Artwork

Portrait de Madame Geoffrin

Portrait de Madame Geoffrin, by Unknown, oil, 1750
Portrait de Madame Geoffrin, by Unknown, oil, 1750

Portrait de Madame Geoffrin is an oil painting by the Rococo painting artist Unknown. It dates from 1750 and is held in the collection of the Hermitage Museum.

About this work

Überblick

Das Werk wird einem unbekannten Künstler zugeschrieben und befindet sich in der Sammlung der Eremitage in Sankt Petersburg, wo es 1933 eingelangte.

Das Portrait de Madame Geoffrin ist ein Ölgemälde auf Leinwand aus dem Jahr 1750, das die berühmte Pariser Salonière Marie Thérèse Rodet Geoffrin (1699-1777) zeigt. Das Werk wird einem unbekannten Künstler zugeschrieben und befindet sich in der Sammlung der Eremitage in Sankt Petersburg, wo es 1933 eingelangte. Das Gemälde ist als visuelles Dokument einer der einflussreichsten Frauen der französischen Aufklärung von Bedeutung, deren Salons führende Künstler, Schriftsteller und Philosophen des Frankreich des 18. Jahrhunderts zusammenbrachten.

Sujet und Bedeutung

Das Portrait zeigt Marie Thérèse Rodet Geoffrin, eine zentrale Figur des Pariser Intellektuellenlebens, die wöchentliche Salons veranstaltete, die von Persönlichkeiten wie Voltaire, Diderot, Montesquieu, François Boucher und Jacques-Germain Soufflot besucht wurden. Auf dem Gemälde ist sie an einem Tisch sitzend dargestellt, in der rechten Hand ein geöffnetes Buch mit rotem Einband haltend, während ihre linke Hand auf einem geschlossenen braunen Buch darunter ruht. Hinter ihr zur Linken steht eine Büste eines Mannes mit gelocktem Haar, in gedämpften Brauntönen wiedergegeben. Die Anwesenheit von Büchern und der Büste verweist auf ihre gelehrte Beschäftigung und ihre Rolle als Mäzenin der Künste und der Literatur. Ihr Kostüm, ein weißes Kleid mit Rüschenkragen, schwarzem Band am Hals, schwarzen Spitzenmanschetten und einer dunklen Haube mit weißem Rüschenbesatz, vermittelt einen respektablen Status ohne Prunk. Der direkte Blick und die gefasste Haltung deuten auf das Selbstvertrauen und die Autorität hin, die sie in intellektuellen Kreisen ausübte.

Technik und Stil

Das Gemälde ist in Öl auf Leinwand ausgeführt und in ovaler Format gehalten. Die Palette ist zurückhaltend, dominiert von Brauntönen, Weiß und Schwarz mit Akzenten von Rot im Buch und der gepolsterten Rückenlehne des Sessels. Das Licht fällt gleichmäßig von links auf die Figur und modelliert ihr Gesicht und ihre Hände mit weichen Schatten. Der Pinselauf ist glatt und fein verblendet, besonders im Gesicht und in den Stoffen, was eine polierte, vollendete Oberfläche erzeugt. Eine kleine rote Inschrift erscheint unten in der Mitte des Ovals. Der Hintergrund ist ein einfarbiger, dunkler Braunton, der die Aufmerksamkeit auf die Dargestellte lenkt. Die Gesamtwirkung ist eine von würdevoller Zurückhaltung, charakteristisch für die französische Porträtmalerei der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Geschichte und Provenienz

Das Gemälde entstand in Frankreich um 1750. Es gelangte 1933 in die Eremitage, nachdem es vom Antikvariat, der Allunionsvereinigung, übergeben worden war, der sowjetischen staatlichen Organisation für den Verkauf und die Verteilung von Kunstwerken. Die Inventarnummer der Eremitage für das Werk lautet 38095. Die Provenienz des Gemäldes vor seiner Erwerbung durch die Eremitage bleibt in den verfügbaren Quellen undokumentiert. Eine Ausstellungsgeschichte ist in den vorliegenden Materialien nicht verzeichnet.

Kontext

Marie Thérèse Rodet Geoffrin war in der Pariser Gesellschaft berühmt für ihre wöchentlichen Salons, in denen bedeutende Künstler, Schriftsteller und Politiker zusammenkamen. Ihr Montagssalon für die Künste begrüßte Persönlichkeiten wie den Architekten Jacques-Germain Soufflot und den Maler François Boucher, während ihre Mittwochssalons für Literatur führende Geister der französischen Aufklärung einluden. Das Portrait entsteht somit aus einem kulturellen Milieu, in dem Frauen von Intellekt und Vermögen durch private Zusammenkünfte den öffentlichen Diskurs prägten. Die Zuschreibung an einen unbekannten Künstler, statt an einen bedeutenden Portraitisten, mag das allgemeinere Muster der Aufklärungsporträtmalerei widerspiegeln, in dem die Bedeutung der Dargestellten manchmal die Berühmtheit des Künstlers übertraf. Die Präsenz des Werkes in der Eremitage, statt in einer französischen Nationalcollection, illustriert die Zerstreuung des französischen Kulturerbes während der Sowjetzeit.

Nachleben

Das Portrait erlangte durch seine Verbindung mit Marianne Loir erneute Aufmerksamkeit, der es manchmal als vermutetes Portrait zugeschrieben wurde. Quellen des National Museum of Women in the Arts und Google Arts & Culture beschreiben eine Version, die Loir zugeschrieben wird und die Geoffrins Kostüm und unidealisierte Züge betont, was darauf hindeutet, dass das Eremitage-Gemälde Teil einer breiteren ikonografischen Tradition um diese bemerkenswerte Salonière sein könnte. Ein verwandter Stich nach dem vermuteten Portrait, ausgeführt von Gilles Demarteau und Charles Nicolas Cochin um 1770 in Radierung und Crayonmanier, befindet sich im Musée Carnavalet, was die anhaltende kulturelle Bedeutung des Sujets im späteren 18. Jahrhundert belegt. Das Nachleben des Gemäldes liegt in seinem Wert als Dokument weiblicher intellektueller Autorität während der Aufklärung, auch wenn Fragen der Zuschreibung und die Existenz mehrerer Versionen seine feste Einordnung in das Werk eines einzelnen Künstlers erschweren.

An Elderly Lady in a Mauve Silk Dress
An Elderly Lady in a Mauve Silk Dress, Claude Bornet

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