Artwork

Selbstbildnis

Selbstbildnis, by Gerard ter Borch, oil, 1675
Selbstbildnis, by Gerard ter Borch, oil, 1675

Selbstbildnis is an oil painting by the Dutch Golden Age artist Gerard ter Borch. It dates from 1675 and is held in the collection of the Gemäldegalerie Berlin.

About this work

Übersicht

Das Werk zeigt den Künstler der holländischen Goldenen Ära von der Brust aufwärts und erfasst sein Aussehen gegen Ende seiner Karriere.

Gerard ter Borchs Selbstbildnis ist ein ovales Ölgemälde auf Kupfer aus dem Jahr 1675. Das Werk zeigt den Künstler der holländischen Goldenen Ära von der Brust aufwärts und erfasst sein Aussehen gegen Ende seiner Karriere. Es befindet sich derzeit in der Gemäldegalerie Berlin. Als Selbstdarstellung eines der führenden Genremaler und Porträtisten seiner Zeit bietet das Werk eine direkte Begegnung mit dem Künstler, der zudem Mitglied des Stadtrats von Deventer war, und spiegelt sowohl seine künstlerische als auch seine soziale Stellung wider.

Motiv und Bedeutung

Das Gemälde zeigt ter Borch leicht nach links gewandt, wobei sein Blick den Betrachter direkt trifft. Er ist mit schulterlangem braunem Haar, einem Schnurrbart und einem kleinen Bart unter der Unterlippe dargestellt, bekleidet mit dunkler Kleidung, die durch einen weißen Kragen oder eine Krawatte am Hals akzentuiert wird. Der karge, nahezu schwarze Hintergrund isoliert die beleuchtete Figur und betont ihre individuelle Präsenz. Der zurückhaltende Ausdruck und die dunkle Kleidung verleihen dem Bild eine zusätzliche Komplexität und deuten auf einen Mann hin, der sich in ernster Reflexion befindet, nicht bloß in eitler Selbstinszenierung. Die Gesamtwirkung vermittelt eine zurückhaltende Würde und stille Selbstbesinnung.

Technik und Stil

Ausgeführt in Öl auf Kupferuntergrund, demonstriert das Gemälde ter Borchs verfeinerten Umgang mit Farbe und Textur. Das Licht fällt von links ein, hebt die linke Gesichtshälfte hervor und lässt die rechte Seite in den Schatten zurücktreten, wodurch eine starke Tiefenwirkung entsteht. Die Pinselstriche sind bei der Wiedergabe der Haut besonders glatt, im Kontrast zu sichtbareren, texturierten Strichen im Haar und im undeutlichen Hintergrund. Die Farbpalette wird von tiefen Brauntönen, Schwarzen und warmen Fleischfarben dominiert. Das gemalte Bild ist von einem dünnen goldenen Ovalrand umgeben, der in einen dunkleren quadratischen Rahmen eingefasst ist.

Geschichte und Provenienz

Das Selbstbildnis auf Kupfer aus dem Jahr 1675 befindet sich in der Gemäldegalerie Berlin. Ein weiteres Ganzkörper-Selbstbildnis von ter Borch, das ihn als distinguierten Herrn der Regentenschicht in aufwendiger Kleidung zeigt, verfolgte einen anderen Provenienzweg und wird derzeit im Mauritshuis in Den Haag aufbewahrt. Dieses Ganzkörperwerk war ursprünglich mit einem Porträt seiner Frau, Geertruyd Mathijssen, als Pendants für den Familienkreis gepaart, obwohl ihr Porträt seither verloren ging. Die Version im Mauritshuis befand sich vor 1770 im Besitz von Herman Aarentz in Amsterdam, wurde 1770 an Johan van der Marck verkauft und durchlief die Pieter Fouquet Gallery, bevor sie im Rahmen der Auktion von P.F. Tiberghien in Brüssel am 22. Mai 1827 vom Mauritshuis erworben wurde.

Kontext

Gerard ter Borch wurde im Dezember 1617 in Zwolle geboren und erhielt seine Ausbildung bei seinem Vater, Gerard ter Borch der Ältere, und zeigte bereits mit acht Jahren außerordentliches Talent als Zeichner. Er studierte 1634 in Haarlem bei Pieter de Molijn und reiste ausgiebig durch Europa, darunter einen Aufenthalt in Münster, wo er das berühmte Gruppenporträt zur Ratifizierung des Vertrags von Münster im Jahr 1648 malte. Er wurde von Philipp IV. von Spanien zum Ritter geschlagen. In Deventer sesshaft geworden, wurde er Mitglied des Stadtrats. Bekannt für seine verfeinerten Genreszenen und kleinformatigen Ganzkörperporträts, etablierte er einen neuen Rahmen für die Themenwahl, indem er sich auf das Heiligtum des Hauses und das Innenleben seiner Modelle konzentrierte. Er beeinflusste Zeitgenossen wie Gabriel Metsu, Gerrit Dou, Eglon van der Neer und Johannes Vermeer, obwohl Vermeers Ruhm später den seinen übertraf.

Vermächtnis

Ter Borchs Œuvre, das rund achtzig katalogisierte Werke umfasst, ist in bedeutenden Museen weltweit verteilt, darunter das Hermitage Museum, der Louvre, das Getty Center und die Wallace Collection. Seine Selbstbildnisse dienen als wichtige Zeugnisse dafür, wie er sowohl als Künstler als auch als Mitglied der Regentenschicht wahrgenommen werden wollte. Sein Fokus auf die Psychologie seiner Modelle und seine Fähigkeit, auf ihr Innenleben hinzuweisen, beeinflussten die Richtung der holländischen Genremalerei. In der Moderne standen seine Werke im Zentrum von Kulturerbestreitigkeiten, wie etwa der Rückgabeforderung der Erben von Max Emden bezüglich der Dame mit dem Fächer, was die anhaltende Relevanz und den Wert seiner Gemälde in zeitgenössischen Sammlungen unterstreicht.

Ulrik Frederik Gyldenløve
Ulrik Frederik Gyldenløve, Karel van Mander III

Artist & collection

Portrait of Gerard ter Borch

Artist

Gerard ter Borch

Gerard ter Borch (Dutch:; December 1617 – 8 December 1681), also known as Gerard Terburg (Dutch: ), was a Dutch Golden Age painter mainly of genre subjects.

This work is in the public domain (CC0). Image source: Gemäldegalerie Berlin open access. Spotted an error in this record? Tell us.