Artwork
Das Fest der Venus

Das Fest der Venus is an oil painting by the Flemish Baroque painting artist Peter Paul Rubens. It dates from 1636 and is held in the collection of the Kunsthistorisches Museum.
About this work
Gegenstand und Bedeutung
Im Zentrum steht eine Statue der Venus in einer pudica-Haltung, umgeben von Begleitern, tanzenden Amoretten, Satyrn, Nymphen und Mänaden.
Das Gemälde stellt das römische Fest der Veneralia dar, das der Venus Verticordia gewidmet ist, der Göttin, deren Beiname ihre Macht verkündet, die Herzen von der Wollust zur Keuschheit zu wenden. Im Zentrum steht eine Statue der Venus in einer pudica-Haltung, umgeben von Begleitern, tanzenden Amoretten, Satyrn, Nymphen und Mänaden. Rubens integriert alle drei Klassen von Frauen, die Ovid beschreibt: Matronen, die Riten vollziehen, wie das Waschen der Statue und das Darbringen von Weihrauch an die Fortuna Virilis; Bräute, die Puppenopfer tragen; und fast nackte Prostituierte, die einen Spiegel und einen Kamm für die Göttin halten. Die Bildsprache stützt sich auf zwei klassische Quellen. Aus Philostrats Imagines stammen die wimmelnden Amoretten, die in einem duftenden Garten Äpfel sammeln, küssen und werfen. Aus Ovids Fasti stammen das rituelle Waschen der Statue, Myrtenzweige und Weihrauchopfer. Rubens fügt Weizenähren und Traubenbüschel hinzu, Attribute der Ceres und des Bacchus, die die Grotte flankieren und das Sprichwort verkörpern, dass ohne Nahrung und Wein die Liebe erkaltet. Die Nymphen und Satyrn vor der Grotte repräsentieren reinen erotischen Drang, während die Paarung von Cupido und Psyche mit Tauben im Vordergrund diese Sinnlichkeit in eine Allegorie des ehelichen Glücks verwandelt und Wollust mit der Angemessenheit der Ehe vereint.
Technik und Stil
Das Fest der Venus ist in Öl auf Leinwand ausgeführt, ein Medium, das mit Rubens' reifer Praxis übereinstimmt. Die Leinwand misst 217 mal 350 cm, ein breites Querformat, das der dicht bevölkerten mythologischen Szene gerecht wird. Rubens organisiert die Komposition um eine zentrale Statue der Venus Verticordia in einer pudica-Haltung, umgeben von Begleitern, tanzenden Amoretten, Satyrn, Nymphen und Mänaden. Er kombiniert Elemente aus Philostrats Imagines und Ovids Fasti mit eigenen Erfindungen und schafft eine lebendige Allegorie, in der sinnliche Wollust mit der Angemessenheit der Ehe verbunden ist. Stilistisch zeichnet sich das Werk durch dynamische Figurenbewegung, eine wirbelnde Masse von Amoretten (einige weiblich und flügellos dargestellt) sowie reich variierte Fleischtöne aus, die sich gegen das kühle Steinmaterial der zentralen Statue abheben. Rubens modelliert die Nymphe ganz links nach seiner jungen Frau Helena Fourment und verleiht dem Gemälde innerhalb seines größeren mythologischen Rahmens eine intime, porträtartige Unmittelbarkeit. Die Einbeziehung der Attribute der Ceres und des Bacchus, Weizenähren und Traubenbüschel, sowie die bacchanalische Gruppe vor der Grotte unterstreichen den erotischen Charakter der Szene.
Geschichte und Provenienz
Das Fest der Venus wurde von Peter Paul Rubens zwischen 1635 und 1636 gemalt. Es gelangte in die Sammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien, wo es sich bis heute befindet.
Das Werk wurde wahrscheinlich für einen privaten Mäzen oder als Teil von Rubens' eigener Produktion in Auftrag gegeben, nicht für eine spezifische öffentliche Auftragsarbeit, da in den Quellen kein dokumentierter Auftraggeber genannt wird. Rubens griff auf frühere Vorbilder zurück: Er besaß eine Kopie nach Tizians Die Anbetung der Venus, die selbst von Philostrats Imagines inspiriert war und die überfüllte Szene mit Amoretten und Nymphen beeinflusste. Ovids Fasti lieferten zusätzliche narrative Elemente, einschließlich der Riten des Festes und der Teilnahme von Frauen aus verschiedenen sozialen Schichten. Das Gemälde synthetisiert diese Quellen zu einer allegorischen Komposition, die sich um eine Statue der Venus Verticordia gruppiert, umgeben von tanzenden Amoretten, Satyrn und Nymphen, wobei Helena Fourment als eine der Nymphen modelliert ist.
Kontext
Entstanden zwischen 1635 und 1636, stellt Das Fest der Venus eine hochentwickelte Synthese aus klassischer Literatur und früherer Kunstgeschichte dar. Rubens zog direkte Inspiration aus Tizians Die Anbetung der Venus, einem Werk, das er kopierte und in seiner privaten Sammlung behielt und das selbst auf Philostrats Imagines basiert. Die Komposition integriert zudem narrative Elemente aus Ovids Fasti, insbesondere die Darstellung des Festes der Veneralia zu Ehren der Venus Verticordia und der Fortuna Virilis.
Die Forschung identifiziert das Gemälde als Allegorie, in der sinnliche Wollust mit der Angemessenheit der Ehe versöhnt wird. Der Kunsthistoriker Philipp Fehl deutete die Figuren von Cupido und Psyche im Vordergrund als Symbol der durch die Ehe bereicherten Liebe. Das Werk verankert zudem klassische Sprichwörter, wie den terenzianischen Ausspruch bezüglich Ceres und Bacchus, um die bacchanalische Szene in einen Rahmen traditioneller römischer Moral und staatlicher Nutzen einzubetten.
Artist & collection
Artist
Sir Peter Paul Rubens ( ROO-bənz; Dutch:; 28 June 1577 – 30 May 1640) was a Flemish artist and diplomat.


















