Artwork

Fishing for Souls

Fishing for Souls, by Adriaen van de Venne, oil, 1614
Fishing for Souls, by Adriaen van de Venne, oil, 1614

Fishing for Souls is an oil painting by the Dutch Golden Age artist Adriaen van de Venne. It dates from 1614 and is held in the collection of the Rijksmuseum.

About this work

Sujet und Bedeutung

Ein zentraler Fluss symbolisiert die politische und spirituelle Teilung zwischen den Nord- und den Sudniederlanden.

Diese 1614 entstandene Allegorie stellt den religiosen Rivalitaten zwischen protestantischen und katholischen Konfessionen wahrend des Zwolfjahrigen Waffenstillstands dar. Ein zentraler Fluss symbolisiert die politische und spirituelle Teilung zwischen den Nord- und den Sudniederlanden. Am linken Ufer versammeln sich protestantische Fuhrer, darunter die Prinzen von Oranien, unter einem bluhenden Orangenbaum, wahrend ihre Fischer auf dem Wasser unter der Fuhrung von Gottes Gericht und einer offenen Bibel agieren und Seelen fangen, die mit Glaube, Hoffnung und Liebe gezeichnet sind. Am rechten Ufer hingegen erscheinen katholische Figuren wie die Erzherzoge Albrecht und Isabella zusammen mit dem Papst, deren Fischer mit leeren Netzen kampfen oder auf Ablasse unter der Bezeichnung Papstgericht angewiesen sind. Die Komposition ahmt ein Jungstes-Gericht-Szenario nach und bevorzugt durch visuelle Kontraste wie lebendige versus kahle Baume eindeutig die protestantische Sache. Eine gemalte Fliege dient als Trompe-l'œil-Hommage an Jan Brueghel d. A.

Technik und Stil

Fishing for Souls ist ein Olgemalde auf Holztafel mit den Maen 98,5 cm in der Hohe und 187,8 cm in der Breite. Das 1614 entstandene Werk fungiert als komplexe Allegorie der religiosen Spaltung und nutzt eine weite Landschaftskomposition mit einem zentralen Fluss, der protestantische und katholische Fraktionen voneinander trennt. Der Kunstler verwendet ausgedehnte lateinische Inschriften auf Booten, Netzen und Buchern, um die satirische Bedeutung der Szene zu verdeutlichen. Ein bemerkenswertes formales Element ist eine auf die Oberflache gemalte Trompe-l'œil-Fliege, die als visueller Scherz auf Jan Brueghel d. A. verweist. Die Komposition spiegelt die Struktur eines Jungsten Gerichts wider und erzwingt eine strenge raumliche Dichotomie zwischen den Geretteten links und den Verdammten rechts. Obwohl das Gemalde nicht signiert und datiert ist, erscheint das Jahr 1614 in der Darstellung eines offenen Buches im Vordergrund.

Geschichte und Provenienz

Adriaen van de Venne vollendete diese Oltafel-Allegorie 1614, ein Datum, das in ein offenes Buch innerhalb der Komposition eingeschrieben ist. Obwohl fruhe Aufzeichnungen das Werk Jan Brueghel d. A. oder Hendrick van Balen zuschrieben, ordnete Daniel Franken das gesamte Gemalde 1878 definitiv van de Venne zu. Die fruhesten bekannten Besitzer waren Joan Fox und Johanna Tiers in Amsterdam, 1688 dokumentiert. Am 14. April 1735 wurde das Gemalde fur 760 Gulden bei der Auktion der Sammlung von Marinus de Jeude in Den Haag verkauft, vermutlich erworben von Wilhelm IV., Prinz von Oranien. Um 1760 hing es im Palast Het Loo. Wahrend der franzosischen Besetzung wurde die Sammlung des Statthalters verstaatlicht, um eine Konfiskation zu verhindern; das Werk wurde im September 1798 in die National Kunst Galerie in Den Haag uberfuhrt und befindet sich seither in der niederlandischen Staatssammlung.

Das Gemalde befindet sich im Rijksmuseum, Amsterdam, mit der Inventarnummer SK-A-447.

Es gelangte im September 1798 in die Staatssammlung, als es aus dem Besitz von Prinz Willem V fur die National Kunst Galerie in Den Haag eingezogen wurde nach der franzosischen Besetzung; seither verblieb es in der niederlandischen Staatssammlung. Es war zuvor um 1760 in den Inventaren des Statthalters im Paleis Het Loo verzeichnet und wurde von Wilhelm IV., Prinz von Oranien-Nassau, bis 1735 erworben.

Kontext

Entstanden 1614 wahrend des Zwolfjahrigen Waffenstillstands, dient Adriaen van de Vennes Fishing for Souls als komplexe Allegorie der religiosen und politischen Spaltung zwischen den Nord- und Sudniederlanden. Das Werk wird weithin als Kritik an der konfessionellen Eifersucht der Epoche interpretiert und bevorzugt die protestantische Sache durch visuelle Kontraste wie die ruhigen, selbstbewussten protestantischen Fischer gegen die chaotischen katholischen Bemuhungen. Die kunsthistorische Forschung hat die Zuschreibung des Gemaldes durch ein Jahrhundert der Debatte verfolgt; es wurde 1735 zunachst als Werk von Jan Brueghel d. A. verkauft und spater teilweise Hendrick van Balen zugeschrieben, bevor Daniel Franken 1878 die gesamte Komposition definitiv van de Venne zuschrieb.

Der kunsthistorische Stellenwert des Gemaldes wird weiterhin durch seine Trompe-l'œil-Fliege, einen visuellen Scherz, der auf Brueghels Stil verweist, und seine Komposition definiert, die die Bildsprache des Jungsten Gerichts widerhallt, indem sie Gerettete und Verdammte streng voneinander trennt. Seit seiner Erwerbung fur die Staatssammlung im fruhen 19. Jahrhundert ist das Werk ein herausgehobenes Stuck im Rijksmuseum geblieben und wird in allen Hauptkatalogen als bedeutendes Beispiel niederlandischer Allegorik des Goldenen Zeitalters gefuhrt.

Nachwirkung

Seit seiner Erwerbung durch die niederlandische Staatssammlung 1798 gilt Fishing for Souls als ein Herzstuck der Sammlung des Rijksmuseums. Es erscheint in jedem Highlights-Katalog des Museums seit 1808, was seinen Status als kanonisches Werk der niederlandischen Allegorik des Goldenen Zeitalters unterstreicht.

Die vielschichtige religiose und politische Symbolik des Gemaldes zusammen mit seinem Trompe-l'œil-Scherz belebte die kunsthistorische Diskussion auch im neunzehnten Jahrhundert. Fruhe Zuschreibungen schwankten zwischen Jan Brueghel und Hendrick van Balen, aber bis 1878 wurde das Werk fest Adriaen van de Venne zugewiesen, was seinen Platz in der niederlandischen Kunstgeschichte sicherte.

River Bank
River Bank, Unknown

Artist & collection

Portrait of Adriaen van de Venne

Artist

Adriaen van de Venne

Adriaen Pietersz van de Venne (1589 – 12 November 1662), was a versatile Dutch Golden Age painter of allegories, genre subjects, and portraits, as well as a miniaturist, book illustrator, designer of political satires, and versifier.

Rijksmuseum

Museum

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