Artwork

Portrait of the sculptor Alessandro Vittoria

Portrait of the sculptor Alessandro Vittoria, by Giovanni Battista Moroni, oil, 1552
Portrait of the sculptor Alessandro Vittoria, by Giovanni Battista Moroni, oil, 1552

Portrait of the sculptor Alessandro Vittoria is an oil painting by the Mannerist artist Giovanni Battista Moroni. It dates from 1552 and is held in the collection of the Kunsthistorisches Museum.

About this work

Thema und Bedeutung

Er trägt Arbeitskleidung, ein Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln, und hält mit beiden Händen eine antike nackte Büste, während er den Betrachter direkt ansieht.

Das Gemälde zeigt den italienischen Bildhauer Alessandro Vittoria als jungen Mann mit dichtem Haar, im Gegensatz zu späteren Porträts, die ihn im höheren Alter mit zurückweichendem Haaransatz darstellen. Er trägt Arbeitskleidung, ein Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln, und hält mit beiden Händen eine antike nackte Büste, während er den Betrachter direkt ansieht. Indem Moroni den Dargestellten mit einer klassischen Skulptur präsentiert, verweist er auf Vittorias berufliche Tätigkeit als Bildhauer sowie auf sein Studium und seine Wertschätzung der antiken Kunst. Das Werk ist zudem ein frühes Beispiel für Moronis Interesse daran, Personen in ihrer Arbeitsumgebung darzustellen, eine Richtung, die er später in seinem berühmteren Gemälde Der Schneider weiterentwickeln sollte. Die beiden jungen Künstler haben sich wahrscheinlich 1551-1552 in Trient kennengelernt, wo Moroni beauftragt worden war, Porträts von Teilnehmern des Konzils von Trient anzufertigen.

Technik und Stil

Dieses Porträt wurde in Öl auf Leinwand ausgeführt und misst etwa 82,5 mal 64,6 Zentimeter, wobei einige Quellen Abmessungen von 87,5 mal 70 Zentimetern angeben. Das Werk stellt den Bildhauer Alessandro Vittoria als jugendliche Figur mit dichtem Haar dar, was im Kontrast zu späteren Darstellungen steht, die einen zurückweichenden Haaransatz zeigen. Moroni porträtiert das Subjekt in Arbeitskleidung, konkret ein Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln, während er mit beiden Händen eine antike nackte Büste hält und den Betrachter direkt ansieht. Diese Komposition betont Vittorias Beruf und seine Verehrung der klassischen Antike. Das Gemälde dient als frühes Beispiel für Moronis Ansatz, Personen in ihrem beruflichen Umfeld darzustellen, eine stilistische Strategie, die er später in reiferen Werken wie Der Schneider verfeinerte.

Geschichte und Provenienz

Dieses frühe Werk von Giovanni Battista Moroni entstand 1552 und zeigt den Bildhauer Alessandro Vittoria während der Zeit der Künstler in Trient, wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Konzil von Trient. Das Gemälde verblieb ursprünglich bis zu Vittorias Tod im Jahr 1608 in dessen privater Sammlung. Anschließend erwarb der Bergamer Kaufmann Bartolomeo della Nave die Leinwand und führte sie in seinem Inventar als Werk von Moroni auf. Die Sammlung della Naves wurde 1636 von William Compton, Earl of Denbigh, für seinen Schwager James Hamilton, 1. Duke of Hamilton, gekauft. Diese Werke sollten nach England verschifft werden, wurden jedoch nie exportiert und gelangten schließlich bis 1651 in den Besitz von Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich. Frühe Inventare von 1659 schrieben das Werk fälschlicherweise Tizian zu und identifizierten das Subjekt irrtümlich als Jacopo Sansovino, bevor es in späteren Dokumenten korrekt als Vittoria identifiziert wurde.

Das Gemälde befindet sich im Kunsthistorischen Museum in Wien. Die dokumentierte Provenienz beginnt in der privaten Sammlung des Dargestellten, des Bildhauers Alessandro Vittoria, von dem es nach 1608 an den bergamaskischen Sammler Bartolomeo della Nave überging. 1636 arrangierte der Earl of Denbigh, englischer Botschafter in Venedig, den Verkauf der Leinwände della Naves, die damals in Wien aufbewahrt wurden, an seinen Schwager James Hamilton, 1. Duke of Hamilton, doch die Gemälde wurden nie nach England verschifft. Bis 1651 gehörte das Werk Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich, und ein Inventar von 1659 schrieb es fälschlicherweise Tizian zu, später wurde es erneut als Porträt von Jacopo Sansovino identifiziert, bevor der Dargestellte korrekt als Alessandro Vittoria erkannt wurde. In den verfügbaren Quellen ist keine spezifische Inventar- oder Zugangsnummer verzeichnet, und keine Ausstellungsgeschichte jenseits dieser Provenienzkette ist dokumentiert.

Kontext

Das Porträt gilt als frühes Werk von Moroni und verortet es in der formativen Phase des Künstlers, als er während des Konzils von Trient (1545-1563) in Trient tätig war. Die Forschung hat seine Bedeutung für die Entwicklung eines charakteristischen Realismus bei Moroni hervorgehoben, insbesondere bei der Darstellung von Dargestellten in ihrer Arbeitsumgebung; die Einbeziehung einer klassischen Büste signalisiert den Beruf des Dargestellten und seine Verehrung der Antike. Die späteren Fehlzuschreibungen des Gemäldes, zuerst an Tizian und dann an Jacopo Sansovino, unterstreichen die Schwierigkeiten, Dargestellte in der Renaissanceporträtmalerei zu identifizieren, bevor abschließende Dokumentationen vorlagen. Die Provenienz des Werks, die von Vittorias Nachlass über die Sammlung von Bartolomeo della Nave bis zu Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich verfolgt wird, spiegelt den fließenden Austausch von Kunstwerken zwischen Norditalien und dem habsburgischen Hof im siebzehnten Jahrhundert wider.

Nachwirkung

Die spätere Rezeption des Porträts trug dazu bei, Moronis Ruf als Pionier des Genres des »wahren Porträts« in Norditalien zu festigen, in dem Dargestellte in Arbeitskleidung statt in idealisierten Formen gezeigt wurden. Im siebzehnten Jahrhundert befand sich das Werk bereits in der Sammlung von Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich, wurde jedoch damals fälschlicherweise Tizian und später Jacopo Sansovino zugeschrieben, was die sich wandelnden Zuschreibungspraktiken vor der korrekten Identifizierung als Alessandro Vittoria widerspiegelt. Sein Überleben in Wien, nachdem ein Verkaufsversuch von 1636 nicht zu einer Verschiffung nach England führte, sicherte seine kontinuierliche Sichtbarkeit innerhalb der kaiserlichen Sammlungen. Die Forschung des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts, einschließlich der Studien von Mina Gregori, festigte die Zuschreibung und etablierte die Bedeutung des Werks als frühes Beispiel für gattungsmäßig beeinflusste Porträtmalerei, das spätere Darstellungen von Künstlern bei der Arbeit beeinflusste.

Alessandro Vittoria (1524/25–1608)
Alessandro Vittoria (1524/25–1608), Paolo Veronese

Artist & collection

Portrait of Giovanni Battista Moroni

Artist

Giovanni Battista Moroni

Giovanni Battista Moroni, also known as Giambattista Moroni was an Italian painter of the Mannerist school.