind charakteristisch für Botticellis Stil der Frührenaissance, der seine erfolgreichste Phase in den 1480er Jahren prägte. In den 1490er Jahren wurde sein Stil persönlicher und manierierter und bewegte sich in eine Richtung, die der aufkommenden Hochrenaissance von Leonardo da Vinci entgegengesetzt war, und kehrte stattdessen zu eher gotischen oder archaischen Formen zurück.
Nachwirkung
Obwohl Botticellis posthumer Ruf über Jahrhunderte litt, wurde er im späten neunzehnten Jahrhundert von den Präraffaeliten wiederentdeckt, die eine Neubewertung seines Werks anregten und die lineare Anmut seiner Gemälde anerkannten. In einem modernen kulturellen Nachleben wurden die vier singenden Engel auf der rechten Seite dieses spezifischen Tondos für das Cover des siebten Albums der französischen Band Phoenix, Alpha Zulu, adaptiert. Für diese zeitgenössische Version wurde das von den Engeln gehaltene offene Buch in ein rosa-blaues digitales Buch umgewandelt, das die Renaissance-Malerei mit einer modernen technologischen Ästhetik verbindet.
Artist & collection
Artist
Alessandro di Mariano di Vanni Filipepi, better known as Sandro Botticelli or simply Botticelli, was an Italian painter of the Early Renaissance.
















