Artwork
Porträt von Marcin Tyszkiewicz, Wappen Leliwa (?, nach 1631), Hofmarschall des Großfürstentums Litauen

Porträt von Marcin Tyszkiewicz, Wappen Leliwa (?, nach 1631), Hofmarschall des Großfürstentums Litauen is an oil painting by the Neoclassicist artist Unknown. It dates from 1797 and is held in the collection of the National Museum in Warsaw.
About this work
Übersicht
Das Werk zeigt Marcin Tyszkiewicz, einen Adeligen, der als Hofmarschall des Großfürstentums Litauen diente und irgendwann nach 1631 verstarb.
Das Porträt von Marcin Tyszkiewicz mit dem Wappen Leliwa ist ein Ölgemälde auf Leinwand aus dem Jahr 1793. Das Werk zeigt Marcin Tyszkiewicz, einen Adeligen, der als Hofmarschall des Großfürstentums Litauen diente und irgendwann nach 1631 verstarb. Von einem unbekannten Künstler geschaffen, stellt das Porträt die Person in Dreiviertelansicht dar und befindet sich derzeit im Nationalmuseum in Warschau, wo es unter der Inventarnummer MP 4971 MNW katalogisiert ist. Das Gemälde misst 96,5 mal 78,5 Zentimeter.
Motiv und Bedeutung
Das Gemälde zeigt Marcin Tyszkiewicz stehend, leicht nach links gewandt, mit dem Kopf zum Betrachter gedreht. Er trägt einen dunkelblauen Samtmantel mit hohem Kragen, über den ein brauner, pelzgefütterter Umhang gelegt und mit einer Kette befestigt ist. Ein roter Schärpe ist um seine Taille gewickelt. Ikonografisch unterstreicht das Werk sein hohes Amt und seine adelige Abstammung. Seine linke Hand umgreift einen zeremoniellen Stab oder Zepter mit einer kunstvollen vergoldeten Silberfassung, was seine Autorität als Hofmarschall symbolisiert, während ein Schwertgriff in der Nähe seines linken Oberschenkels sichtbar ist. Oben links zeigt ein Wappenschild einen Halbmond auf blauem Grund neben einem roten Feld, was ihn als Angehörigen des Wappens Leliwa identifiziert. Goldene Inschriften entlang des oberen Randes identifizieren den Dargestellten weiter.
Technik und Stil
Ausgeführt in Öl auf Leinwand, zeigt das Porträt einen bewussten Kontrast in Pinselstrich und Beleuchtung. Die Palette wird von tiefen Brauntönen, Schwarzen und kräftigen Blautönen dominiert, durchsetzt mit Akzenten in Rot und Gold. Das Licht fällt stark von links ein und erhellt Gesicht, Hände sowie den Glanz des Samtmantels. Der Pinselstrich ist im Gesicht glatt und präzise, geht im Kostüm und im dunklen, undefinierten Hintergrund in einen breiteren, lockereren Umgang über. Die Gemäldesurface zeigt durchgehend feine Altersrisse, was auf ihr historisches Alter und ihre Materialgeschichte hinweist.
Geschichte und Provenienz
Die genauen Umstände der Auftragserteilung und die frühe Besitzkette des Porträts bleiben nicht dokumentiert. Das Datum 1793, manchmal auch als nach 1793 notiert, gibt den Zeitpunkt der Entstehung des Gemäldes an, lange nach dem Leben des Dargestellten, das nach 1631 endete. Das Werk wird heute vom Nationalmuseum in Warschau verwahrt und trägt die Zugangsnummer MP 4971 MNW. In den verfügbaren Dokumenten ist keine spezifische Ausstellungsgeschichte verzeichnet.
Kontext
Die Entstehung des Porträts im Jahr 1793, mehr als anderthalb Jahrhunderte nach Tyszkiewiczs Amtszeit als Hofmarschall, verortet das Werk in einem spezifischen historischen Phänomen. Die Kultur der polnisch-litauischen Commonwealth im späten 18. Jahrhundert erlebte einen Aufschwung bei der Schaffung retrospektiver Porträts historischer Adliger und Beamter. Solche Gemälde wurden oft in Auftrag gegeben, um die Abstammung zu betonen, das Familienerbe zu bewahren oder Ahnengalerien während einer Zeit politischer Umwälzungen zu schmücken. Die Existenz eines ähnlichen zeitgenössischen Porträts von Michał Tyszkiewicz, ebenfalls mit dem Wappen Leliwa, deutet auf eine breitere Kampagne innerhalb der Familie hin, ihre Abstammung und ihren historischen Status im Großfürstentum Litauen visuell zu dokumentieren.
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